Teuer zu stehen kamen einen Angeklagten vier Pizzen, die er im Sommer 2017 bestellt hatte. Denn die Lieferdienste hatte er mit falschen 100-Euro-Banknoten bezahlt. Das flog auf.

Castrop-Rauxel, Nordkirchen

, 20.02.2019 / Lesedauer: 3 min

Für die Summe, zu der einer der Angeklagten, der aus Nordkirchen kommt, am Castrop-Rauxeler Amtsgericht jetzt verurteilt wurde, hätten sich die Freunde ihre Pizza wahrscheinlich sogar vergolden lassen können. 3900 Euro muss er zahlen für vier mit falschen Hundertern bezahlte Pizzen im Sommer 2017.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, an einem Tag gleich zweimal Pizza geordert und diese jeweils mit einem falschen Hunderter bezahlt zu haben. Schauplatz war, neben einem Schulhof in Waltrop, auch der Pausenhof der Fridtjof-Nansen-Realschule an der Langen Straße in Habinghorst. Einer der beiden Pizzafans, der 27-jährige Mann aus Nordkirchen, stand wegen des Betrugs jetzt vor dem Amtsrichter.

„Weiß nicht, woher die Scheine waren, Geld kommt und geht“

Dem Amtsrichter hatte er in der Hauptverhandlung beteuert, dass er sehr gerne und oft Pizza esse. Dass er diese auch mal mit einem Hunderter bezahle, fand er nicht ungewöhnlich. „Weiß nicht, woher die Scheine waren, Geld kommt und geht“, hatte er erklärt. Er wies alle Schuld von sich, neben den Pizzen auch noch das Wechselgeld ergaunert zu haben.

Doch eine preiswerte Fastfood-Mahlzeit mit einem Hunderter zu bezahlen, ist eben nicht an der Tagesordnung. Das hatten auch die beiden Fahrer der Pizzadienste in Waltrop und Castrop-Rauxel so gesehen, die Hunderter dennoch akzeptiert. Der Schwindel fiel auf, als der Waltroper Fahrer kurz nach der Lieferung an einer Tankstelle mit eben diesem Hunderter bezahlen wollte.

Pizzeria hatte sich die Telefonnummer notiert

Sein Castrop-Rauxeler Kollege machte diese bittere Erfahrung, als er am Tag nach der Einnahme in einem Bekleidungsgeschäft hören musste, dass der Schein gefälscht war. Weil der Castrop-Rauxeler Pizzabäcker bei jeder telefonischen Bestellung die Nummer des Auftraggebers notiert, konnte der Angeklagte ermittelt werden.

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In der Fortsetzungsverhandlung wurde nun noch der Fahrer seiner Pizzeria angehört, der den Angeklagten bereits auf einem Foto ziemlich sicher identifiziert hatte. Dann fiel das Urteil. Der 27-jährige Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe über 130 Tagessätze zu je 30 Euro verurteilt. Macht eben 3900 Euro.

Die Mahlzeiten kommen den Angeklagten also im Nachhinein teuer zu stehen. Finanziell wie auch durch die erhebliche Vorstrafe, die auf einem polizeilichen Führungszeugnis erscheinen wird.

Das schmeckte dem Angeklagten gar nicht. Er hat, so die Auskunft des Richters, bereits Berufung gegen dieses Urteil eingelegt.

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