Die Becklem-Brücke oder: Wie blind können Lkw-Fahrer eigentlich sein?

rnWieder Unfall

Die Becklem-Brücke und ihre Höhenbegrenzung sorgen inzwischen fast im Monatstakt für Nachrichten. Kaum wieder repariert, hat ein Lkw-Fahrer es wieder geschafft, das Höhenportal zu rammen.

Henrichenburg

, 05.11.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Posse geht weiter und weiter: Am Dienstag (3.11.) ist die Brücke über den Kanal im Zuge der Lambertstraße zwischen Henrichenburg und Becklem wieder einmal aktenkundig geworden.

Die Brücken-Geschichte der letzten Jahre liest sich wie der Auszug eines Drehbuchs aus einem Slapstick-Film:

Nachdem die Brücke wegen Zweifeln an ihrer Tragfähigkeit zunächst für Lkw gesperrt worden war und dann, weil das Verbot immer wieder missachtet wurde, mit einem stählernen Höhenprtal versehen worden war, stellte sich heraus: Auch das hielt nicht alle Transporter- und Lkw-Fahrer davon ab, ihr Glück zu probieren.

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Das ging manchmal nach hinten los:

2013 fuhr sich hier ein Paketwagen den Aufbau kaputt. Im April des Jahres schätzte der Fahrer des Transporters sein Fahrzeug falsch ein: Seine Fahrt nach Becklem endete abrupt an der Höhenbegrenzung, die ihm den gesamten Aufbau abriss.

Ende Januar 2020 prallte ein Rettungswagen gegen die Höhenbegrenzung. Dabei wurden vier Personen leicht bis mittelschwer verletzt. Zu diesen zählen die Fahrerin (52), ein Notarzt (65), ein Sanitäter (50) und ein Patient (63) aus Castrop-Rauxel. Das Navi soll die Fahrerin über die Brücke gelotst haben.

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Im Frühsommer 2020 muss ein Klein-Lkw gegen die Brücke gefahren sein. Ohne großen Schaden, aber mit der Konsequenz, dass das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg auf beiden Seiten der Brücke Metallkonstruktionen aufstellte, an denen Warnbarken hängen. Wer dagegen fährt, zerstört sein Auto nicht, wird aber von einem heftigen Klappern geweckt.

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Am 30. August nutzte auch das nichts, denn an diesem Tag krachte ein Auto mit Pferdeanhänger nicht nur gegen die Höhenbegrenzung, sondern auch gegen das Brückengeländer auf der Henrichenburger Einfahrtsseite der Brücke. Der Schaden am Geländer war so massiv, dass die Brücke gesperrt werden musste, die Brücke mehrere Wochen lang komplett gesperrt war.

Seitdem herrschte Ruhe. Bis Dienstag: Da rammte ein noch unbekannter Lkw-Fahrer nach Polizeiangaben an der Lambertstraße das Schild der Höhenbegrenzung.

Eine Zeugin beobachtete den Vorfall und alarmierte die Polizei. Denn der Lkw-Fahrer machte sich nach der Kollision ungeniert davon. Das amtliche Kennzeichen konnte die Zeugin nicht erkennen.

Der Rumms muss allerdings groß gewesen sein, denn an dem Schild entstand diesmal 1000 Euro Sachschaden. Hinweise auf den flüchtigen Lkw-Fahrer nimmt das zuständige Verkehrskommissariat unter Tel. (0800) 2 36 11 11 entgegen.

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