Arbeitsmarkt in Castrop-Rauxel weiter unter Druck

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt in Castrop-Rauxel wird immer noch von der Coronakrise überschattet. Insbesondere der Ausbildungsmarkt bereitet weiterhin Sorgen, doch es gibt auch Lichtblicke.

Castrop-Rauxel

von Nora Varga

, 03.06.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt in Castrop-Rauxel auch im Mai durch Corona angespannt.

Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt in Castrop-Rauxel auch im Mai durch Corona angespannt. © dpa

Eine der spannenden Fragen in Zeiten von Corona ist und bleibt der Einfluss auf den Arbeitsmarkt, der sich durch die Krise schlagartig verändert. Nun hat die Agentur für Arbeit zum zweiten Mal aktuelle Zahlen veröffentlicht.

Die Arbeitslosenzahl ist im Mai erneut deutlich in die Höhe geschnellt. 3303 Personen waren im abgelaufenen Monat in Castrop-Rauxel ohne Job. Das sind 410 Menschen mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,5 Prozent. Zum Vergleich: Im April waren es 8,2 Prozent, im Vorjahr 7,3 Prozent. Hinzu kommen weiterhin viele Kurzarbeiter.

Ein erstes zaghaft positives Zeichen sei, dass mit 92 gemeldeten Arbeitsstellen im Mai nur fünf weniger gemeldet wurden als vor einem Jahr. Insgesamt hatte das Stellenvolumen seit Beginn der Corona-Krise deutlich abgenommen. „Der Druck, den die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt ausübt, ist weiter enorm“, erklärt Stefan Bunse, Leiter der örtlichen Agentur für Arbeit.

„Sorgen bereitet uns auch der Ausbildungsmarkt. Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen in Castrop-Rauxel ist um fast zehn Prozent eingebrochen“, sagt Bunse. Das sei durch die Krise erklärbar. „Aber für eine gesunde Wirtschaft sind die Fachkräfte unabdingbar. Deshalb ist es wichtig und richtig, wenn Betriebe weiter alles daransetzen, Ausbildungen zu realisieren – auch gerade in eigenem Interesse.“

Arbeitsagentur soll im Juli für Notfälle öffnen

Voraussichtlich im Juli wird die Agentur für Arbeit in Castrop-Rauxel für Notfälle nach vorheriger Terminvergabe auch wieder für persönliche Vorsprachen geöffnet sein. „Bis dahin werden in allen Geschäftsstellen einzelne Büros nach den Corona-Sicherheitsregeln und Hygiene-Vorschriften umgestaltet, so dass dann in zwingenden Einzelfällen auch wieder persönlich beraten werden kann“, so Bunse.

Der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und Kunden habe dabei aber weiter höchste Priorität. Deshalb werde die telefonische Beratung oder die Beratung per Skype erst einmal das Regelgeschäft bleiben.

„Wir haben ja zu Beginn der Pandemie schnell auf andere Beratungsformen umgestellt, um weiter durchgehend für unsere Kunden erreichbar zu sein“, erklärt Bunse. Vieles lasse sich so lösen. Aber eben nicht alles. „Manchmal ist ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht einfach auch die bessere Alternative.“

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