Bauantrag für Moschee und Minarett ist bei der Stadt noch in der Prüfung

rnDitib Mevlana

In die Umgebung passt es wohl: Diese vorsichtige Info gab es auf der Bürgerversammlung der CDU auf Schwerin vergangene Woche. Der Antrag für den Moscheeneubau auf Schwerin liegt noch im Rathaus.

Schwerin

, 19.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwar ist der Bauantrag zur Errichtung eines Gebetshauses - so die offizielle Bezeichnung - bei der Stadtverwaltung noch nicht beschieden, doch die Zeichen für die geplante Moschee an der Frohlinder Straße auf Schwerin stehen auf Grün. Entsprechend Signale, wenn auch vorsichtige, sendeten Stadtbaurätin Bettina Lenort und der Bauausschussvorsitzende Oliver Lind, der auch CDU-Bürgermeisterkandidat ist, bei der Bürgerversammlung der CDU Rieperberg Mittwochabend im Vereinsheim der SpVg Schwerin.

Gisela Sehlhorst, die aus der Altstadt den Weg nach Schwerin gefunden hatte, wollte wissen, woher die türkisch-islamische Mevlana-Gemeinde das Geld für die Errichtung von Moschee beziehe.

Gemeinde will versuchen, ohne Kredit auszukommen

Das 1 Million Euro teure Vorhaben wird mit Eigenmitteln der Gemeinde, finanzieller Unterstützung anderer muslimischer Gemeinden, Spenden und Muskelkraft geschultert. Die Gemeinde will versuchen, das Ganze zu schultern, ohne einen Kredit aufzunehmen.

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Laut Bettina Lenort ist der Bauantrag - eingereicht am 15. Oktober des vergangenen Jahres - noch in der Prüfung. Auf eine entsprechende Frage verwies sie einmal mehr darauf, dass es keine Gebetsrufe geben werde. Weder von einem Muezzin vor Ort noch über eine Bandansage.

CDU-Stadtverbandschef Carsten Papp erklärte, dass hinter dem Baukörper des ehemaligen und längst sanierten Balo-Gebäudes weitere Parkplätze für die Gemeinde errichtet werden werden sollen. Bekanntlich soll die neue Moschee Platz für 350 Gläubige bieten.

„Was wir zu bewerten haben, ist das Baurecht“

CDU-Mann Oliver Lind stellte heraus: „Wir führen hier keine kulturelle oder theologische Debatte. Das, was wir zu bewerten haben, ist das Baurecht.“ Und setzte noch nach, man könne das Bauprojekt schön finden oder nicht, es gehe eben allein um planungsrechtliche Zulassungsaspekte. Ob es in den Freiraum passe und wie die Verkehrssituation aussehe etwa.

Bauantrag für Moschee und Minarett ist bei der Stadt noch in der Prüfung

30 Gäste kamen zur Bürgerversammlung der CDU Rieperberg am Mittwoch, 15. Januar, bei Blau-Gelb Schwerin. © CDU

Höchstwahrscheinlich füge es sich ein, betonte Lind. Damit wolle er aber keinesfalls der Behörde vorgreifen, deren Bewertung noch ausstehe.

Das Minarett soll 19 Meter hoch werden. Dazu Oliver Lind: „Eine Beschallung ist nicht beantragt worden, und wäre sie es, dann wäre sie nicht genehmigt worden.“

Hochhaus am Kreisverkehr ist 25 Meter hoch

Das Hochhaus am Kreisverkehr in unmittelbarer Nachbarschaft ist 25 Meter hoch, also sechs Meter höher als das geplante Minarett.

Nachdem es Donnerstag, 16. Januar, auf Schwerin geheißen hatte, der Bauantrag würde noch in dieser Woche genehmigt, fragte unsere Redaktion Freitag, 17. Januar, bei der Stadt nach. Stadtsprecherin Nicole Fulgenzi erklärte: „Der Bauantrag ist in Prüfung.“

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