27-jährige Mutter stiehlt Schwangerschaftstest für neue Freundin des Ex-Partners

rnProzess am Amtsgericht

Eine 27-Jährige soll einen Schwangerschaftstest gestohlen haben. Und das für die Frau, die von ihem Ex-Partner vermutlich ein Baby erwartet. Dafür musste sie sich vor Gericht verantworten.

Castrop-Rauxel

, 26.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die 27-jährige Hausfrau und Mutter war wegen Diebstahls angeklagt. Sie war erwischt worden, als sie einen Schwangerschaftstest – Wert 5,45 Euro – in der Hosentasche verschwinden ließ und durch die Kasse mogelte. Eigentlich eine Lappalie, die auch entsprechend mit einer Einstellung des Verfahrens beendet wurde.

Doch damit ist es für die dreifache Mutter noch lange nicht zu Ende. Vielmehr steht sie unter dreifacher Bewährung. Was heißt, dass sie in drei Gerichtsverhandlungen zu Haftstrafen verurteilt worden ist. Allesamt zur Bewährung ausgesetzt, wie der Bewährungshelfer bestätigte. Eine Strafe hatte sie davor zum Teil verbüßt. Außerdem, und das wiegt schwer, wurde die 27-Jährige im Herbst 2018 vom Amtsgericht in Bottrop zu einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe ohne Bewährung rechtskräftig verurteilt.

Schwierige Partnerschaft

Eine Situation, die der Pflichtverteidiger mit den Lebensumständen seiner Mandantin zu erklären versuchte. „Sie war in einer schwierigen Partnerschaft, wurde geschlagen“, schilderte er das Zusammenleben mit dem Vater der beiden jüngeren Kinder, das kleinste im Babyalter. Deshalb seien auch vor Gericht schon Kontaktverbote ausgesprochen worden.

„Aber er ist ja der Vater der Kinder“, erklärte die Angeklagte die Tatsache, dass der Ex-Partner sie noch immer aufsuche. Zuletzt vor zwei Wochen, wo er ihr blaue Flecken zugefügt, den Fernseher kaputt geschlagen haben soll. Der Mann ist inzwischen mit einer anderen Frau liiert, die ein Kind vom ihm erwartet. Und um das festzustellen, sollte eigentlich der Schwangerschaftstest dienen, den die Angeklagte für eben diese Frau – ihre Freundin – gestohlen hatte.

Angst vor dem Ex-Partner

„Freundin, na ja“, sagte sie nun, sie habe sich darauf eingelassen, den Test zu stehlen, weil sie Angst vor dem Ex-Partner gehabt habe. Der Kaufhaus-Detektiv bestätigte, zwei Frauen beobachtet zu haben, doch den Diebstahl habe eindeutig die Angeklagte begangen. Als er sie nach der Kasse stellte, sei die andere fortgelaufen.

Eine Trennung steht wohl auch der Angeklagten bevor. „Wenn Sie es mit einem Gnadenantrag nicht schaffen, die Haft zu verhindern, müssen Sie bald ins Gefängnis“, so der Richter. Und brachte den Mutter-Kind-Vollzug in Fröndenberg zur Sprache.

„Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?“

Dort können Frauen ihre Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren bei sich haben. Für ihr älteres Kind müsste die 27-Jährige dann allerdings eine andere Lösung finden. Und vor allem eine Antwort auf die Frage der Staatsanwältin, die wissen wollte: „Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft eigentlich vor?“

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