Stadt lässt sich Feuerwehrhaus 2 Millionen Euro kosten und zahlt nur einen Bruchteil selbst

rnFreiwillige Feuerwehr

Jetzt ist Baustart, und die Feuerwehr atmet dreimal tief durch: Die Stadt investiert an der Pallasstraße 2 Millionen Euro in einen neuen Standort für den Löschzug Rauxel-Dorf.

Castrop-Rauxel

, 17.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Hof Schulte-Rauxel ist idyllisch: am Waldrand gelegen, mächtige Backstein-Mauern, hübscher Innenhof. Aber praktisch ist das Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr schon lange nicht mehr: Äußerst beengt seien die Platzverhältnisse in den angemieteten Garagen. Umkleiden sind nicht vorhanden. Die aktuell geltenden Anforderungen an technische und bauliche Voraussetzungen sind hier schon lange nicht mehr erfüllt.

Darum war es eigentlich nur eine Frage des Geldes und der Zeit bis zu einer neuen Lösung für den Löschzug Rauxel-Dorf. Jetzt ist die Zeit reif: In dieser Woche haben die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau eines Feuerwehrhauses neben dem Netto an der Pallasstraße/Grutholzstraße begonnen.

Löschzugführer Denter: „Endlich geht es los“

„Endlich geht es los“, freute sich Löschzugführer Friedhelm Denter im Gespräch mit unserer Redaktion – wohl im Namen aller seiner Kameraden der Freiwilligen und der Jugendfeuerwehr. Dabei ist beim geplanten Neubau auch die Lage viel besser: Verkehrstechnisch ist die Feuerwehr dort demnächst über die breite Pallasstraße viel besser angebunden als über die enge Zufahrtsstraße zum alten Hof am Waldrand.

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Jetzt also der Neubau, den sich die Stadt Castrop-Rauxel alles in allem 2,07 Millionen Euro kosten lassen wird. Dabei muss die Stadt selbst nur zehn Prozent, also rund 200.000 Euro, beisteuern. Den Rest lässt sie sich über ein Bundes-Förderprogramm finanzieren.

Teil eines neuen Wohngebietes

Der Neubau wird auf dem Gelände des ehemaligen Wetterschachts V der Zeche Erin neben dem Netto-Markt realisiert und Teil eines ganz neuen Wohngebietes. Dort soll in einem zweiten Schritt auch eine Kindertagesstätte und der Bau von Mehrfamilienhäusern folgen, die sich bis zur Wohnbebauung entlang der Briloner Straße ausdehnen.

„Bei dem Neubau wird es sich um ein funktionsbezogenes Gebäude in angemessener, zukunftsfähiger Größe handeln“, erklärt Stadt-Sprecherin Nicole Fulgenzi auf Anfrage unserer Redaktion. Spezielle Merkmale seien nicht geplant, man halte sich eng an die allgemeinen Anforderungen für Arbeitsstätten.

Erfahrungen aus Henrichenburg fließen ein

Dabei bezieht die Stadt auch die Erkenntnisse aus einem ähnlichen Neubau für den Löschzug Henrichenburg ein, der nun etwa fünf Jahre im Gebäude ist. „Allerdings hat jeder Standort spezifische Schwerpunkte“, so Fulgenzi.

Das bedeutet: Feuerwehrgerätehäuser sind Ausgangspunkt für unterschiedlichste Brand- und Hilfeleistungseinsätze. „Neben verschiedenen Feuerwehrfahrzeugen werden spezielle Ausrüstungen und Geräte bereitgehalten“, erklärt die Sprecherin der Stadt. Der Löschzug Rauxel-Dorf der Freiwilligen Feuerwehr ist spezialisiert auf die Wasserförderung über lange Wegstrecken.

„Einsatzstrategisch günstig gelegen“

Auch der oberste Dienstherr der Feuerwehr, Erster Beigeordneter Michael Eckhardt, äußert zum Start seine Vorfreude: „Die Stadtverwaltung freut sich mit den ehrenamtlichen Löschzügen, mit dem neuen Gebäude eine bedarfsgerechte, einsatzstrategisch günstig gelegene und den Vorgaben entsprechende Unterbringung zur Verfügung stellen zu können“, sagte er.

Damit würden nach den aktuellen Vorgaben die Voraussetzungen für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute für die Bürger in Castrop-Rauxel optimiert.

Baustart soll noch in dieser Woche sein. Dafür wird zunächst eine Baustraße erstellt. Bis zum 31. Dezember 2020 soll die Feuerwehr umgezogen sein. Das Bauschild steht. Darauf heißt es: „Hier wird durch die Stadt Castrop-Rauxel, gefördert durch den Bund und das Land NRW, ein Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug 2 Rauxel-Dorf errichtet.“

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