Hunderte Schrottautos in Bochum abgebrannt - Lange Nacht für die Feuerwehr

Protokoll, Fotos und Videos

Bei einem Schrotthändler in Bochum sind am Mittwoch um 16.30 Uhr Schrottautos in Brand geraten. Eine dicke Rauchwolke zog über Bochum hinweg. Um 19.45 Uhr war der Brand unter Kontrolle. Doch diese Nacht wird lang.

Bochum

, 14.10.2020, 17:03 Uhr / Lesedauer: 4 min
Großbrand bei einem Autoverwerter an der Dailmerstraße im Bochumer Ortsteil Gerthe: Die Feuerwehr musste hier am Mittwochnachmittag über 50 brennende Autos löschen.

Das Feuer bei einem Auto-Verwerter in Bochum-Gerthe: Aus der Luft betrachtet ist das ganze Ausmaß zu erkennen. © Helmut Kaczmarek

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bei einem Autoverwerter-Betrieb an der Daimlerstraße in Bochum-Gerthe ist am Mittwochnachmittag gegen 16.30 Uhr ein Feuer ausgebrochen.
  • Bis 20.45 Uhr gab es keine Verletzten.
  • Die Bochumer Feuerwehr forderte alle verfügbaren Kräfte an und bekam Amtshilfe aus Dortmund und Herne sowie vom THW.
  • Anwohner waren aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.
  • Rund 200 Rettungskräfte waren am frühen Abend im Einsatz.

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Großbrand bei Bochumer Schrotthändler

Über 50 Autos standen am Mittwoch bei einem Autoverwerter in Bochum-Gerthe in Brand. Die dicke schwarze Rauchwolke war weithin sichtbar.
14.10.2020
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Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Auf dem Gelände waren auch Propangas-Flaschen gelagert. Die Feuerwehr löste darum Vollalarm aus und holte sich auch Amtshilfe der Dortmunder Kollegen.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Helmut Kaczmarek
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Großbrand bei einem Autoverwerter an der Dailmerstraße im Bochumer Ortsteil Gerthe: Die Feuerwehr musste hier am Mittwochnachmittag über 50 brennende Autos löschen. © Feuerwehr Bochum
Amtshilfe bekam die Bochumer Feuerwehr auch aus Herne. Die Kollegen aus den Nachbarstädten halfen dabei, den Brand einzuzingeln und ein Übergreifen zu verhindern.© Feuerwehr Bochum
Das ist der Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund. Er ist gegen 18.15 Uhr eingetroffen und hilft beim Löschen von oben.© Feuerwehr Bochum
Diese Aufnahme von der dicken Rauchwolke um 17 Uhr erreichte uns aus Obercastrop vom Leser Karl-Heinz Hoffmann.© Karl-Heinz Hoffmann
Diese Aufnahme aus Castrop-Rauxel zeigt die große Rauchwolke. Die Feuerwehr empfiehlt, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wo Rauchgeruch zu vernehmen ist.© privat
Ein Bild von der Zeche Lothringen unter der dicken Rauchwolke.© privat
Auch aus dem Bochumer Ortsteil Langendreer sieht man die riesige Rauchwolke über Bochum-Gerthe. Sie zog anschließend in Richtung Süden.© Karla
Auch aus dem Ruhrtower in Essen ist die Rauchwolke zu sehen. © Benjamin Legrand
Der Merklinder Jürgen Weiß schickte uns diese Aufnahme gegen 17.10 Uhr.© Jürgen Weiß

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So haben wir zwischen 17 Uhr und 20.40 Uhr berichtet:

Aktualisierung um 20.40 Uhr:

Die Löschmaßnahmen zeigen mittlerweile ihre Wirksamkeit, meldet die Feuerwehr. „Die Situation wird immer statischer“, schreibt die Feuerwehr auf Twitter. Heißt auf Deutsch: Man wird der Flammen nun Herr und kann schon Teile des Brandes löschen, anstatt wie bisher nur zu vermeiden, dass das Feuer sich weiter ausbreitet. „Die Einsatzdauer wird sich jedoch noch weit in die Nacht hineinziehen, weshalb begonnen wird, erschöpfte Einsatzkräfte vor Ort abzulösen“, heißt es. Für die weitere Brandbekämpfung seien gerade ca. 5500 Liter Schaummittel an der Einsatzstelle eingetroffen. Wir beenden den Live-Ticker nun.

Aktualisierung um 20.15 Uhr:

Wir haben nun eine erste nachrichtliche Zusammenfassung des Geschehens online. Feuerwehr-Chef Simon Heußen sagt derweil, dass durch das beherzte Eingreifen seiner Truppe und der Kameraden aus umliegenden Löschzügen das Schlimmste verhindert werden konnte: In der Nachbarschaft sei auch ein Chemiebetrieb angesiedelt, der ebenso wie alle anderen Nachbarn von einem Übergreifen des Feuers verschont blieb.

Aktualisierung um 19.55 Uhr:

Der Einsatzleiter Simon Heußen berichtet gerade, dass der Brand inzwischen unter Kontrolle sei. Er bestätigt auch, dass bisher weder Mitarbeiter des Betriebs noch Einsatzkräfte verletzt wurden. Man sei jetzt mit 200 Einsatzkräften vor Ort, auch das Technische Hilfswerk leiste wertvolle Hilfe bei der Bekämpfung des Brandes. „Das Ganze wird uns sicher noch die ganze Nacht, bestimmt bis in den Vormittag beschäftigen“, so Heußen. Fest stehe, dass man später die abgebrannten Überreste der Autos einzeln abstapeln und einzeln ablöschen müsse, damit man keine Glutnester übersieht, die das Feuer wieder entfachen könnten. Zwar habe man zwischenzeitlich über die Warn-App Nina auch eine Warnmeldung herausgegeben, es habe aber letztlich zu keinem Zeitpunkt eine ernsthafte Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Nichts also, was über eine Geruchsbelästigung hinaus gehe. Dennoch empfiehlt Heußen, weiterhin Fenster geschlossen zu halten. Der Bereich rund um den Betrieb sei weiträumig abgesperrt.

Aktualisierung um 19.30 Uhr:

Ein Video aus einem Copter der Feuerwehr Bochum zeigt, dass auf dem Hof des Schrotthändlers nach wie vor Flammen aus den dort gelagerten ausgeschlachteten Autos schlagen. Nach wie vor sei man damit beschäftigt, ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern, heißt es.

Aktualisierung um 18.55 Uhr:

Der Gelenkmast der Dortmunder Feuerwehr ist nun eingetroffen. Dabei handelt es sich wie bei einem Drehleiter-Wagen um ein Fahrzeug, dass einen Löscheinsatz von oben möglich macht. Außerdem hat die Feuerwehr Herne ein Tanklöschfahrzeug bereit gestellt. „Wir haben jetzt also drei Drehleitern, den Gelenkmast und insgesamt 155 Einsatzkräfte vor Ort“, sagt Sprecher Markus Wendelberger. Es knallt auf dem Gelände zwar noch immer, aber das seien nicht mehr die Gasflaschen, die vorhin alle explodiert sind. „Die waren hinter einer Mauer, wir konnten nicht mehr an sie ran. Aber sie waren nur ‚restvoll‘, die Gefahr war also nicht so groß“, so Wendelberger auf Anfrage unserer Redaktion.

Das ist der Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund. Er ist gegen 18.15 Uhr eingetroffen und hilft beim Löschen von oben.

Das ist der Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund. Er ist gegen 18.15 Uhr eingetroffen und hilft beim Löschen von oben. © Feuerwehr Bochum

Gerade habe sich der Wind gedreht, sodass man nun massiv von der anderen Seite angreifen müsse. „Die nächsten Gebäude sind vom Feuer nur 20, 30 Meter entfernt“, sagt der Feuerwehrmann. Und auf Nachfrage, ob das Feuer unter Kontrolle sei: „In keinster Weise! Es breitet sich aber hoffentlich nicht mehr aus, weil wir in einer Riegelstellung die Fahrzeuge rundherum postiert haben.“

Zu einer Herausforderung wird gerade auch die Wasserversorgung. „Wir sind gerade dabei, über rund 1 bis 2 Kilometer Schläuche zu legen, damit wir eine andere Leitung anzapfen können“, so Wendelberger. „Man kann nicht sechs Hydranten auf einer Leitung anzapfen, dann ist das Wasser zu schnell alle“, erklärt er. Die Bochumer Stadtwerke hätten nun dabei geholfen, weitere Hydranten für die Feuerwehr erschließbar zu machen, die weiter weg sind.

Aktualisierung um 18.15 Uhr:

Ein Augenmerk der Feuerwehr liegt gerade darauf, zu vermeiden, dass das Feuer auf angrenzende Betriebe in dem Gerther Gewerbegebiet übergreifen kann. Dazu habe man nun zwei Löscheinheiten gebildet, wird gemeldet. Rund 80 Rettungskräfte sind derzeit vor Ort. Die Löscharbeiten werden noch Stunden dauern, davon ist auszugehen.

Aktualisierung um 18 Uhr:

Der Rauch zieht von Gerthe aus in Richtung Süden über Langendreer. Anwohner berichten, dass im südlichen Stadtteil auch Rauchgeruch zu vernehmen ist. Die Feuerwehr fordert die Bochumer auf, Fenster und Türen weiterhin geschlossen zu halten, um sich vor den giftigen Rauchgasen zu schützen.

Auch aus dem Ruhrtower in Essen ist die Rauchwolke zu sehen.

Auch aus dem Ruhrtower in Essen ist die Rauchwolke zu sehen. © Benjamin Legrand

Aktualisierung um 17.50 Uhr:

Nun ist ein Feuerwehrsprecher vor Ort in die Kommunikation eingebunden. Markus Wendelberger sagt auf Anfrage, dass es keine verletzten Personen gebe. Die Gefahr, die man jetzt sehe, sei aber, dass Propangasflaschen gelagert seien. Es soll schon zu Explosionen gekommen sein, meldet die Feuerwehr. „Wir haben Vollalarm ausgelöst“, sagt Sprecher Wendelberger.

Die Flammen sind auch eine Stunde nach der Alarmierung noch nicht unter Kontrolle. Es sollen Propangasflaschen explodiert sein, meldet ein Feuerwehrsprecher um 17.50 Uhr. Immer wieder wird das Feuer genährt.

Die Flammen sind auch eine Stunde nach der Alarmierung noch nicht unter Kontrolle. Es sollen Propangasflaschen explodiert sein, meldet ein Feuerwehrsprecher. Immer wieder wird das Feuer genährt. © Feuerwehr Bochum

Das bedeutet: Alle verfügbaren Bochumer Kräfte der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr sollen anrücken. Aus Dortmund ist zudem ein sogenannter Gelenkmast, ein Spezialfahrzeug, auf dem Weg nach Gerthe. Der Autoverwerter ist an der Ecke Dieselstraße/Daimlerstraße. Das ganze Industriegebiet sei derzeit abgeriegelt, so Wendelberger, die Verbindungsstraße zwischen Bochum und Merklinde (Bövinghauser Hellweg) sei allerdings frei.

Aktualisierung um 17.40 Uhr:

Nach wie vor ist über Personen- und Sachschäden und den Fortgang der Löscharbeiten nichts weiter bekannt. Aber immer mehr Menschen sehen die Rauchwolke, die sogar vom Essener Hauptbahnhof aus am Horizont sichtbar ist. Wir haben Fotos von Lesern in einer Fotostrecke gesammelt. Weitere werden folgen.

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Großbrand bei Bochumer Schrotthändler

Über 50 Autos standen am Mittwoch bei einem Autoverwerter in Bochum-Gerthe in Brand. Die dicke schwarze Rauchwolke war weithin sichtbar.
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Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Auf dem Gelände waren auch Propangas-Flaschen gelagert. Die Feuerwehr löste darum Vollalarm aus und holte sich auch Amtshilfe der Dortmunder Kollegen.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Helmut Kaczmarek
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Mit drei Drehleiterwagen und einem Gelenkmast aus Dortmund gingen rund 150 Einsatzkräfte gegen die Flammen beim Schrotthändler vor.© Feuerwehr Bochum
Großbrand bei einem Autoverwerter an der Dailmerstraße im Bochumer Ortsteil Gerthe: Die Feuerwehr musste hier am Mittwochnachmittag über 50 brennende Autos löschen. © Feuerwehr Bochum
Amtshilfe bekam die Bochumer Feuerwehr auch aus Herne. Die Kollegen aus den Nachbarstädten halfen dabei, den Brand einzuzingeln und ein Übergreifen zu verhindern.© Feuerwehr Bochum
Das ist der Gelenkmast der Feuerwehr Dortmund. Er ist gegen 18.15 Uhr eingetroffen und hilft beim Löschen von oben.© Feuerwehr Bochum
Diese Aufnahme von der dicken Rauchwolke um 17 Uhr erreichte uns aus Obercastrop vom Leser Karl-Heinz Hoffmann.© Karl-Heinz Hoffmann
Diese Aufnahme aus Castrop-Rauxel zeigt die große Rauchwolke. Die Feuerwehr empfiehlt, Fenster und Türen geschlossen zu halten, wo Rauchgeruch zu vernehmen ist.© privat
Ein Bild von der Zeche Lothringen unter der dicken Rauchwolke.© privat
Auch aus dem Bochumer Ortsteil Langendreer sieht man die riesige Rauchwolke über Bochum-Gerthe. Sie zog anschließend in Richtung Süden.© Karla
Auch aus dem Ruhrtower in Essen ist die Rauchwolke zu sehen. © Benjamin Legrand
Der Merklinder Jürgen Weiß schickte uns diese Aufnahme gegen 17.10 Uhr.© Jürgen Weiß

Aktualisierung um 17.15 Uhr:

Immer mehr Hinweise und Fragen und Fotos erreichen uns von Lesern aus dem Castrop-Rauxeler Süden und aus dem Bochumer Osten. Weitere Infos sind derzeit noch nicht bekannt.

Erstmeldung um 17.00 Uhr:

Seit 16.40 Uhr ist die Bochumer Feuerwehr bei einem Autoverwerter-Betrieb an der Daimlerstraße im Einsatz. Pressesprecher Martin Weber sagte gerade auf Anfrage, dass dort über 50 Fahrzeuge brennen. Die Rauchwolke ist, begünstigt durch den bedeckten Himmel, weithin sichtbar und tief schwarz.

Diese Aufnahme von der dicken Rauchwolke um 17 Uhr erreichte uns aus Merklinde vom Leser Karl-Heinz Hoffmann.

Diese Aufnahme von der dicken Rauchwolke um 17 Uhr erreichte uns aus Obercastrop vom Leser Karl-Heinz Hoffmann. © Karl-Heinz Hoffmann

Die Feuerwehr ermahnt Anwohner, Fenster und Türen sollen geschlossen zu halten. Der Einsatz werde sich noch über viele Stunden hinziehen.


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