35-Jähriger mit Heroin und Schlagring in der Hosentasche erwischt

rnProzess am Amtsgericht

In der Hosentasche eines 35-Jährigen fanden Polizisten nicht nur Handy und Geldbörse. Auch ein Schlagring und Heroin waren dabei. Das brachte den Mann jetzt vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 16.04.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Hosentaschen wird so allerlei transportiert. Wenn sich neben Schlüssel, Geldbörse oder Handy aber ein Schlagring und Heroin dort befinden, wird es kriminell. Diese Delikte, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz, brachten einen 35-Jährigen vor den Richter.

Dort war der Mann kein Unbekannter. 20 Vorstrafen, einige davon bereits aus dem Jugendstrafrecht, markieren den Lebensweg. Immer wieder dabei: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und auch Waffenbesitz.

Angeklagter gesteht

Vor rund zehn Monaten fanden Beamte genau 0,9 Gramm Heroin beim Angeklagten, sowie einen Schlagring. „Stimmt“, gab der Angeklagte unumwunden zu. Es sei Dummheit gewesen zu glauben, einen Schlagring zum Schutz dabei haben zu müssen. Der sei ein Geschenk gewesen und könne vernichtet werden, sagte er. Auch das Rauschmittel, das in der Asservatenkammer der Polizei lagert, könne vernichtet werden.

Von Drogen will der 35-jährige gelernte Dachdecker nichts mehr wissen. Er habe ein Methadon-Programm absolviert und sei derzeit dabei, die Dosis zu reduzieren, um ganz aus der Abhängigkeit zu gelangen.

Geldstrafe nicht gezahlt – Haft

„Ich will clean werden und arbeiten“, sagte der Angeklagte zu seinen Zukunftsplänen. Weil das Urteil, eine Haftstrafe von sechs Monaten, zur Bewährung ausgesetzt wurde, steht dies den Plänen nicht im Wege, solange der 35-Jährige straffrei bleibt.

Denn wie es hinter Gittern aussieht, konnte der Mann erst jüngst erleben. Weil er nicht zu einem Verhandlungstermin erschienen war, war ein Haftbefehl ausgeschrieben worden, der ihn vor vier Tagen ins Gefängnis brachte. Und dort hätte er auch noch eine ganze Zeit schmoren müssen, weil eine Ersatzfreiheitsstrafe anstand. Knast als Ersatz für nicht gezahlte Geldstrafen.

Freund löst den Angeklagten vor Gericht aus

Das blieb ihm erspart. In letzter Minute hatte er mit Hilfe seiner Lebensgefährtin die Summe bezahlt, bis auf einen Rest von 30 Euro. Das hätte gereicht, um ihn wieder zurück in die Zelle zu bringen. Doch da erschien zum Ende der Verhandlung ein Freund im Gerichtssaal, zückte seine Geldbörse und löste den Angeklagten aus. So konnte der Angeklagte, sichtlich erleichtert, das Gebäude wieder als freier Mann verlassen.

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