Tausende Euro Kosten, kein Ertrag: Corona-Rechnung eines Busunternehmers

rnCorona-Krise

Die Kulisse war aus der Luft besehen eindrucksvoll: Aufgereiht an der B235 in Castrop-Rauxel stellten Busunternehmer ihre Reisebusse auf, um zu protestieren. Es geht ums wirtschaftliche Überleben.

Castrop-Rauxel

, 18.05.2020, 20:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise trifft die Reisebranche wohl am härtesten: Durch die verabschiedeten Verordnungen sind seit Mitte März kaum Umsätze zu machen. Reisebus-Unternehmen haben nun ihrem Unmut Gehör verschafft.

Über 80 Omnibusse aus der Region versammelten sich am Montag ab 10 Uhr auf der B235 in Castrop-Rauxel. Sie drückten so ihren Protest gegen die Corona-Bestimmungen aus und plädieren dafür, möglichst schon zu Beginn der Sommerferien wieder fahren zu dürfen.

Über 80 Omnibusse aus der Region versammelten sich am Montag ab 10 Uhr auf der B235 in Castrop-Rauxel. Sie drückten so ihren Protest gegen die Corona-Bestimmungen aus und plädieren dafür, möglichst schon zu Beginn der Sommerferien wieder fahren zu dürfen. © Tobias Weckenbrock

Mehr als 80 Busse, die ansonsten seit acht Wochen fast nur in den Depots und Garagen der Unternehmen stehen und auf die nächsten Einsätze vergeblich warten, haben sich am Montag an der Bundesstraße B235 in Castrop-Rauxel, gleich oberhalb der Autobahn A42 versammelt. Hier begann gegen 10 Uhr eine Protestaktion über die Autobahnen im Ruhrgebiet, die vor allem auf Luftbildern Eindruck schindet.

Merkel-Puppe auf dem Reiseleiter-Sitz

Auf den Reiseleiter-Sitz des ersten Busses im Konvoi hat der Kölner Busunternehmer „extra tour“ Kanzlerin Angela Merkel drapiert. „Soforthilfe für Busse statt Geister-Reisen“ steht in der Frontscheibe, darüber prangt ein Fußball-Aufkleber, der wohl symbolisieren soll: Die Bundesliga darf, wir dürfen nicht.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

100 Reisebusse bei Corona-Demo in Castrop-Rauxel

Sie demonstrierten gemeinsam gegen die Beschränkungen, die ihnen die Politik in der Corona-Krise auferlegt hat: Reisebus-Unternehmen dürfen derzeit nicht fahren, damit sich die Fahrgäste nicht gegenseitig anstecken. Das halten die Chefs der oft kleinen Unternehmen für unfair. Sie fordern eine Kompensation der laufenden Kosten in einer Zeit, in der sie überhaupt keine Einkünfte erzielen - und eine schnelle Exit-Strategie für eine Öffnung bis zu den Sommerferien.
18.05.2020
/
Über 88 Omnibusse aus der Region versammelten sich am Montag ab 10 Uhr auf der B235 in Castrop-Rauxel. Sie drückten so ihren Protest gegen die Corona-Bestimmungen aus und plädieren dafür, möglichst schon zu Beginn der Sommerferien wieder fahren zu dürfen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Über 88 Omnibusse aus der Region versammelten sich am Montag ab 10 Uhr auf der B235 in Castrop-Rauxel. Sie drückten so ihren Protest gegen die Corona-Bestimmungen aus und plädieren dafür, möglichst schon zu Beginn der Sommerferien wieder fahren zu dürfen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Daniel Minarzek, Busunternehmer aus Datteln, hatte die Protestaktion in Castrop-Rauxel mit einem anderen Unternehmer aus Datteln auf die Beine gestellt. Er sagte im Interview mit unserer Redaktion, dass er seit acht Wochen keinen Cent verdient habe und diese Situation maximal noch vier bis acht Wochen durchhalten könnte.© Tobias Weckenbrock
Jochen Bisoke führt ein kleines Busunternehmen in Velbert. Er hat zwei Omnibusse und zahlt in Summe allein dafür rund 7600 Euro im Monat, auch wenn sie nicht fahren.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock
Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.© Tobias Weckenbrock

Reisebusse fahren seit Mitte März, also inzwischen acht Wochen, nicht mehr. Die Gefahr einer Verbreitung des Coronavirus war der Politik zu groß. Anders als der öffentliche Personen-Nahverkehr, der auch durch Busse und Bahnen bestritten wird, ist er als nicht systemrelevant eingestuft. Reisen ist generell kaum möglich, weil Grenzen dicht sind. Darum brach für die Busunternehmer von heute auf morgen das Geschäft zusammen.

Daniel Minarzek, Busunternehmer aus Datteln, hatte die Protestaktion in Castrop-Rauxel mit einem anderen Unternehmer aus Datteln auf die Beine gestellt. Er sagte im Interview mit unserer Redaktion, dass er seit acht Wochen keinen Cent verdient habe und diese Situation maximal noch vier bis acht Wochen durchhalten könnte.

Daniel Minarzek, Busunternehmer aus Datteln, hatte die Protestaktion in Castrop-Rauxel mit einem anderen Unternehmer aus Datteln auf die Beine gestellt. Er sagte im Interview mit unserer Redaktion, dass er seit acht Wochen keinen Cent verdient habe und diese Situation maximal noch vier bis acht Wochen durchhalten könnte. © Tobias Weckenbrock

Daniel Minarzik (43) aus Datteln sagt im Interview mit unserer Redaktion auf die Frage, was er in den vergangenen acht Wochen verdient habe: „Nichts.“ Das ist für den Lebensunterhalt fatal, vor allem wenn man bedenkt, dass die Kosten weiter laufen. Jochen Bisoke aus Velbert kann das beziffern: „Jeder Bus kostet für die Kreditraten 3000 Euro im Monat und 800 Euro für die Versicherung.“ Er hat zwei Busse, muss also monatlich 7600 Euro berappen. Dazu hat er einen angestellten Busfahrer.

Stundung und Kredite helfen nicht

Bisolke sagt: „Schauen Sie sich hier um: Wir haben alle investiert, um moderne und umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße zu bringen und halten einen Fuhrpark vor, der auch Geld kostet, wenn er steht.“ Selbst wenn er Kosten von der Bank gestundet bekäme: „Es ist Geld, das wir irgendwann zahlen müssen. Uns hilft Stundung oder eine Kreditaufnahme nicht, denn das kommt oben auf unsere monatlich eh schon bestehende Belastung drauf.“

Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen.

Die Reisebus-Protestaktion in Castrop-Rauxel behinderte den Verkehr nur marginal, sorgte aber für Aufsehen: Mit einer Todesanzeige als zentralem Protestplakat zeigten die Reisebus-Unternehmer, dass sie ihrem betrieblichen Ende entgegen sehen, wenn sie nicht bald eine Perspektive bekommen und zumindest ihrer weiter laufenden Betriebskosten erstattet bekommen. © Tobias Weckenbrock

Die Verantwortung dafür sehen die Busunternehmer bei Bundes- und Landesregierungen: „Im Grunde haben sie gesagt: ‚Wir nehmen eure Busse und stellen sie in die Hallen, damit die Bevölkerung vor Infektionen mit dem Virus geschützt wird.‘ Es ist glaube ich kein Unternehmer hier, der diese Maßnahmen infrage stellt. Sie haben ja auch zum Erfolg geführt. Aber wir sind jetzt in einer Situation, wo darüber nachgedacht werden muss, wie man handelt, damit die Unternehmer diese Krise überstehen.“

Video
100 Reisebusse bei Corona-Demo in Castrop-Rauxel

Deshalb übergab Initiator Daniel Minarzik einen Forderungskatalog an einen Politiker, der sie nach Berlin tragen werde. „Wenn wir nicht bald eine Exit-Strategie bekommen, können wir noch vier bis acht Wochen durchhalten“, so der Dattelner. Dann werde es für die Branche brenzlig. Akzeptabel sei, „wenn wir in sechs Wochen, also zu Beginn der Sommerferien, wieder rollen können“. Dann beginnt die Hochsaison des Jugendtourismus‘. „Ich will hoffen, dass es was wird - daran glauben will ich auch. Aber wir brauchen Unterstützung.“

Ansteckungsgefahr ist „regelbar“

Und wie will man Ansteckungen vermeiden? „Das ist alles regelbar“, sagt Minarzik. Zur Not mit Masken, wie Jochen Bisoke aus Velbert sie vorführt: Er will sie allen Fahrgästen zur Verfügung stellen, die keine besitzen.

Um 11 Uhr rollten die Reisebusse in einem Konvoi auf die A42 und über die A43 und A2 nach Oberhausen. Dort hatte Busbauer MAN die Busunternehmen auf sein Gelände eingeladen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt