ASG-Aula: Theater und Firma wollen nicht mehr buchen

Kritik am Zustand

Nach der Kritik der CDU am Zustand der Aula des Adalbert-Stifter-Gymnasiums melden sich weitere Akteure zu Wort, die die Räume kennen. Sie legen eine lange Mängelliste vor und gehen noch weiter: Einige wollen die Aula nicht mehr buchen.

CASTROP

, 09.02.2017, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
ASG-Aula: Theater und Firma wollen nicht mehr buchen

Die CDU hat den Zustand der ASG-Aula stark kritisiert.

„Der erste Eindruck ist furchtbar“, bestätigt Victor Prill. Er ist Geschäftsführer der Firma Lutts Licht- und Tontechnik Service. Seit etwa sieben Jahren bucht er für seine Kunden auch die ASG-Aula, mittlerweile rät er ihnen aber davon ab.

Das liegt nicht nur am optischen Eindruck, Prill sieht einige Gefahrenstellen in der Aula: So seien die Kulissenzüge aus den Schienen gerutscht, wurden aber nicht abmontiert. „Wenn die locker sind, eine Laientheatergruppe sie benutzt und sie herunterfallen, kann das gefährlich werden“, sagt Prill.

Eine weitere Gefahrenquelle: Auf den Sichtschutzlamellen über der Bühne sammele sich der Staub daumendick. Die Theaterscheinwerfer würden sehr heiß. „Das ist im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich“, so Prill. Das alles habe er den Hausmeistern vor Ort, der Feuerwehr und dem Bauamt schon mitgeteilt. Passiert sei daraufhin aber nichts.

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Ähnliches schildert André Fechner vom Callo-Theater, das dort alljährlich gespielt hat. „In diesem Jahr müssen wir uns wegen des Zustands wohl eine Alternative suchen“, sagt er. Es gebe bereits ein Angebot aus Herten. „Wir würden aber ungern in eine andere Stadt. Das kann ja auch nicht im Interesse der Stadt sein“, sagt er.

Doch der Zustand werde von Jahr zu Jahr schlimmer. Dass die Stadt die Aula verkommen lasse, könne er nicht verstehen. Fechner: „Denn die Infrastruktur ist einfach super, die Bedingungen optimal.“

Stadt gibt 66.000 Euro pro Jahr für die ASG-Aula aus

Im städtischen Haushalt sind 66.000 Euro für die ASG-Aula eingeplant. Das Geld soll in den Brandschutz, zum Beispiel den Rauchabzug, gesteckt werden, sagt Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi auf Anfrage. „Das Immobilienmanagement hat auch die Beschwerden bezüglich des Putzes aufgenommen, wird sie prüfen und gegebenenfalls Abhilfe schaffen“, so Fulgenzi weiter.

Victor Prill plant unterdessen den Bau einer neuen Veranstaltungshalle in Castrop-Rauxel – denn einen Ersatz für die ASG-Aula gibt es seiner Meinung nach nicht. Er möchte ein Kulturkombinat mit Proberäumen bauen. Ähnliche Pläne seien im vergangenen Jahr an anderer Stelle wegen Lärmschutzauflagen gescheitert. Jetzt greift er das Thema noch einmal an.

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