Beerdigungen in Corona-Zeiten sind Herausforderung für Blumenhändler und Pfarrer

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Corona verändert alles. Auch Trauerfeiern können nur noch eingeschränkt stattfinden. Castrop-Rauxels Pfarrer, Bestatter und Blumenhändler wollen angemessene Verabschiedung gewährleisten.

Castrop-Rauxel

, 23.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird alles daran gesetzt, dass Menschen nicht am Coronavirus erkranken, doch Todesfälle hat es bereits gegeben. Gerade in solchen Krisenzeiten ist es daher wichtig, die nötige Unterstützung bei dem Verlust eines geliebten Menschen zu bekommen.

Geliebte Menschen müssen würdig verabschiedet werden

Pfarrer, Bestatter sowie Blumenhändler sind täglich mit diesem Thema in Berührung. In Castrop-Rauxel sind sich alle einig: „Die Toten müssen noch würdig verabschiedet werden.“

Trauerfeiern dürfen nur noch im engsten Familienkreis stattfinden und auch nur unter freiem Himmel. „Das hat eine besondere Schwere, man wünscht sich einen angemessenen Abschied und manchmal ist der Bekanntenkreis von einem Verstorbenen besonders wichtig gewesen. Das ist jetzt aber erstmal nicht möglich“, erklärt der Pfarrer des Pastoralverbundes Süd, Winfried Grohsmann.

Auch Stefanie Günther vom „Haus der Trauer Bestattungen Melzner“ bemerkt eine veränderte Situation. „Schwierige Zeiten erfordern schwierige Maßnahmen, das ist leider ein notwendiges Übel zur Sicherheit“, sagt sie der Redaktion.

Unterstützung und ein Stück Normalität für Trauernde

Jetzt sei es die Aufgabe, diese Bitternis, die bei allen Trauernden aufkommt, zu nehmen. „Ich halte mich an die Vorschriften des Ministeriums, desinfiziere alles und trete in so wenig Kontakt wie möglich. Aber gerade jetzt nehme ich mich für Trauernde auch gerne mal eine halbe Stunde länger Zeit um mit ihnen zu sprechen“, sagt Grohsmann.

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Die Blumenhändler wollen ebenfalls dafür sorgen, dass selbst wenn nur noch minimalistische Trauerfeiern stattfinden können, der Blumenschmuck noch geliefert werden kann. Bei „Blumen Wefringhaus“ in Frohlinde bleibt der Laden geschlossen. Ausliefern darf Familie Wefringhaus aber noch.

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„Es wird natürlich nicht mehr in so großen Mengen bestellt, aber der Wunsch nach Blumenschmuck ist da, das gehört zu einer Trauerfeier dazu und das wollen wir auch gewährleisten.“ sagt Susanne Wefringhaus.

Der Blumengroßhandel habe geöffnet, es komme nicht zu Engpässen und auch das Ausliefern sei unter Einhaltung der Vorschriften möglich.

Wandel in der Gesellschaft: Dankbarkeit wird wieder großgeschrieben

Alle nehmen eine Veränderung der Gesellschaft wahr. Die Menschen seien dankbarer für die kleinen Dienste. „Die Leute nehmen trotz der Trauer die Maßnahmen hin und zeigen Verständnis. Das ist nicht selbstverständlich“, berichtet Günther.

Die sozialen Berufe und kleinen Feinformen der Hilfe seien jetzt elementar für die Gesellschaft, sagt Grohsmann und derzeit erfahre man sehr viel Dankbarkeit für sonst so selbstverständliche Tätigkeiten.

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