Diese weiße Doppelhaushälfte an der Kreuzstraße kommt Ende November am Amtsgericht unter den Hammer. © Thomas Schroeter
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Bei zwei Zwangsversteigerungen heißt es jetzt wieder: Ohne jede Gewähr

Eine Zwangsversteigerung ist immer auch ein bisschen Glücksspiel. Denn eine Gewährleistung gibt es nicht. Das gilt es auch bei zwei anstehenden Terminen zu Doppelhaushälften zu bedenken.

Zwei Doppelhaushälften sollen Ende November beziehungsweise Mitte Dezember in Castrop-Rauxel zwangsversteigert werden. Mindestens bei einem der beiden Gebäude ist das allerdings längst nicht der erste Versuch.

Angeboten wird nämlich wieder einmal eine Doppelhaushälfte an der Groppenbachstraße in Ickern. Die hatte bereits am 2. Februar und am 21. September auf der Liste des Amtsgerichts Castrop-Rauxel gestanden, um unter den Hammer zu kommen.

Verkehrswert liegt weiter bei 167.000 Euro

Nun soll am 14. Dezember ein weiterer Versuch gestartet werden, das Objekt an den Mann oder die Frau zu bringen. Nach wie vor wird der Verkehrswert mit 167.000 Euro beziffert.

Laut Gutachten handelt es sich um eine eingeschossige Doppelhaushälfte mit ausgebautem Dachgeschoss und Spitzboden. Das Gebäude wurde 1912 in üblicher Bauweise errichtet und hat eine Wohnfläche von 82 Quadratmetern. Im rückwärtigen Grundstück befindet sich ein Gartenhaus.

Diese (linke) Doppelhaushälfte an der Groppenbachstraße in Ickern steht bald zur Zwangsversteigerung an.
Diese (linke) Doppelhaushälfte an der Groppenbachstraße in Ickern steht bald zur Zwangsversteigerung an. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Interessenten wird dabei vom Amtsgericht dringend der Einblick in das vollständige Gutachten nach vorheriger Terminabsprache (Tel. 02305/1009-21) empfohlen. Als Ansprechpartner wird ansonsten Maik Blasinski von Blasinski Immobilien genannt.

Die Versteigerung ist für Dienstag, 14. Dezember, um 10 Uhr im Saal I des Amtsgerichts Castrop-Rauxel an der Bahnhofstraße 61/63 terminiert. Man darf gespannt sein, ob das Haus diesmal tatsächlich versteigert werden kann.

Die zweite Doppelhaushälfte, die zur Versteigerung kommen soll, liegt in Obercastrop, an der Kreuzstraße 60. Hier steht eine teilunterkellerte, eingeschossige Haushälfte mit ausgebautem Dach zur Zwangsversteigerung an.

Grundstück ist nur 136 Quadratmeter groß

Das etwa 1899 erbaute Gebäude soll laut Gutachten von der Kreuzstraße bis zur rückwärtig gelegenen Distelkampstraße reichen und auf einem nur 136 Quadratmeter großen Grundstück rund 154 Quadratmeter Wohnfläche bieten.

Eine Innenbesichtigung des Hauses wurde dem Gutachter vom Eigentümer nicht gestattet, sodass über den Zustand des Hauses nur Mutmaßungen angestellt werden können. So kann der Schnitt des Gebäudes nur anhand von Grundrisszeichnungen beim Wiederaufbau im Jahr 1947 angegeben werden.

Demnach gehört zum Haus auch noch ein Stallbereich, der sich im Haus befinden müsste. Ob das tatsächlich so ist, bleibt auch für einen möglichen Ersteigerer zunächst offen, da eine Versteigerung in dieser Hinsicht auch ein bisschen Glücksspiel ist.

Ist das Haus also tatsächlich den Verkehrswert von 201.000 Euro wert, den der Gutachter nach Außenbesichtigung und Einsicht in die Planungs- und Katasterunterlagen ermittelt hat? Im Gutachten ist zwar schon nur ein durchschnittlicher Erhaltungszustand angenommen und ein Risikoabschlag wegen ungewisser Modernisierungen vorgenommen worden.

Das Haus in Obercastrop liegt zwischen Kreuzstraße und Distelkampstraße, von wo aus dieses Foto gemacht wurde.
Das Haus in Obercastrop liegt zwischen Kreuzstraße und Distelkampstraße, von wo aus dieses Foto gemacht wurde. © Thomas Schroeter © Thomas Schroeter

Das Risiko bei einer Zwangsversteigerung aber bleibt bestehen. Gekauft wird nach Aktenlage, denn eine solche Versteigerung erfolgt unter Ausschluss jedweder Gewährleistung. Mehr noch: Nach Paragraf 56 des Gesetzes über Zwangsversteigerungen gebührt dem Ersteher ab Zuschlag nicht nur die Nutzung des ersteigerten Gutes. Er trägt dann auch alle Lasten. So ungewiss sie auch sein mögen.

Wen das nicht abschreckt: Das Haus an der Kreuzstraße soll am Dienstag, 30. November, um 12.30 Uhr ebenfalls im Sitzungssaal I des Amtsgerichts versteigert werden.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter