Arbeitskreis forciert Forschung nach Euthanasie-Opfern

Aktion Stolpersteine

Der Arbeitskreis Stolpersteine wird in Kürze systematische Recherchen über Euthanasie-Opfer unserer Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus aufnehmen. Dazu will der Arbeitskreis in Aktenbeständen nach den Opfern suchen.

CASTROP-RAUXEL

von Von Michael Fritsch

, 07.02.2011, 15:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Gunter Demnig, hier vor der Verlegung des ersten Stolpersteins in Castrop-Rauxel für das jüngste hiesige  NS-Opfer, den zweijährigen Jonathan Meyer.

Gunter Demnig, hier vor der Verlegung des ersten Stolpersteins in Castrop-Rauxel für das jüngste hiesige NS-Opfer, den zweijährigen Jonathan Meyer.

Ein entsprechender Vorstoß sei mit dem Institut für westfälische Regionalgeschichte beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster abgesprochen worden, berichtete der Arbeitskreis-Vorsitzende Hartmut Wittenbreder. Recherche in Aktenbeständen in Münster Das Institut verwaltet die entsprechenden Archive. Ausgangspunkt der Initiative, so Wittenbreder, sei ein Vortrag des LWL-Institutsleiters Professor Bernd Walter vor der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN) im Recklinghäuser Kreishaus mit Akteuren aus Recklinghausen, Bottrop-Gladbeck und Castrop-Rauxel gewesen. Bei dieser Gelegenheit habe Walter zugesagt, den Arbeitskreis bei der Recherche in den münsterschen Aktenbeständen tatkräftig zu unterstützen. Laut Wittenbreder hat Walter die Einschätzung abgegeben, dass die beiden für Castrop-Rauxel bislang konkret genannten Zahlen 54 (Stadthistoriker Dietmar Scholz) und 33 (VVN) weit übertroffen werden dürften. Da die Nachnamen der Opfer häufig nur mit Initialen erwähnt wurden, auf den Transportlisten in die Vernichtungslager wie Hadamar aber vollständig auftauchen, sei es durch entsprechende Abgleiche möglich, den Opfern auf die Spur zu kommen, ist sich Wittenbreder sicher.Arbeitskreis schreibt Nachkommen an

"Wir werden dann mögliche Nachkommen aufsuchen und anschreiben, ob wir für die Opfer Steine mit vollständigen Namen oder auch nur mit dem Initial des Nachnamens setzen dürfen", sagte er.

Darüber hinaus, so Wittenbreder weiter, böten sich auch Unterlagen des Gesundheitsamtes zur Klärung entsprechender Sachverhalte an.

Lesen Sie jetzt