Angeklagter musste gewaltsam aus seinem Auto geholt werden

rnAmtsgericht

Eine eigentlich harmlose Polizeikontrolle ist im Herbst vergangenen Jahres aus dem Ruder gelaufen. Am Amtsgericht wurde dem renitenten Rentner jetzt der Prozess gemacht.

Castrop-Rauxel

, 02.03.2019 / Lesedauer: 3 min

Die beiden Polizeibeamten hatten sich im vergangenen Herbst an der Wartburgstraße positioniert, um den Verkehr zu überwachen. Da fiel ihnen ein Autofahrer auf, der den Gurt nicht angelegt hatte. Sie fuhren ihm hinterher Richtung Kanalstraße. Weil diese eigentlich alltägliche Situation eskalierte, trafen sich zwei der Polizisten und der Fahrer nun im Amtsgericht wieder.

Denn der 38-jährige Mann hatte ordentlich auf das Gaspedal gedrückt, als die Polizei ihn verfolgte. „Obwohl wir sämtliche Mittel eingesetzt haben, um auf uns aufmerksam zu machen“, wie eine 23-jährige Polizistin zu Protokoll gab.

Autofahrer verlangt Dienstausweise

In der Nähe der Kanalbrücke hielt der Wagen zwar, doch das übliche Prozedere, Papiere vorlegen, Warndreieck und Verbandkasten zeigen, lief aus dem Ruder. „Ich wollte die Dienstausweise der Polizisten sehen, doch die meinten nur, man sehe ja an ihrer Uniform, wer sie seien“, wand der Angeklagte ein. Er habe für das Gespräch sein Fenster gerade mal einen Zentimeter heruntergelassen, so die Polizistin.

Mit seinen Papieren hielt sich der 38-Jährige dann auch bedeckt. „Warndreieck und Verbandkasten habe ich nicht gezeigt“, so der Angeklagte. Er habe gewusst, dass er kein Warnschild im Auto gehabt habe, und der Verbandskasten sei ebenfalls daheim geblieben, weil er ein Pflaster für eines seiner Kinder gebraucht hätte.

Mann gewaltsam aus dem Urlaub geholt

Und seine Papiere konnte die Polizei erst aus dem Wagen nehmen, nachdem sie ihn gewaltsam aus dem Fahrzeug geholt hatten. Dazu hatten die beiden Beamten, die den 38-Jährigen verfolgt und gestoppt hatten, Verstärkung gefordert.

Gemeinsam schafften sie es, den Mann aus dem Wagen zu zerren, wobei er sich heftig gewehrt und um sich geschlagen haben soll. Erst habe er wie eine Schildkröte auf dem Rücken gelegen, sei dann gedreht worden, um fixiert werden zu können, so ein zweiter Polizist im Zeugenstand, der mithalf, den Mann zu Wache zu bringen.

Geringe Menge Rauschmittel im Blut

Dort wurde auch eine Blutprobe entnommen, die den Konsum von Rauschmitteln bestätigte. Allerdings in so geringen Mengen, dass es unterhalb der strafbaren Dosis lag.

Das Urteil: Eine Geldstrafe über 1200 Euro wegen Widerstands. Der Vorfall wäre bei Kooperation deutlich günstiger ausgefallen.

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