Bauarbeiten für die blaue Emscher beginnen 2010

Ickerner Heide

CASTROP-RAUXEL Die Buddelei beginnt. Für die blaue Emscher wird die Stadt an vielen Stellen umgegraben. Nachdem gestern in Gelsenkirchen der erste Spatenstich für den gigantischen Abwasserkanal erfolgte, laufen auch die Planungen für den Aushub des riesigen Hochwasser-Rückhaltebeckens in der Ickerner Heide auf Hochtouren.

von Von Peter Wulle

, 11.09.2009, 20:13 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bauarbeiten für die blaue Emscher beginnen 2010

Die Planungen für den Aushub des riesigen Hochwasser-Rückhaltebeckens in der Ickerner Heide laufen auf Hochtouren.

„Die Ausschreibung ist auch hier bald beendet. Es hängt dann von dem Unternehmen ab, das den Auftrag für den Rohrvortrieb bekommt, in welcher Stadt wann begonnen wird. Es ist aber damit zu rechnen, dass im nächsten Jahr der Stadtnorden von Castrop-Rauxel an der Reihe ist“, so Michael Steinbach. „Aus der einst geschundenen Landschaft wird ein Juwel“, sagte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in Gelsenkirchen. Den Umbau der Emscher bezeichnete er als „Jahrhundertprojekt“. Im Ruhrgebiet werde „die größte wasserwirtschaftliche Infrastrukturmaßnahme in ganz Europa“ verwirklicht.

Eine Ahnung von der Dimension des Projektes erhält man bereits auf der Baustelle für die Errichtung des neuen Emscherdükers in Henrichenburg. Zwölf Meter tief ist dort das Trockendock, in dem der neue Emscher-Durchlass aus Stahlbeton hergestellt wird. Immense Erdbewegungen erfordert auch das Rückhaltebecken in der Ickerner Heide. Es wird eine Fläche von rund 46 Fußballfeldern abdecken und im Hochwasserfall etwa 1,1 Millionen Kubikmeter Rückhaltevolumen bieten. Das entspricht dem Inhalt von sieben Millionen Badewannen.

Die Ausgrabungen werden dort jetzt beendet. An diesem Sonntag lassen sich die Archäologen letztmals über die Schulter schauen und präsentieren zum „Tag des offenen Denkmals“ von 10 bis 16 Uhr die Fundstücke zu einer Siedlung aus dem 1. Jahrhundert. „Castrop-Rauxel ist in den kommenden Jahren einer unserer Investitionsschwerpunkte“, erklärt der Vorsitzende der Emschergenossenschaft, Jochen Stemplewski. In die Emscher und den Deininghauser Bach hat die Emschergenossenschaft bereits rund 100 Mio. Euro investiert. In den nächsten Jahren kommen noch mal 270 Mio. Euro dazu. Bürgermeister Johannes Beisenherz freut sich über die neue städtebauliche Qualität, die mit der Emscher-Renaturierung direkt am Wasser möglich wird.

Ein Vorzeige-Wohnprojekt soll an der Heerstraße entstehen. Den Planungsstand wird Professorin Christa Reicher von der Uni Dortmund am Dienstag, 15. September, dem Haupt- und Finanzausschuss vorstellen. Vorgestellt wurde den Politikern bereits der Entwurf für die Talsperre, die das Hochwasser in der Ickerner Heide stauen soll. Die mal für 2010 vorgesehene Fertigstellung wird sich zwar um einige Jahre verzögern, das filigrane Modell ist aber nach wie vor aktuell.

Nichts verändert hat sich auch daran, dass die 80 000 LKW-Ladungen mit Erdreich, die für das Rückhaltebecken ausgehoben werden, über die alte Bahntrasse der Zeche Achenbach abgefahren werden. Bis 2020, so Ministerpräsident Rüttgers gestern, soll das Emschersystem komplett umgebaut sein.

Lesen Sie jetzt