Behinderter nach Rangelei aus Bus geworfen

An der Wittener Straße

Schikane, Beleidigung, Gewaltandrohung und Polizeieinsatz - so endete die Fahrt der Linie 482 am vergangenen Donnerstag an der Haltestelle Katholisches Krankenhaus in Castrop. Dabei wollte eigentlich nur ein Fahrgast mit Behinderung zusteigen. Doch dann eskalierte die Situation offenbar.

Castrop-Rauxel

, 02.03.2016, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Bushaltestelle Katholisches Krankenhaus kam es zu dem unangenehmen Zwischenfall.

An der Bushaltestelle Katholisches Krankenhaus kam es zu dem unangenehmen Zwischenfall.

Ausgangspunkt war am Donnerstagabend, 25. Februar, nach 19 Uhr die Haltestelle Katholisches Krankenhaus an der Wittener Straße. Von dort aus wollte ein 53-jähriger Ickerner nach seiner Therapie im Rochus-Hospital mit der Linie 482 nach Hause fahren.

Der Busfahrer, der dort anhielt, war dem Ickerner - kleinwüchsig, übergewichtig und mehrfach körperlich gehandicapt - nach dessen Angaben wohlbekannt. Weil dieser ihn bereits in der Vergangenheit mehrfach schikanös behandelt habe. Das habe er auch der DSW, dem Arbeitgeber des Busfahrers, mitgeteilt. Das sei auch an jenem Abend wieder geschehen, als der Fahrer den abgesenkten Bus wieder angehoben habe, bevor er den Bus betreten konnte.

Betrunkener Fahrgast mischt sich ein

Anschließend, so der Fahrgast, habe er mit einem neuen Viererticket in der Hand den Bus betreten, um dieses ordnungsgemäß zu entwerten. Der Busfahrer habe ihn jedoch zurückgerufen und den Fahrschein von ihm eingefordert. Daraufhin sei es zu einem längeren Dialog gekommen.

Zu lange für einen anderen, 41-jährigen, offensichtlich angetrunkenen Fahrgast, der sich einzumischen begann, unter anderem wohl mit dem Satz: „Wenn ich Busfahrer wäre, würde ich den aus dem Bus treten.“ Woraufhin der Busfahrer erwidert habe: „Das darf ich leider nicht.“

Anschließend sei es noch zu einer Rangelei gekommen, woraufhin der Busfahrer parallel die Leitstelle und die Polizei informiert habe, die dann auch gekommen sei. Am Ende stand nach Polizeiangaben eine Anzeige des Ickerners gegen den anderen Fahrgast. Busfahrer und Ickerner indes, die beiden „Erststreithähne“, hätten sich nicht gegenseitig angezeigt.

Der Ickerner nahm den folgenden Bus und fuhr dann zum Depot an der Bahnhofstraße, um sich dort zu beschweren. „Aufgrund seiner aggressiven Haltung verwies dort unser diensthabender Mitarbeiter den Kunden des Betriebshofs“, heißt es wörtlich in einer Erklärung der DSW.

Videoaufnahmen müssen noch ausgewertet werden

Laut DSW ist der Fahrgast den Kollegen in Castrop-Rauxel zwar bekannt, aber nicht als Beschwerdeführer. Im Bus habe sich der Fahrer lediglich von der Gültigkeit des Tickets überzeugen wollen, als der Fahrgast mit Gewalt versucht habe, in den Fahrerbereich hinein zu greifen.

Der Fahrer, ein seit sieben Jahren bei der DSW beschäftigter Mann, führe seinen Beruf sehr korrekt aus. „Insofern sehen wir keinen Anlass, seine Aussage in Zweifel zu ziehen“, versicherte DSW-Sprecher Wolfgang Herbrand und ergänzte diese Information wie folgt: „Er hat sich am folgenden Tag bei seinem Standort als erkrankt gemeldet.“

Die Polizei verwies auf die noch anstehenden Vernehmungen. Eine zentrale Rolle dürften, wie im Nachtexpress, Videoaufnahmen spielen, die existieren, aber von der Polizei noch nicht angefordert wurden. Im Hinblick auf die Aktenlage sagte ein Polizeisprecher zum Verhältnis von Busfahrer und Fahrgast: „Ich denke, die beiden mögen sich nicht.“

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt