AfD tritt in Castrop-Rauxel nicht bei der Wahl zum Stadtrat an

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Die AfD tritt im September nicht zur Wahl des Castrop-Rauxeler Stadtrates an. Das gab der Stadtverbandssprecher Peter Lipa am Freitag bekannt. Trotz Aufruf fehlen die Kandidaten.

Castrop-Rauxel

, 17.07.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn im September der Stadtrat in Castrop-Rauxel gewählt wird, kann für die AfD keine Stimme abgegeben werden. Sie wird nicht antreten. „Schweren Herzens mussten wir uns entscheiden, mangels Kandidaten an der Wahl zum Stadtrat von Castrop-Rauxel im September 2020 nicht anzutreten“, sagt Peter Lipa, Stadtverbandssprecher der AfD Castrop-Rauxel. Er ist allerdings überzeugt: „Wähler hätten wir wohl genug.“

Dagegen konnten die vier Castrop-Rauxeler Wahlbezirke für den Kreis Recklinghausen besetzt werden, so Lipa. Aber nur in einem Bezirk kandidiert jemand aus Castrop-Rauxel. „Er will nicht genannt werden“, sagt Lipa auf Nachfrage. Die anderen drei kämen aus anderen Städten des Kreises.

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Zuletzt waren es nur zwei Castrop-Rauxeler, die für den Stadtrat kandidieren wollten, sagt Lipa auf Anfrage unserer Redaktion. Zu wenig. „Wir haben viel versucht“, sagt der Stadtverbandssprecher, „sogar Zeitungsanzeigen geschaltet.“ Die seien erfolgreich gewesen, sagt Lipa. Trotzdem kandidiert im September niemand.

„Furcht vor Repressalien“

Weniger als 20 Mitglieder zählt der Stadtverband. „Im Kreis sind es über 200. Damit ist er der größte Kreisverband der AfD in NRW“, so Lipa. Warum fanden sich keine Kandidaten? Peter Lipa sieht als Grund „die Furcht vor Repressalien“, die für die Mitglieder ausschlaggebend gewesen sei, nicht zu kandidieren.

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Er selbst habe andere Erfahrungen gemacht. „Seit ich 2016 in die AfD, wegen der Rundfunkgebühr, eingetreten bin, habe ich selbst noch nie ernsthafte Anfeindungen erlebt“, sagt er. An Infoständen hätte er auch zustimmende Rückmeldungen bekommen. „Aber Angst ist etwas Irrationales.“

Andere Städte im Kreis Recklinghausen seien dafür gut aufgestellt, teilweise auch mit Bürgermeisterkandidaten. Peter Lipa selbst hätte nie erwogen, für den Stadtrat zu kandidieren, sondern ein anderes Ziel im Auge gehabt. Das habe jetzt auch funktioniert, so der Castrop-Rauxeler: „Am 26. Juni bin ich in Düsseldorf zum Leiter des Landesfachausschusses Heimat, Kommunales, Bauen und Wohnen der AfD Nordrhein-Westfalen gewählt worden, was ich jetzt als meine Hauptaufgabe betrachte.“

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Auf den Wahlzetteln wird sein Name bei der Kommunalwahl aber doch zu finden sein. „Ich selbst trete als Listenkandidat für das Parlament des Regionalverbands Ruhr an“, sagt er. Platz 13 sei aber aussichtslos. Die Wahl des Ruhrparlaments findet am 13. September zeitgleich mit der Kommunalwahl statt. Dazu gibt es einen weiteren Stimmzettel.

Wahlkampf will die AfD wegen der Kreistagswahl dennoch in Castrop-Rauxel machen. Peter Lipa: „Wir werden Infostände haben und plakatieren.“

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