Wieder 37 neue positive Corona-Fälle bei Westfleisch entdeckt

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Die Ergebnisse der Corona-Massentests bei Westfleisch in Oer-Erkenschwick ließen lange auf sich warten. Nun liegen 1846 von 1965 Tests vor. Alle offenen Fragen sind aber nicht beantwortet.

Castrop-Rauxel; Oer-Erkenschwick

, 15.05.2020, 11:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Lange hat es gedauert, bis die Massentests, die das Deutsche Rote Kreuz bei den Westfleisch-Mitarbeitern in Oer-Erkenschwick genommen hatte, endlich ausgewertet worden sind. Nun hat der Kreis Recklinghausen am Freitag gegen 12.20 Uhr endlich die Ergebnisse veröffentlicht.

Demnach lägen von den insgesamt 1965 Tests, die das Deutsche Rote Kreuz in den letzten Tagen bei der Firma Westfleisch am Standort Oer-Erkenschwick genommen hat, jetzt 1846 Ergebnisse vor. Davon sind 37 positiv sowie 12 nicht eindeutig.

Insgesamt sind es damit jetzt 54 positive Fälle

Letztere, so der Kreis, würden ein zweites Mal getestet. Hinzu kommen, möchte man die Zahl aller akut infizierten Mitarbeiter wissen, noch 17 weitere, die bereits vor der Anordnung des Landes für die umfangreichen Testungen positiv auf das Corona-Virus getestet worden waren.

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Die Zahl der Neuinfektionen, so informiert die Kreisverwaltung, bleibe auch nach den umfangreichen Tests deutlich unter der kritischen Grenze für das Kreisgebiet von 308 innerhalb einer Woche – umgerechnet auf die Einwohnerzahl entspricht das den vom Bund festgelegten 50 pro 100.000.

Und: Nicht alle positiv getesteten Westfleisch-Mitarbeiter wohnten im Kreis Recklinghausen; sie werden der Statistik an ihrem jeweiligen Wohnort zugeordnet.

„Das Testergebnis zeigt, dass die Maßnahmen, die vor Ort in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und mit der Stadt ergriffen worden sind, ihren Zweck erfüllt haben“, sagt Landrat Cay Süberkrüb.

Erkrankte müssen in häusliche Isolation

Bereits seit mehr als fünf Wochen habe das Kreisgesundheitsamt in engem Kontakt mit dem Schlachtbetrieb gestanden, nachdem dort am 5. April der erste Mitarbeiter positiv getestet wurde.

Bei der vom Gesundheitsministerium angeordneten Komplett-Testung, mit der am vergangenen Samstag begonnen wurde, seien laut Süberkrüb zusätzlich zu den Beschäftigten des Unternehmens auch Personen getestet worden, die in den zurückliegenden Tagen Auftragsarbeiten auf dem Gelände durchgeführt haben, zum Beispiel Handwerksunternehmen.

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Alle positiv Getesteten müssen nun für mindestens zwei Wochen in häuslicher Isolation bleiben. Das gilt auch für die direkten Kontaktpersonen. Sie werden von den Kontaktnachverfolgungsteams des Gesundheitsamts angerufen und über das weitere Vorgehen informiert.

Ziel der Kontaktnachverfolgung ist es, Infektionsherde möglichst schnell aufzudecken und durch gezielte Anordnungen von Maßnahmen dafür zu sorgen, dass die Infektionsketten schnell unterbrochen werden.

Auch die Begehungen der größeren Unterkünfte für Mitarbeiter von Schlachthöfen hätten inzwischen gemeinsam mit den Ordnungsämtern der jeweiligen Städte stattgefunden, schreibt die Kreisverwaltung. Vor Ort stellten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts demnach bisher keine gravierenden Hygiene-Verstöße fest. Ihr Augenmerk galt bei den Begehungen vor allem dem Infektionsschutz.

Offene Fragen an Minister Karl-Josef Laumann

Trotzdem bleiben in dem Westfleisch-Komplex noch einige offene Fragen ans NRW-Gesundheitsministerium. Etwa sind die Fragen zu klären, wie genau die Personalien der getesteten Arbeiter abgeglichen worden sind und ob ausgeschlossen werden kann, dass zu den Tests negativ getestete Arbeiter von anderen Standorten nach Oer-Erkenschwick geholt worden sein könnten.

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Ursprungsnachricht von 11.03 Uhr:

Nachdem es vermehrt Corona-Ansteckungen am Standort des Schweine verarbeitenden Betriebs Westfleisch in Oer-Erkenschwick gegeben hat, blickt man im ganzen Kreis Recklinghausen auf die Ergebnisse des groß angelegten Tests.

Das Deutsche Rote Kreuz hat in den vergangenen Tagen 1965 Beschäftigte und weitere Personen aus dem Umfeld des Schlachtbetriebes auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Die Ergebnisse hätten spätestens am Donnerstag (14.5.) vorliegen sollen. Nachdem bis zum Abend keine Zahlen bekannt geworden waren, teilte der Kreis Recklinghausen lapidar mit, dass „aufgrund von technischen Problemen“ keine Ergebnisse mehr mitgeteilt werden könnten.

Ergebnisse soll es am Freitagvormittag geben

Diese Ergebnisse sollen nun, wie Kreissprecher Jochem Manz auf Anfrage mitteilte, am Freitagvormittag öffentlich bekannt gegeben werden. Eine genaue Uhrzeit nannte er nicht.

Die kritische Marke für den Moment, in dem Corona-Lockerungen für eine Großstadt oder wie in diesem Fall für einen Landkreis zurückgenommen werden müssten, liegt im Kreis Recklinghausen bei 308 Neu-Infektionen innerhalb von sieben Tagen.


Im Kreis Coesfeld waren bis Mittwoch unter etwas mehr als 1200 Mitarbeitern 264 positiv auf Corona getestet worden.

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