900 Kilometer Anreise extra für Castrop kocht über

Gourmetfest auf dem Altstadtmarkt

Man sagt ja, "Castrop kocht über" sei so ein Fest, für das die "Weggezogenen" zurück in ihre Heimat kommen. Im Fall von Daniela Hennrich stimmt das: Über 900 Kilometer Anreise hat die gebürtige Castrop-Rauxelerin für "Ckü" 2017 auf sich genommen. Warum? Das hat sie uns erklärt.

CASTROP-RAUXEL

, 14.06.2017, 06:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
900 Kilometer Anreise extra für Castrop kocht über

Daniela Hennrich reist extra aus Wien für "Castrop kocht über" an.

Daniela Hennrich (geb. Mastalerczyk) lebt in Wien. Eigentlich ist sie Castrop-Rauxelerin, aufgewachsen in der Stadt. Heute ist sie 52 Jahre alt, hat zwei Kinder im Alter von 19 und 21 Jahren und lebt in Wien – und das schon seit etwa 25 Jahren. Denn sie ist eine der Ausgewanderten, die zu diesem Fest zurückkommen in die Heimat im Ruhrgebiet. Um mit Altbekannten zu feiern. Kurz vor ihrem Abflug in Wien telefonierte Redakteur Tobias Weckenbrock am Dienstag mit ihr. Das hat sie ihm erzählt:

„Ich bin seit heute im Urlaubsmodus: Um 12.30 Uhr geht der Flieger von Wien in die Heimat. Ich war schon ewig nicht mehr bei ‚Castrop kocht über‘, kenne es aber aus den Anfängen. Als ich in Bielefeld gewohnt habe, bin ich noch regelmäßig zum Feiern hergekommen. Am Adalbert-Stifter-Gymnasium habe ich Abitur gemacht und dann eine Ausbildung bei Flohe in Habinghorst zur Industriekauffrau. Dann bin ich nach Bielefeld gegangen, habe dort ein Volontariat beim Westfalenblatt gemacht. 1991 lernte ich meinen Mann auf Kreta kennen. Seit 1993 bin ich in Österreich und lebe etwas außerhalb von Wien im Wiener Wald. Ich habe beim ‚Kurier‘ als Redakteurin gearbeitet, später bei der ‚Presse‘, habe dann zwei Kinder bekommen und eine PR-Agentur aufgemacht, wo ich im Bereich Gesundheit/Medizin arbeite.

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Mein letzter Besuch in Castrop-Rauxel ist noch gar nicht lange her. Anfang des Winters habe ich die Kabarett-Bustour Nachfahrt live mitgemacht. Meine Eltern wohnen in Ickern, eine meiner besten Freundinnen, Katja, arbeitet bei Tante Amanda in der Buchhaltung. Sie hat gesagt, ich müsste unbedingt kommen. Darum bin das ganze lange Wochenende über in Castrop. Ich habe auch eine Freundin in Dortmund, mit der ich sonst immer gern ins Strobels gehe – zum Tanzen. Das muss aber diesmal ausfallen. Wenn ich heimkomme, denke ich immer: Ach, wie schön! Castrop-Rauxel hat sich total positiv verändert in den vergangenen Jahrzehnten. Ich kenne es noch in Schwarz von der Schwerindustrie. Die Lebensqualität im Ruhrgebiet hat insgesamt dazu gewonnen; das Industriedesign ist heute richtig lässig. Und vor allem sind die Leute unkompliziert – gerade im Vergleich zu den diplomatischen Gesprächen, die man hier in der ‚Wiener Schmäh‘ führt. Im Ruhrgebiet sind alle frei raus. Die Mentalität der Österreicher ist anders, das musste ich hier in Wien erst lernen.

Meine Eltern gehen mit zu ‚Castrop kocht über‘. Und meine Freundin. Ich treffe auch meine Cousine, Kirsten Berg, Dirk Wenge; Christian Müller, der bei der Metro in Hongkong arbeitet, müsste eigentlich auch kommen, Ralf ‚Fips‘ Krämer… viele, die mit mir in der Schule waren. Ich habe gehört, die stellen schon mal das Bier kalt.“

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