1500 Tonnen illegalen Müll hat die Stadt entsorgt

2015 in Castrop-Rauxel

Es stinkt zum Himmel. Fast wie im wahren Wortsinn. Was manche Menschen in Castrop-Rauxel veranstalten, sind schon gezielte Attacken. „Das hat Methode“, sagt EUV-Fuhrparkmanagerin Hanna Fenner im Gespräch mit unserer Redaktion über wilde Müllkippen und achtlos abgeladenen Unrat.

CASTROP-RAUXEL

, 16.01.2016, 05:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im vergangenen Jahr musste der Stadtbetrieb EUV rund 85 wilde Müllkippen beseitigen. Sage und schreibe 1500 Tonnen Müll und Abfall wurden zusätzlich abgefahren. Die Kosten dafür werden wie immer auf die Allgemeinheit in Castrop-Rauxel umgelegt. Was bedeutet, dass der Sonderdienst für Umweltfrevler über die Müllgebühren von den Bürgern bezahlt wird. Der gesamte Gebührenhaushalt für Müll beläuft sich in unserer Stadt auf 9,2 Millionen Euro – nicht gerade ein Pappenstiel.

Mit den wilden Müllkippen ist das Problem der fiesen Überraschungen aber noch nicht erledigt. Denn auch die rund 70 Standplätze der Container im gesamten Stadtgebiet sind regelmäßig verdreckt. Mit der Folge, dass die besonderen Sorgenkinder wie etwa an der Herner Straße oder an der Dortmunder Straße auf Schwerin täglich gereinigt werden müssen.

Containerstandorte werden verkleinert

„Als Konsequenz daraus werden wir alle Standorte verkleinern“, kündigt Fenner an. Auf Schwerin ist das bereits passiert – und seitdem soll sich die Situation ein wenig gebessert haben. Was die Methodik anbelangt, hat Fenner besonders die Verursacher im Auge, die dafür sorgten, dass allein im Dezember 400 Altreifen entsorgt werden mussten. „Dafür musste ich zwei Leute einen ganzen Tag lang abstellen“, berichtet Fenner und schimpft: „Das darf doch nicht sein.“

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Aufpassen, hingucken, wenn möglich fotografieren und beim Ordnungsamt der Stadt melden, das ist die Bitte des EUV, damit zum einen der Müll zügig weggeräumt, zum anderen nach dem Verantwortlichen geguckt werden kann. An der Müllkippe Funkestraße 7/7a ist der Besitzer bekannt. Das gilt auch an der Wittener Straße 391g, wo Nachbarn sich erneut beschweren.

Als besonders dreist erwies sich ein Obercastroper, der nach offenbar erfolgter Renovierung seine Hinterlassenschaften, darunter Laminat, in der Nacht zu Montag auf mehrere angemeldete Sperrmüllhaufen im Ortsteil verteilt hatte. Da der EUV diesen Abfall konsequenterweise liegen ließ, bleiben nun die rechtmäßigen Restmüll-Bürger auf dem Abfall auf ihrem Grundstück sitzen, darunter auch die katholische Kirchengemeinde.

„Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Haufen vor der Kirche selbst zu entsorgen“, sagte Kirchenvorstand Friedrich Vierhaus gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Kirchgänger werden ihn allerdings am Wochenende noch zu sehen bekommen, da der Abtransport erst für Dienstag vorgesehen ist. 

Was können Bürger tun?
Wer eine wilde Müllkippe entdeckt, sollte die Stadt informieren. Damit ein Verursacher ermittelt werden kann, sollten Bürger sie bitte dem städtischen Ordnungsamt mit genauer Lagebeschreibung melden, Tel. (02305) 1062233.

Schon 2014 waren die illegalen Müllabladeplätze ein Problem:

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