36-Jähriger bedroht Leiter und Mitarbeiter des Jobcenters

Prozess am Amtsgericht

Ein 36-Jähriger soll dem Leiter und einer Angestellten des Jobcenters gedroht haben. Dafür musste er sich am Dienstag vor dem Amtsrichter verantworten. Es war nicht das erste Mal, dass er Drohungen gegen das Jobcenter aussprach.

Castrop-Rauxel

, 13.02.2018, 15:55 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein 36-Jähriger musste sich am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte dem Leiter des Jobcenters und einer Angestellten gedroht.

Ein 36-Jähriger musste sich am Dienstag vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte dem Leiter des Jobcenters und einer Angestellten gedroht. © Foto: Tobias Weckenbrock

Aufgabe der Mitarbeiter des Jobcenters ist es, Hartz IV-Empfängern bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu helfen – durch Beratung und Förderung von beruflicher Weiterbildung. Ein Job mit Schattenseiten, wie die Verhandlung am Amtsgericht am Dienstag zeigte.

Ein 36-jähriger Mann hatte im Frühjahr letzten Jahres den Leiter des Castrop-Rauxeler Jobcenters und die für ihn zuständige Mitarbeiterin am Telefon übel bedroht. „Ich schick dir die Vendetta nach Hause, wenn nichts passiert“, hat er dem 59-jährigen Leiter gedroht, seine Kollegin bekam „Ich bringe dich um, du Schlampe“ zu hören.

Frust und Enttäuschung

Der Angeklagte erklärte diese Verbalattacken, die er unumwunden zugab, mit Frust und tiefer Enttäuschung. „Die haben mir gar nicht geholfen, hatten keinen Job, nur Fortbildungen. Einen Führerschein durfte ich aber nicht machen.“ Die Wut auf die Behörde gärte schon lange. Ein Jahr zuvor hatte der 36-Jährige bei der Agentur für Arbeit mit Bomben- und Morddrohung für Entsetzen gesorgt.

Inzwischen ist der Mann nach Herten verzogen, hat einen befristeten Job als Lagerarbeiter. Doch die Straftaten, die er in Castrop-Rauxel begangen hat, verfolgen in dennoch. Wie die Bedrohung des Schwagers im November 2016, den er zusammenschlagen wollte. Was ihm eine Bewährungsstrafe einbrachte, die noch bis zum November läuft. Insgesamt hat der Angeklagte elf Vorstrafen, darunter einige einschlägige.

Letzte Chance vom Richter

Positiv für den geständigen Angeklagten war, dass die beiden Zeugen des Jobcenters angegeben hatten, unter der Bedrohung nicht sehr stark gelitten zu haben. Die 64-Jährige wünschte sich vielmehr Hilfe für den Angeklagten, war aber, nach eigenem Bekunden auch froh, dass die Agentur die Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz erhöht hat.

Weil er sein Leben derzeit im Griff hat, gewährte im der Strafrichter in seinem Urteil noch einmal – ein letztes Mal – eine Bewährungsstrafe über sechs Monate. Dazu die Auflage, 100 Sozialstunden zu leisten, die ihn daran erinnern sollen, die Bewährung durchzuhalten.

Lesen Sie jetzt