Ansichtskarte überbringt Grüße aus „Castroß-Rauxel“

rnKurioser Schreibfehler

Postkarten sollen dem Empfänger eine Freude machen. Mit lieben Grüßen aus dem Urlaub oder zum Geburtstag. Etwas mehr Freude kommt noch dazu, wenn aus einem „p“ ein „ß“ wird.

Castrop-Rauxel

, 01.02.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fehler passieren. Jeden Tag. Manche haben schwerwiegende Konsequenzen, manche sind einfach nur peinlich und manche so kurios, dass man sich fragt, wie es nur dazu kommen konnte. Die schönsten Fehler sind allerdings die, über die man schmunzeln kann und bei denen niemand zu Schaden kam.

Zwei Fehler der letzteren Art haben sich auf einer Ansichtskarte von Castrop-Rauxel eingeschlichen. Neben den zehn kleinen Motiven von bekannten Gebäuden und Plätzen wird die Europastadt nämlich umgetauft: „Castroß-Rauxel“ steht in großen, geschwungenen Lettern darauf zu lesen. So richtig aufgefallen ist das für lange Zeit wohl nicht. Auch nicht, dass das Restaurant im Schloss an der Dortmunder Straße mitnichten „Hasus Goldschieding“ heißt.

Auch Günter Moryson (67) hat das zunächst nicht bemerkt, der ein Exemplar der Karte lange bei sich zu Hause im Schrank liegen hatte. Gekauft habe er sie im Oktober 2018. „Ich habe immer gerne einige Karten zu Hause, die ich dann zu Geburtstagen an Freunde schicken kann“, sagt er. So auch am Dienstag. Erst als Moryson die Karte beschriftet hatte und auf dem Weg aus dem Haus zur Post war, fiel ihm auf: Irgendwas stimmt doch da nicht mit dem Schriftzug. „Dann hab ich geschmunzelt, noch mal zum Stift gegriffen und meinem Freund eine Notiz auf die Rückseite geschrieben.“ Abgeschickt hat er das Mängelexemplar trotzdem. Hat ja auch einen gewissen Seltenheitswert und den lieben Grüßen an den Freund ist ein Tippfehler auf der Vorderseite natürlich nicht abträglich.

Kurioser Schreibfehler mogelt sich durch alle Korrekturen

Auch wenn Fehler auf Postkarten sicherlich mal vorkämen, sei es schon verwunderlich, dass die „Castroß-Rauxel“-Karte es 2016 bis in die Produktion und die Auslieferung geschafft habe, sagt eine Sprecherin der produzierenden Firma type art satz&grafik GmbH in Dortmund. Bei tausenden Postkarten, die die Firma produziere, viele davon für kleinere Orte in ganz Deutschland, ließen sich Fehler aber nie ganz vermeiden.

Normalerweise durchliefen die Karten mehrere Prüfungen. Zunächst beim Entwurf in der Firma, dann beim Kunden vor Ort und vor dem Druck noch ein weiteres Mal wieder in der Firma. „Da hat sich dieses Exemplar irgendwie durchgeschlängelt.“ Die Fehler seien schon länger korrigiert, die Karte mit der Bezeichnung „Cas111“ kommt also nicht mehr aus „Castroß-Rauxel“. Und die meisten Fehlexemplare sollten aus den Läden verschwunden sein.

Vier Exemplare waren noch in Buchhandlung zu finden

Günter Moryson hat am Dienstag aber noch welche auftreiben können. In der Mayerschen Buchhandlung, die er nach dem Gang zum Briefkasten nämlich aufsuchte. „Vier Stück habe ich noch gefunden und sofort gekauft. Vielleicht gewinnen sie ja irgendwann mal an Wert“, sagt er und lacht.

Eine Hoffnung, die sich wohl nicht erfüllen wird. Denn Fehldrucke bei Postkarten hätten, so schätzt die Sprecherin der Kartenfirma, normalerweise keinen besonderen Sammlerwert.

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