Sylke Arzbach, seit 20 Jahren Lehrerin an der Marktschule in Ickern, brachte ein kleines Getränkchen zum Anstoßen auf die Astrazeneca-Impfung für die Kollegen mit. © Tobias Weckenbrock
Coronavirus

Ausfälle an Grundschule nach Corona-Impfung mit Astrazeneca

6 aus 49 ist die Losung beim Lotto. 3 aus 46 die bei der Marktschule Ickern nach der Astrazeneca-Impfung am Freitag (12.3.). Es ist die kleine Liste der Ausfälle am Montag, drei Tage danach.

An der Marktschule Ickern haben sich am Montag (15.3.), drei Tage nach der Impfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2, drei jüngere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen krank gemeldet. Das sagte Schulleiterin Ute Lüdke am Vormittag auf Anfrage unserer Redaktion. 46 Mitarbeiter waren am Freitag (12.3.) von Dr. Holger Knapp mit dem Astrazeneca-Impfstoff gegen Sars-CoV-2 geimpft worden.

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Corona-Impftag an der Marktschule

Der Schulbetrieb lief so wie in den vergangenen Wochen normal im Wechselbetrieb weiter. Auch die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule wird wie zuletzt üblich angeboten.

Arzt wies in Impfgespräch auf Reaktionen hin

Bei der Impf-Aufklärung hatte Holger Knapp auf die Impfreaktionen am Freitag in Zehnergruppen die 46 Impflinge vorbereitet. Er hatte auf die allgemeinen Dinge wie leichtes Fieber, Schmerzen an der Einstichstelle und andere allgemein bekannte „Nebenwirkungen“ hingewiesen. Allergene dagegen, so Knapp, seien für die Corona-Impfung unbedeutend. Die einzigen echten Ausschlusskriterien, die er nannte, seien Schwangerschaft und eine Stillzeit.

„Der Impfstoff ist weltweit sehr viel eingesetzt worden“, sagte Holger Knapp den Lehrern und Mitarbeitern. „Es gibt keine bekannten Contra-Indikationen, auch immunsuppressive Menschen, die Cortison nehmen, haben keine Probleme, dass Astrazeneca nicht gut vertragen wird. Es könnte nur sein, dass die Impfantwort bei ihnen nicht ganz so gut ist.“

Zwei, drei Fälle bei millionenfacher Impfung

Grundsätzlich müsse man sich überlegen, wie oft es inzwischen gespritzt wurde, nämlich millionenfach. „Nun sind zwei, drei Fälle von Thrombosen aufgetreten, wo man sich fragt, ob es etwas damit zu tun hat. Das Bundes-Gesundheitsministerium sagt, dass das im Rahmen der üblichen Wahrscheinlichkeiten liegt. Es kann sein, dass ein zeitlicher, aber kein ursächlicher Zusammenhang besteht.“

Was er sich schon überlegt habe, sei, dass der eine oder andere Geimpfte nach seiner Impfung Fieber und Grippesymptome bekommen haben könnte, sich dadurch ins Bett gelegt und Ruhe eingehalten habe und dadurch die Thromboseneigung gefördert worden sei. „Aber das weiß man nicht“, sagt Knapp. Er wolle die Dinge aber auch nicht klein reden, „das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden“.

Viele kurierten Abwehrreaktionen am Wochenende aus

Schulleiterin Ute Lüdke, die sich selbst impfen ließ, berichtete von den drei Ausfällen am Montag. „Ansonsten ging es den meisten am Wochenende so wie angekündigt: Schlapp und müde, etwas Schmerzen am Arm. Leichtes Fieber, Grippesymptome“, so Lüdke. „Bis auf die jüngeren, die hat es wohl härter getroffen. Alle anderen waren am Montagmorgen da und und trotzdem glücklich. Sie hatten halt ein Wochenende auf der Couch und mit viel Ausruhen.“ Sie selbst habe auch leichte Beschwerden gehabt, finde das aber vertretbar.

Und was sagte der Arzt? „Die Impfreaktion von Astrazeneca ist bei der Erstimpfung stärker als bei der Zweitimpfung, im Gegensatz zu BionTech, und bei jüngeren Menschen stärker als bei älteren. Da es sich bei den Mitarbeitern der Marktschule um ein überwiegend junges Klientel handelt, ist die Quote okay.“

Dieser Text basiert auf Gesprächen am Montagmittag. Die vorübergehende Einstellung der Impfungen mit dem Impfstoff Astrazeneca, die am Montag (15.3.) von der Bundesregierung ausgesprochen wurde, wurde erst später bekannt.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Gebürtiger Münsterländer, Jahrgang 1979. Redakteur bei Lensing Media seit 2007. Fußballfreund und fasziniert von den Entwicklungen der Medienwelt seit der Jahrtausendwende.
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Tobias Weckenbrock

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