Schmuddelecke in Habinghorst: Anwohner beschwert sich über Müll, Scherben und Altöl

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Die Zustände hinter dem Penny in Habinghorst sind ein „Unding“, beschwert sich ein Anwohner. Müll an vielen Ecken, sogar Altöl sickert in den Boden. Der Stadt wirft der Mann Untätigkeit vor.

Habinghorst

, 15.03.2020, 19:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Franz Niewelt ärgert sich auch Stunden später noch kolossal: Am Morgen hat er beim Spazieren mit dem Hund rund um die Kampstraße in Habinghorst wieder jede Menge Müll herumliegen sehen, musste Scherben ausweichen, sah Altöl in einer Wiese versickern. „Es ist einfach ein Unding“, sagt Franz Niewelt über die Zustände an der Kampstraße, besonders hinter dem Parkplatz des Penny-Marktes.

Dort liegt ein kleiner öffentlicher Parkplatz, dessen Vermüllung Niewelt schon länger ein Dorn im Auge ist. Auch den anderen Anwohnern stinke das Ganze gewaltig. „Das ist ein Dauerbrenner hier“, sagt Niewelt, der in Habinghorst den Laden „Hanf legal“ betreibt.

Beschwerde beim Bürgermeister

Am Montag (9. März) hat Niewelt Bürgermeister Rajko Kravanja eine E-Mail geschrieben, um sich über die Schmuddelecke zu beschweren. Am Morgen war er mit seinem Hund unterwegs und musste sich einen sicheren Weg suchen, denn ein Teil der Kampstraße war großflächig mit Scherben übersät. Ein Nachbar habe sein Fahrrad über die Stelle tragen müssen.

Scherben überall auf der kleinen Stichstraße an der Kampstraße hinter dem Penny-Markt: Solche Zustände seien keine Seltenheit, berichtet ein Anwohner.

Scherben überall auf der kleinen Stichstraße an der Kampstraße hinter dem Penny-Markt: Solche Zustände seien keine Seltenheit, berichtet ein Anwohner. © Franz Niewelt

Am meisten ärgert Niewelt folgende Beobachtung: Ein Mitarbeiter des Stadtbetriebs EUV sei mit einem EUV-Fahrzeug vor Ort gewesen, ohne etwas gegen die Scherben zu unternehmen, obwohl hinten auf dem Fahrzeug jede Menge Besen gestanden hätten. „Der ist sogar über die Scherben gefahren“, beschwert sich Niewelt.

Außerdem ist dem Habinghorster an dem Morgen ein auf dem Grünstreifen geparktes Fahrzeug aufgefallen. Auch ein Fahrzeug ohne Kennzeichen parkte im öffentlichen Raum. Mehrere Gefäße mit Altöl, das schon in die Wiese sickert, stünden auf einer Grünfläche. Und so sähe es an der Stelle ständig aus, sagt Niewelt. „Das ist ein Thema, das die Leute hier bewegt“, so Niewelt.

Das Altöl hat jemand einfach auf einem Stück Wiese hinter dem Penny-Parkplatz entsorgt. Das Öl läuft schon auf die Wiese.

Das Altöl hat jemand einfach auf einem Stück Wiese hinter dem Penny-Parkplatz entsorgt. Das Öl läuft schon auf die Wiese. © Franz Niewelt

Es ändere sich aber nichts, sagt der Habinghorster. Er wirft der Stadt Untätigkeit vor. Auf der Langen Straße würden akribisch Parkscheiben kontrolliert, aber hinter dem Penny-Markt sei keiner zuständig. „Wenn das Ordnungsamt abkassieren wollte, die könnten sich da jeden Tag hinstellen“, sagt Franz Niewelt.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) kontrolliere die Stelle „täglich in ziviler Kleidung“, verteidigt Pressesprecherin Julia Schulze die Stadt. Das soll die Chance erhöhen, Personen, die einen Ordnungswidrigkeit begehen, zu erwischen. Verschmutzungen melde der KOD dem EUV, damit der diese dann beseitige, heißt es von der Stadt.

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Auch bei abgemeldeten Fahrzeugen werde die Stadt tätig. Zunächst bringe der KOD einen Aufkleber am Auto an, mit dem Hinweis, dass das Fahrzeug entfernt werden muss. Nach fünf bis sechs Tagen werde dann nach dem Halter gesucht. Entfernt der sein Auto nicht, lasse der KOD das abgemeldete Auto per Festsetzungsbescheid nach wenigen Tagen abschleppen.

Doch es gibt ein Problem: „Da die Ermittlung des Halters mitunter viel Zeit in Anspruch nimmt, können bis dahin bis zu acht Wochen vergehen“, so die Stadtsprecherin.

Auch der EUV sei regelmäßig an der Stelle im Einsatz, antwortet Sabine Latterner für den Stadtbetrieb, allein, weil dort ein Container zu leeren ist. „Erst jüngst wieder“ habe der EUV dort Verschmutzungen beseitigt.

Strafen von bis zu 50.000 Euro

Öffentlichen Raum zu verschmutzen, wie die Stelle in Habinghorst, ist eine Ordnungswidrigkeit. Und die kostet den Verursacher Geld, wenn er erwischt wird. Der KOD entscheidet nach Einzelfall und legt die Kreislaufwirtschafts- und Abfallsatzung der Stadt zugrunde. Bis zu 50.000 Euro kann die illegale Entsorgung von Abfällen kosten, heißt es von der Stadt. Je nachdem, wie stark die Abfälle die Umwelt belasten.

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