37-Jähriger erbeutet 400 Euro bei Einbruch in Spielhalle an der Oberen Münsterstraße

rnGericht

Er brauchte Geld, um seine Sucht zu finanzieren. Das besorgte sich der 37-Jährige in einer Spielhalle, wo er eine Geldkassette aufbrach. Doch die Sache ging nicht gut aus.

Castrop-Rauxel

, 30.08.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es geschah vor gut einem Jahr. Um 12 Uhr mittags. Da betrat der heute 37-Jährige die Spielhalle an der Oberen Münsterstraße. Er wartete ab, bis die Aufsicht kurz in einem Nebenraum zu tun hatte, griff seinen mitgebrachten Schraubendreher und öffnete eine Geldkassette. Die Beute: 400 Euro.

Damit wollte der Mann seine Drogensucht finanzieren, neue Betäubungsmittel kaufen. „Ich war am Ende, obdachlos“, schilderte der Angeklagte dem Strafrichter seine Verfassung im vergangenen Sommer. Und sein Verteidiger fügte hinzu: „Mein Mandant gibt die Tat voll und ganz zu.“

Abhängig ist der Angeklagte noch immer, braucht Methadon. Ohne geht es noch nicht. Doch inzwischen hat er wieder eine Wohnung. Und mit einem kleinen Minijob kann er seine kargen Hartz IV-Bezüge, von denen noch Darlehensraten abgezogen werden, ein wenig aufbessern.

Vor einem Jahr noch Heroin, jetzt Drogen-Ersatz-Programm

Besserung gelobte er auch hinsichtlich der Drogenabhängigkeit. War es vor einem Jahr noch Heroin, das er mit dem erbeuteten Geld kaufte, nimmt er inzwischen an einem Drogen-Ersatz-Programm teil. Auch sein Bewährungshelfer kennt die jahrelange Suchtproblematik. Der 37-Jährige steht unter seiner Aufsicht, weil er noch bis zum Jahr 2021 unter offener Bewährung steht. Diese Strafe hatte er kassiert, weil er in einen Kiosk eingebrochen war.

Der Richter hatte dem Mann vor zwei Jahren eindringlich zu verstehen gegeben, dass diese Strafe zum letzten Mal zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Der Angeklagte und sein Verteidiger hatten alles getan, um eventuell ein „allerletztes“ Mal zu erwirken.

Sie hatten ein ausführliches Schreiben an den Betreiber der Spielhalle verfasst. Darin schilderte der 37-Jährige seine Situation und bat um Entschuldigung.

Therapie statt Strafe. Das hätten sowohl der Bewährungshelfer wie auch der Verteidiger gern gesehen. Doch das 23 Eintragungen lange Vorstrafenregister, das bereits in Jugendjahren angelegt wurde, sprach eine andere Sprache.

Ein Jahr Freiheitsstrafe

„Der Angeklagte ist häufig und dabei vielfach einschlägig in Erscheinung getreten“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Und forderte ein Jahr Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Das nahm der Richter in seinem Urteilsspruch auf. Verhängte eine einjährige Haftstrafe ohne Bewährung. Eben weil es beim letzten Mal mit der Bewährung nicht funktioniert hat.

Dennoch machte er dem Angeklagten Hoffnung. Empfahl, dringend eine Therapie zu machen, um Stabilität in sein Leben zu bringen. Ließ auch anklingen, dass ein Berufungsverfahren einen zeitlichen Aufschub bringt, in der sich der Mann bewähren und so auf ein milderes Urteil hoffen kann.

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