Kreis Recklinghausen teilt Corona-Sorge eines Top-Virologen nicht

rnCorona-Neuinfektionen

Mehr Neuinfektionen fordern das Gesundheitssystem erneut heraus. Ein bekannter Virologe befürchtet nun, dass Gesundheitsämter an ihre Grenzen stoßen. Auch im Kreis Recklinghausen?

Kreis Recklinghausen

, 20.08.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

78 Neuinfektionen gab es im Kreis Recklinghausen in der vergangenen Woche. In jedem einzelnen Fall verfolgt das Kreisgesundheitsamt die Infektionsketten nach.

Alexander Kekulé ist Professor für Medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Martin-Luther-Universität in Halle/Saale. Dreimal in der Woche analysiert er die Corona-Lage in einem Podcast des MDR. In Folge 96 vom Dienstag (18.8.) ist er über die hohe Zahl an Neuinfektionen besorgt.

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe 1000 Neuinfektionen pro Woche als kritische Grenze bezeichnet, sagt er. In der vergangenen Woche waren es 1390. Kekulé befürchtet nun vor allem, dass die Gesundheitsämter an ihre Grenzen stoßen.

Kreis-Sprecher reagiert entspannt

Fünf Neuinfektionen könne ein Amt täglich nachverfolgen. Dieser Wert sei politisch auf 50 pro Woche aufgrundet worden – „eine Herkulesaufgabe“, sagt der bekannte Virologe. Regional durchaus unterschiedlich, hätten einige Gesundheitsämter „schon jetzt das Heft nicht mehr in der Hand“.

Jochem Manz, Pressesprecher des Kreises Recklinghausen, reagiert auf Anfrage dieser Redaktion entspannt. „Wenn die Zahlen weiter steigen, können wir darauf reagieren“, sagt er. Zu Zeiten der Höchststände an Corona-Infizierten im März und April hätten 110 Mitarbeiter die Infektionsketten verfolgt. „Davon sind wir weit entfernt.“

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