23-jähriger Angeklagter schweigt zu allen Vorwürfen

Prozess am Amtsgericht

Ein 23-Jähriger muss sich seit Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten. Es geht um Bedrohung und Sachbeschädigung aber auch um eine blutige Auseinandersetzung mit einem verlorenen Backenzahn. Sich dazu äußern will er jedoch nicht.

Castrop-Rauxel

, 15.02.2018, 07:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der 23-jährige Angeklagte wollte sich am Amtsgericht nicht zu den Vorwürfen äußern.

Der 23-jährige Angeklagte wollte sich am Amtsgericht nicht zu den Vorwürfen äußern. © Foto: Tobias Weckenbrock

Körperverletzung, Bedrohung, Sachbeschädigung. All das wird dem 23-jährigen Angeklagten zur Last gelegt. Er selbst äußerte sich am Dienstag nicht dazu, sein Verteidiger sagte lediglich: „Wir warten erst mal ab.“ Damit hatten zunächst die Zeugen das Wort. Zeugen, die den Angeklagten als Schläger schilderten.

Im August soll er mit einer Eisenstange ein Auto beschädigt, im Oktober 2017 auf der Schubertstraße in Castrop einen jungen Mann dermaßen verprügelt haben, dass er Gesichtsverletzungen erlitt und einen Backenzahn verlor. Zwei Anwohner der Schubertstraße hatten an einem Oktoberabend gegen 21 Uhr Hilfeschreie gehört. Eine 23-jährige Zeugin schilderte, dass sie nach draußen gelaufen sei und einen ihr bekannten Mann blutüberströmt angetroffen habe. „Da ging es wohl um Schulden“, will sie vom Verletzten erfahren haben. Der auch den Namen des Angreifers nannte, den sie hatte weglaufen sehen.

Zeugin fühlt sich falsch zitiert

Auch der 22-jährige Zeuge, ebenfalls ein Nachbar, hatte die Schreie gehört und draußen den Verletzten angetroffen. Den Namen des Täters habe der ihm nicht genannt. Und auch die Zeugin, die bei der Polizeivernehmung ganz sicher angab, dass es der Angeklagte war, widersprach und fühlte sich falsch zitiert. Was den Staatsanwalt fragen ließ, ob sich die Zeugen eventuell bedroht fühlten. Beide verneinten das vehement.

Der Geschädigte selbst konnte am Dienstag nicht angehört werden. Er war trotz schriftlicher Ladung nicht erschienen. Vom Richter während der Verhandlung angerufen, versprach er, noch zu kommen. Was er dann doch nicht schaffte. Dagegen waren zwei Zeugen da, die zum beschädigten Auto angehört wurden, der 22-jährige Besitzer und sein 20-jähriger Bruder. Der Jüngere hatte Krach auf dem Hof gehört und gesehen, wie jemand auf den Wagen seines Bruders einschlug. Er machte den Angeklagten als Täter aus. „Er hatte am selben Tag auf Facebook über mein Auto abgelästert“, sagte der Ältere, der den Kostenvoranschlag für die Reparatur des Schadens präsentierte: 1672 Euro.

Prozess wird fortgesetzt

Weil noch Zeugenaussagen fehlten, setzte der Richter einen Fortsetzungstermin an. Bleibt abzuwarten, ob der Angeklagte, gegen den auch in Dortmund ein Verfahren läuft, dann sein Schweigen bricht.

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