30 Jahre bei Opel: Castrop-Rauxeler blickt zurück

Abriss des Bochumer Werks

30 Jahre lang hat der Castrop-Rauxeler Ludger Ruder im Bochumer Opel-Werk gearbeitet. Er selbst sagt, dass er mit dieser Zeit seines Lebens abgeschlossen habe. Trotzdem: Zu sehen, wie sein ehemaliger Arbeitsplatz, die Lackiererei des Werkes, Stück für Stück verschwindet, bewegt ihn. Wir haben uns mit Ludger Ruder an der Wittener Straße in Bochum-Laer getroffen.

CASTROP-RAUXEL/BOCHUM

, 15.03.2015 / Lesedauer: 3 min
30 Jahre bei Opel: Castrop-Rauxeler blickt zurück

Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet.

Während wir an der mit Sichtschutzzäunen abgesperrten Baustelle entlang gehen, erzählt Ludger von seiner Zeit bei Opel. Wie er zu Opel gekommen ist. Welchen Stellenwert die Arbeit für ihn hatte. Immer wieder bleibt er stehen, holt sein Smartphone aus der Tasche und dokumentiert so den Abriss mit Fotos. Für sich. Denn was derzeit dort passiert, wo früher Autos vom Band liefen, muss man festhalten.

Er ist nicht der einzige Zaungast, der das Schauspiel verfolgt. Immer wieder halten Autos am Straßenrand. Die Leute steigen aus, bleiben einen Moment lang stehen, schütteln die Köpfe und fahren weiter.

Manchmal bleiben kleine Rentner-Grüppchen am Zaun stehen, reden. Über den Abriss, die gute alte Zeit und darüber, dass das Ende von Opel quasi das neue Zechensterben ist. Auch Fotografen trifft man immer wieder an der Großbaustelle.

"Ich will arbeiten"

„Für mich ist Opel Geschichte. Ich habe damit abgeschlossen“, sagt Ludger Ruder. Er nimmt das Ende mit Fassung. Er blickt lieber nach vorne statt zurück. Das Werk liegt in Trümmern. Seine eigene Zukunft aber, da ist sich der 52-jährige Castroper ganz sicher, tut dies nicht.

„Ich will arbeiten – und ich habe einige Ideen, was ich tun möchte“, sagt er. Seit dem 1. Januar ist der gelernte Kfz-Elektriker in der Transfergesellschaft des TÜV Nord „beschäftigt“. Er kann an Qualifizierungs- und Umschulungsmaßnahmen teilnehmen – und erhält seinen letzten Opel-Lohn weiter.

Das Aus als Erlösung

Ludger Ruder ist voller Tatendrang. „Ich habe mich auf Jobbörsen orientiert und Angebote gesichtet, Bewerbungen geschrieben und hoffe jetzt auf erste Schulungsmaßnahmen“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Er freut sich auf den Neuanfang. „Das Aus bei Opel war für mich eine Erlösung. Am Ende gab es nur noch Druck und Stress. "Die Arbeit, die vorher mehrere gemacht haben, hast du am Ende alleine gemacht. Die haben uns ausgequetscht wie eine Zitrone“, so Ruder.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Abrissarbeiten am Bochumer Opelwerk

52 Jahre lang hat Opel Autos in Bochum gebaut. Im Dezember vergangenen Jahres wurde das Werk nach langem Kampf geschlossen. Jetzt sind die Bagger am ehemaligen Vorzeigeobjekt des Strukturwandels angerückt. Und reißen ein Stück Industriegeschichte des Ruhrgebiets ab.
15.03.2015
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Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Mächtige Bagger reißen die ehemalige Lackiererei über dem ehemaligen Tor4 des Bochumer Opelwerks ab. Erst verschwand der Schriftzug des Konzerns, jetzt verschwindet Stück für Stück ein Teil der Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Ludger Ruder aus Castrop-Rauxel hat 30 Jahre im Bochumer Opelwerk gearbeitet. Foto vom 12. März 2015.© Foto: Dominik Möller
Schlagworte Castrop-Rauxel

 

Als er 1984 als Kfz-Montagearbeiter bei Opel begann, war das alles anders. Damals wurde der Kadett E in Bochum gebaut. Mehr als 17.000 Menschen waren hier beschäftigt. „Da war die Opel-Welt noch in Ordnung. Man war stolz, ein Opelaner zu sein“, so Ludger Ruder. Am 4. Dezember vergangenen Jahres hatte er seinen letzten Arbeitstag. Das letzte Auto, in das er ein Armaturenbrett montierte, war der Astra. Wenn er heute an Autos herum schraubt oder -bastelt, ist das nur eine Freizeitbeschäftigung.

Rüsselsheim keine Option

In der Autobranche will er nicht bleiben. „Ich will hier einfach nicht weg. Ins Werk nach Rüsselsheim zu wechseln, kam für mich nie infrage“, sagt er. Gerne würde er künftig als Hausgerätetechniker oder Objektbetreuer arbeiten: „Das reizt mich – und da gibt es auch Jobs.“

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