Andre Hauter trat bei "50 Jahre Deininghausen" auf

Ortsteil-Fest

50 Jahre Deininghausen feierten die Bewohner mit einem Ortsteil-Fest am Samstag in Nachbarschaft des Grutholzes. Auf der kleinen Bühne, die zum Fest auf dem Bärenplatz errichtet wurde, trat am späten Samstagnachmittag auch Andre Hauter auf. Worüber er sang, könnte auch für den Ortsteil stehen.

DEININGHAUSEN

, 10.09.2017, 19:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Andre Hauter trat bei "50 Jahre Deininghausen" auf

Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.

„Seit 1979 feiern wir hier jedes Jahr ein Kinder- und Familienfest“, erklärt Dieter Mertens, stellvertretender Vorsitzender des Vereins Bürger für Deininghausen, „nur einmal haben wir ausgesetzt.“ Zum 50-jährigen Bestehen darf es etwas mehr Programm sein. So betritt am späten Samstagnachmittag Andre Hauter die kleine Bühne, die zum Fest auf dem Bärenplatz errichtet wurde.

Der 30-jährige Musiker hat einen Teil seiner Jugend in Deininghausen verbracht. Und das Wetter über seinem alten Heimatort meint es gut mit ihm, nachdem es dort zuvor ergiebig geschüttet hatte. In Sprechgesang erzählt er von Liebe und Verlust. „Ich möchte den Leuten etwas geben“, sagt der Ex-Deininghausener, „und es ist leichter über etwas zu schreiben, was man selbst erlebt hat.“

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Das Stadtteilfest 50 Jahre Deininghausen

50 Jahre Deininghausen feierten die Bewohner mit einem Ortsteil-Fest am Samstag in Nachbarschaft des Grutholzes. Auf der kleinen Bühne, die zum Fest auf dem Bärenplatz errichtet wurde, trat am späten Samstagnachmittag u.a. Andre Hauter auf.
10.09.2017
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Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Volker Engel
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Volker Engel
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Volker Engel
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Christian Püls
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Volker Engel
Zum Fest "50 Jahre Deininghausen" gab es ein Open-Air-Konzert mit Andre Hauter und anderen Musikern.© Foto: Volker Engel
Schlagworte Castrop-Rauxel

Mit 15 oder 16 Jahren sei er nach Deininghausen gekommen, ungefähr zwei Jahre später habe er mit der Musik angefangen. Damals mit Unterstützung von Kosta Daniilidis, Mitarbeiter im Team Jugendarbeit der Stadt, so Manfred Herold, der zwölf Jahre für das Stadtteil-Management in Deininghausen zuständig war. Der Pensionär kümmert sich nun im Mini-Job um den Stadtteil – zumindest bis zum Ende des Jahres. Vor zehn Jahren ist er selbst in die Satellitenstadt gezogen. „Hier kann man gut leben“, so Herold.

Seine ehemaligen Nachbarn in Lünen hätten sich überrascht gezeigt. Der Castrop-Rauxeler Trabanten-Ortsteil gilt etlichen Leuten schließlich als Problembereich. „Dumme Vorurteile“, sagt Herold.

Die von 1965 bis 1967 errichteten vierstöckigen Hochhäuser bilden immer noch den Kern der Siedlung. Für rund 3000 Einwohner war die Anlage errichtet worden. 1969 verzeichnet Deininghausen 3219 Einwohner. Es ist die Hochzeit des Stadtteils. Mit Schule, Post, zwei Gaststätten und diversen Einzelhändlern für den täglichen Bedarf mangelt es vor Ort nicht an Infrastruktur.

Neue Herausforderung

Doch dann kam der erste Umbruch. Der Stadtteil hat heute ein eher mäßiges Image. „Das war hier zunächst eine beliebte Wohngegend, die bei gut bezahlten Arbeitern geschätzt war“, sagt Dieter Mertens, „nachdem Victor dichtgemacht hatte, fand hier ein Auszug statt.“

Die Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Stadtteils berichtet zudem: „Die durchweg jungen Einwohner waren sich fremd. Sie behielten die sozialen Bindungen zu ihren alten Stadtteilen, ein ,Wir-Gefühl‘ kam nicht auf. Kein Sportverein trägt zum Beispiel die Farben Deininghausens.“

Und auch 50 Jahre später befindet sich der Ortsteil im stetigen Umbruch. Unter 1900 Einwohner hatte man 2015 verzeichnet, durch den Zuzug von Flüchtlingen stünde man nun wieder bei rund 1900 Bewohnern in Deininghausen. Eine neue Herausforderung für den Stadtteil.

Hauter ist jetzt Bochumer

Der war bereits bei der Aussiedlerwelle aus den ehemaligen Ostblockstaaten in den 1990ern gefordert gewesen. Mit Sprachkursen wandte man sich den neuen Bewohnern zu. „Doch der gewünschte Erfolg bleibt aus“, heißt es in der Festschrift, „die Jugendlichen versuchen nicht, sich gegenseitig kennenzulernen.“ Ob sich Herold auch künftig um den Stadtteil kümmern wird, liegt nach seinen Worten in den Sternen. Derzeit suche man in der Verwaltung nach Möglichkeiten.

Musiker André Hauter ist inzwischen weg aus Deininghausen, lebt nun in Bochum, mit häufig fahrenden Bussen und einer lebendigen Innenstadt. Derzeit will er nicht zurück nach Deininghausen. „Vielleicht später mal.“ 

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