23-Jähriger gründete Transportunternehmen, hat aber gar keinen Führerschein

rnGericht

Er hat keine Fahrerlaubnis, aber ein Auto. Das wollte der 23-Jährige nutzen und gründete ein Transportunternehmen. Ein Modell, das floppte und den Unternehmer vor Gericht brachte.

Castrop-Rauxel

, 19.04.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Eigentlich sollten am Steuer seine Freunde sitzen. Letztendlich nahm der 23-Jährige jedoch auch selbst hinter dem Steuer Platz. Dabei ist er prompt aufgefallen, wurde von Polizeibeamten gestoppt. Mindestens zwei Mal. Das sagte er im Gericht, wo er sich nicht nur wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern auch wegen Widerstands gegen Polizeibeamte verantworten musste.

Denn bei der Polizei ist der Angeklagte bekannt, weil er immer wieder am Steuer angetroffen wurde, ohne eine gültige Fahrerlaubnis zu besitzen. Kein Wunder also, dass Polizeibeamte, die auf ihrer Streifenfahrt auch ein Auge auf den Gegenverkehr hatten, im November den 23-Jährigen auf dem Fahrersitz eines Autos sofort erkannten.

23-Jährige habe Widerstand geleistet

Sie stoppten den Wagen, wollten die Papiere sehen und, weil sie den Verdacht hegten, der Mann könne Betäubungsmittel dabei haben, eine Taschenkontrolle durchführen. „Dabei war der Angeklagte sehr unkooperativ“, sagte ein Beamter im Zeugenstand aus. Mehr noch, er habe Widerstand geleistet. Die Beine verschränkt und, als er die Arme auf das Autodach legen sollte, mit dem linken Ellenbogen versucht haben, den Polizisten zu treffen.

„Stimmt nicht“, sagte der 23-Jährige. „Ich habe den Ellenbogen nicht eingesetzt. Ich wollte mich nicht auf der Straße ausziehen, sondern auf der Wache durchsucht werden.“ Dass er dabei nicht ruhig geblieben ist, scheint gut möglich, denn er hatte zuvor angegeben, unter ADHS und Depressionen zu leiden. Das war der Polizei bekannt, deren Verdacht sich zudem bestätigte: Der Angeklagte hatte Cannabis dabei.

Anfang Mai soll es ein Urteil geben

Da der zweite geladene Polizeibeamte die Durchsuchung und den unterstellten Ellenbogenstoß nicht gesehen hatte, sollen nun noch zwei weitere beteiligte Polizeibeamte als Zeugen gehört werden. Auch der Beifahrer des Angeklagten wird zum Fortsetzungstermin Anfang Mai geladen, um seine Schilderung des Vorfalls zu hören. Dann wird der Richter ein Urteil fällen.

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