Aus für EvK-Geburtshilfe und Babynest bestätigt

Krankenhäuser in Castrop-Rauxel

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Rochus-Hospital hat das Evangelische Krankenhaus (EvK) am Mittwoch die Schließung seiner Geburtshilflichen Abteilung zum 1. Januar 2016 verteidigt. Die Geburtshilfe am St. Rochus werde dadurch eine Stärkung erfahren. Im Gegenzug übernimmt das EvK Patienten mit bestimmten altersmedizinischen (geriatrischen) Indikationen vom Rochus-Hospital.

Castrop-Rauxel

, 15.07.2015, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aus für EvK-Geburtshilfe und Babynest bestätigt

Das Ende der Geburtshilfe im Evangelischen Krankenhaus ist gekommen.

In einer Erklärung der beiden Geschäftsführer Heinz-Werner Bitter (EvK) und Thomas Tiemann (Rochus-Hospital) heißt es zu diesem Schritt wörtlich: „Angesichts des bundesweiten Negativtrends bei Geburten in einer Stadt mit 75 000 Einwohnern und zwei Krankenhäusern ist es ein Gebot der Vernunft, sich als Gesundheitsverantwortliche gemeinsam an einen Tisch zu setzen und neue Strukturen zu schaffen.“

Keine Kündigungen

Betroffen sind unmittelbar rund 20 Personen, Ärzte, Schwestern und sechs Hebammen. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Bitter, der auch seine persönliche Betroffenheit bekundete, ausdrücklich aus. „Niemand wird hier herausgeworfen. Das ist nicht unser Stil“, stellte er klar. Was hingegen mit den mittelbar betroffenen Angestellten von ReVital passiert, die unter anderem das Babynest betreiben, blieb unerwähnt.

Im Rochus-Hospital kamen in den vergangenen Jahren je an die 650 Kinder zur Welt, im EvK ungefähr die Hälfte. „650 Kinder sind das Maß der Dinge“, sagte Bitter, „um eine ökonomisch zufriedenstellende Arbeit abzuliefern“.

Kein Nachfolger für Chefarzt

Zudem habe sich herausgestellt, so Bitter, dass es trotz intensiver Suche für den aus Altersgründen ausscheidenden Chefarzt, Robert Kralemann, keinen Nachfolger gegeben habe, der in Personalunion sowohl die geburtshilfliche als auch die gynäkologische Abteilung hätte übernehmen wollen.

Hier sehen Sie eine Karte mit einigen Kliniken mit Geburtshilfe in der Umgebung:

Die Gynäkologie bleibt laut Bitter bestehen, unter anderem weil sie auch wichtiger Teil der geriatrischen Dienstleistungsangebots sei. Am 1. Oktober werde eine neue Chefärztin ihren Dienst antreten, gleichzeitig werden 18 neue Plätze in der neue Gerontopsychiatrie geschaffen.

Tiemann geht nach den Erfahrungen ähnlicher Umstrukturierungen davon aus, dass das Rochus-Hospital von rund einem Drittel der EvK-Mütter, also rund 100 Frauen jährlich profitieren wird.

Darüber hinaus sieht er in der Spezialisierung der Krankenhäuser sogar positive Aspekte nicht nur für die Patienten: „Es ist auch für den Standort Castrop-Rauxel wichtig, dass wir langfristig vor Ort gestiegenen Ansprüchen sowohl junger Familien als auch der Senioren gerecht werden können. Damit erhalten wir die Kommune auch als Arbeitsstadt attraktiv.“

 

 

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