46-Jährige fühlte sich von einem Mitarbeiter bedroht

Verfahren eingestellt

War es ein Missverständnis? Und falls ja, in welcher Hinsicht? Ein akustisches, ein kulturelles oder generationenbedingt? Ort des Geschehens war ein Fast Food-Restaurant, die Beteiligten ein 29-jähriger türkisch-stämmiger Mitarbeiter und eine 46-jährige deutsche Hausfrau, die am 15. Juni von dem jüngeren Mann eingearbeitet werden sollte.

CASTROP-RAUXEL

von Von Gabriele Regener

, 27.09.2011, 15:16 Uhr / Lesedauer: 1 min
46-Jährige fühlte sich von einem Mitarbeiter bedroht

Der Angeklagte sagte, die neue Kollegin habe nie zugehört, habe alles falsch gemacht. Was ihn zur Bemerkung veranlasst habe: „Bringt dich das um, wenn du mal was richtig machst?“ „Ich bring dich um“, will die 46-Jährige gehört haben. Schilderte im Zeugenstand die Bedingungen ihre Probearbeit. So hätte er sie unter anderem gemaßregelt, weil die Tomaten nicht korrekt geschnitten worden seien. Man habe sich an die Köpfe gekriegt, ständig habe der Kollege geschimpft, so dass sie in Tränen ausgebrochen sei. Tränenüberströmt sei sie dann auch nach den zitierten Worten aus dem Laden gestürmt. „Natürlich habe ich die Drohung ernst genommen“, bekräftigte sie. Sie habe Angst gehabt, abends ihr Heim zu verlassen. „Ich wusste ja nicht, ob er meine Adresse kennt.“ Deshalb habe sie Anzeige erstattet.

Und deshalb der Gerichtstermin. Mit Hausfrau gab die Zeugin ihre derzeitige Tätigkeit an, der Kollege für einen Tag ist seit einer Woche ebenfalls nicht mehr bei der Fast Food-Kette angestellt. Dafür wurde das Verfahren vom Richter gestern aber eingestellt. Wegen Geringfügigkeit gemäß § 153 Abs.1 der Strafprozessordnung. Der Angeklagte war darüber so froh, dass er aufsprang und sich per Handschlag von Richter, Staatsanwältin und Protokollantin verabschiedete. Hintergrund: Er steht noch unter laufender Bewährung.

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