Alte Eiche: Eichen-Vereinsvorstand und BUND stehen hinter der Lösung

rnNaturschutz

Die Eichen-Einigung sorgt weiter für Diskussionen. Der Vorstand des Eichen-Vereins zeigt sich nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis. Und der BUND sieht einen fairen Kompromiss.

Castrop-Rauxel

, 18.04.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Alte Eiche an der Heerstraße ist - wenn dem jetzt ausgehandelten Kompromiss zugestimmt wird - wahrscheinlich gerettet. Wie Leonore Schröder, Wolfgang Schlabach und Ursula Mintrop mitteilen, hätten zwar „die Blütenträume, dieses ökologisch hochwertige Ökotop in Gänze zu erhalten, begraben werden müssen, aber dieser für Castrop-Rauxel einmalige Baum bleibt erhalten.“

Kompromiss rufe bei einigen Enttäuschung hervor

Nach einem Kampf von über einem Jahr, in dem sich fast 7000 Menschen in einem Bürgerbegehren für den Erhalt des Baumes ausgesprochen hätten, in dem es Gespräche und Anträge, Klagen und die Baumbesetzung gegeben habe, rufe der nun zwischen dem Investor, dem BUND und der Verwaltung ausgehandelte Kompromiss bei einigen Enttäuschung darüber hervor, dass das Gebiet an der Emscher nicht völlig frei vor einer Bebauung bewahrt und nicht als Teil der Naturlandschaft Emscherland erhalten werden könne, so der Verein.

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„Aber die in ebenso langer Zeit zugunsten der Bebauung gelaufene Faktenschaffung lässt diese Wünsche als utopisch und wenig realisierbar erscheinen“, zeigt man sich realitätsnah. Deshalb stehe der Vorstand des Vereins hinter der gefundenen Lösung, die den Baum in den geänderten Bebauungsplan mit ausreichendem Platz einbaue.

Unmutsbekundungen ohne Rücksprache

Dass nun ohne Rücksprache untereinander der Unmut einzelner öffentlich geäußert werde, sei hoch bedauerlich und weder demokratisch noch solidarisch, hieß es in der Pressemitteilung des Vereinsvorstands von Freitag. Am Sonntag folgte allerdings ein Teil-Rückzieher bezogen auf die Bewertung undemokratisch und unsolidarisch. „Wir halten im Nachhinein diese Bewertung für unzutreffend und diskreditierend“, hieß es in einem Schreiben Leonore Schröders an die Redaktion.

Mit der Passage der Pressemitteilung hatte der Vorstand des Vereins auf die Vorwürfe von Ulrich Häpke und Johannes („Hambi Potter“) reagiert, die zuletzt für Unmut und Verwunderung gesorgt hatten. Leonore Schröder unterstrich in diesem Zusammenhang noch einmal: „Johannes schreibt nicht im Namen unseres Vereins, sondern ausschließlich in seinem Namen.“

BUND: „Überragendes gesellschaftliches Engagement“

Thomas Krämerkämper, der die Verhandlungen für den BUND geführt hatte, sieht die Bemühungen der Eichen-Befürworter bestätigt: „Die nun gefundene Lösung ist ein guter und fairer Kompromiss. Durch den zwischenzeitlichen Erwerb der Flächen durch den Investor Dreigrund führte kein Weg an einer Verhandlungslösung vorbei, um die Eiche langfristig zu erhalten.“ Entscheidend dazu beigetragen hat nach Ansicht des BUND „das überragende gesellschaftliche Engagement der Bürger“.

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Dass die Fraktionen der Grünen, der FWI, CDU und SPD in ihrem gemeinsamen Antrag nun diesen Lösungsvorschlag gemeinsam aufgriffen, freue den BUND. Der Umweltverband sichere im Gegenzug nun zu, sich mit seiner Naturschutzstiftung in Zusammenarbeit mit dem Verein „Rettet die Alte Eiche“ dauerhaft für die Gestaltung und Pflege des Platzes der ‚Alten Eiche‘ engagieren zu wollen.

Politische Einschätzungen

  • FDP: Während sich SPD, CDU, FWI und Grüne hinter den Kompromiss stellen, befürchtet die FDP, dass jede weitere Abänderung des ursprünglichen Bebauungsplanes die Gefahr mit sich bringe, „dass hier nicht mehr der alte Bebauungsplan geheilt wird, sondern formal ein neuer Bebauungsplan entsteht“. Dies könne „zu weitreichenden juristischen Konsequenzen - und neuen Klagen - führen“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende Nils Bettinger. Die FDP habe bereits am 9. März einen Antrag entwickelt, der im Kern sicherstelle, dass die Eiche stehen bleibe und die möglichen Verfahrensmängel behebe. Die FDP habe hier den klar besseren, sowie praktikableren und vor allem angemesseneren Vorschlag vorgelegt.
  • Linke: Die Linke schließlich sieht sich aufgrund der bisher „spärlichen Informationen und des Zeitdrucks nicht in der Lage, kurzfristig zu den Veränderungen Stellung zu nehmen“, so Meinolf Finke. Die Fraktion habe daher beantragt, die Diskussion des Rates darüber auf die nächste Ratssitzung am 25. Juni zu verschieben.
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