33-Jährigem droht die geschlossene Psychiatrie

Mehrfacher Kindesmissbrauch

Für den wegen sexuellen Missbrauchs von drei Jungen aus Castrop-Rauxel angeklagten Mann aus Lüdenscheid geht es endgültig ums Ganze. Gestern erteilte der Vorsitzende Richter des Dortmunder Landgerichts dem Angeklagten einen sogenannten „rechtlichen Hinweis“. Der 33-Jährige müsse damit rechnen, am Ende des Prozesses zeitlich unbefristet in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen zu werden.

CASTROP-RAUXEL

09.07.2015, 18:12 Uhr / Lesedauer: 1 min
33-Jährigem droht die geschlossene Psychiatrie

Das Landgericht in Dortmund.

Nach einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten schließt Dr. Bernd Roggenwallner nicht aus, dass der Angeklagte nach einer möglichen Haftentlassung schnell wieder in alte Verhaltensmuster verfiele und daher als Gefahr für die Allgemeinheit angesehen werden muss.

Erstmals 2004 verurteilt

Dass der heute 33-Jährige eine strafrechtliche Vorgeschichte hat, war schon zu Beginn des Prozesses bekannt. Gestern kamen dazu weitere Einzelheiten ans Tageslicht. So ist der Angeklagte schon dreimal wegen Kindesmissbrauchs vorbestraft – erstmals im Jahr 2004, zuletzt im Jahr 2012.

Die Taten, die diesen Verurteilungen zugrunde lagen, sind abstoßend. Der Lüdenscheider soll kleinen Jungen Pornofilme gezeigt und sogar seinen eigenen Stiefbruder dazu gebracht haben, Nacktaufnahmen von sich anzufertigen. Darüber hinaus soll er, während er bei einer befreundeten Familie übernachtete, ins Kinderzimmer geschlichen sein und einen dort schlafenden Jungen angefasst haben.

Nur Treffen zugegeben

Ende vergangenen Jahres soll sich der 33-Jährige schließlich erneut an Kinder heran gemacht haben. Im Chat gab er sich als 13-jähriges Mädchen namens Anna aus und fand dadurch schnell Kontakt zu drei Jungen aus Castrop-Rauxel. Laut Anklage ging er in der Folgezeit häufig mit den Kindern spazieren oder auch ins Schwimmbad. Bei mehreren Gelegenheiten soll er die Jungen dabei angefasst und missbraucht haben.

Während der Angeklagte die Treffen mit den Kindern zugibt, bestreitet er jedoch alles Weitere. Er könne sich auch nicht erklären, wie die Jungen darauf kommen, so etwas über ihn zu erzählen, hatte er am vergangenen Prozesstag erklärt. Die Reaktion des Richters fiel schmallippig aus: „Sie riskieren eine ganze Menge.“

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