Bernd Kampe bricht eine Lanze für die Polizei: Danke für den Einsatz

rnUnfall auf Victorstraße

Bernd Kampe, Seniorchef des Autohauses Kampe, repariert eigentlich Autos. Vor Kurzem hat er aber eines beschädigt. Davon erzählt er nun - und will ein dickes Lob für die Polizei los werden.

Castrop-Rauxel

, 02.07.2020, 08:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist schon ein paar Tage her. Und wäre die Entwicklung nicht, wie sie ist, hätte Bernd Kampe, Seniorchef des gleichnamigen Autohauses an der Herner Straße, vielleicht gar nicht kommunizieren mögen, was ihm da an einem Morgen in der ersten Juni-Woche passiert ist. Dass er jetzt davon erzählt, hängt zumindest ein bisschen zusammen mit den verstörenden Bildern aus Stuttgart, Attacken auf Polizeibeamte und unterschiedlichen Bewertungen mehr oder weniger prominenter Politiker.

Aber so hoch will der 67-jährige ehemalige Obermeister der heimischen Kfz-Innung den Korb gar nicht hängen. Sondern einfach mal seinen Dank und ein dickes Lob aussprechen. „Die Polizei kriegt verstärkt auf die Socken, das verstehe ich nicht“, sagt Kampe im Gespräch mit unserer Redaktion. Er selbst habe noch nie schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. Doch, ja: Es gelte noch, das alte Bild von der Polizei – als dein Freund und Helfer. Auch wenn dieser Slogan vielleicht schon fünf Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Mit dem Auto auf der engen Victorstraße unterwegs

Und was ist an jenem Morgen passiert? Kampe war auf dem Weg zur Arbeit. Er befuhr mit seinem Auto die Victorstraße. Die ist bekanntlich, abgesehen davon, dass sie seit Jahren auf der Sanierungsliste steht, unweit des Bahnhofs und an den Wilhelm-Busch-Straßen ziemlich eng für Begegnungsverkehr, weil auf einer Seite Parken in der 30er-Zone erlaubt ist. Kampe kam ein Bus entgegen. „Ich dachte, das passt noch, aber der Bus war breiter, als ich annahm“, sagt Kampe.

Jetzt lesen

Er habe versucht nach rechts auszuweichen, aber da stand ein Auto. Ergebnis: zwei kaputte Außenspiegel. Was tun? „Das einzig Richtige in diesem Moment, Fotos machen und Polizei rufen“, sagt der 67-Jährige.

Die kam flott mit einem Streifenwagen und dreiköpfiger weiblicher Besatzung. Er habe, berichtet er, dann auch eben seinen Betrieb aufschließen dürfen, sonst hätte es an der Herner Straße Probleme gegeben.

Bei der Aufnahme des Schadens wurden die Papiere überprüft. „Ich hab dann gewartet, ohne zu ahnen, dass die Polizistinnen gleich auch den Halter des anderen Autos ermitteln, zwei Häuser weiter ziehen, bei ihm klingeln und er dann am Unfallort auftaucht“, erzählt Kampe. Das habe er als absolut professionell und entgegenkommend empfunden.

Jetzt lesen

Mindestens drei Unfallautos in der Woche

Die Ausgangslage sei klar gewesen: Er kassierte eine Verwarnung. Die Beteiligten verhielten sich ruhig und tauschten sich freundlich aus. Er kam für den Schaden auf, behob ihn in seiner Werkstatt.

In der Woche reparieren die Mitarbeiter dort mindestens drei Unfallautos, sagt Kampe. Darunter seien Autos, deren Besitzer Opfer von Unfallfluchten wurden. Das sei aber weniger geworden.

Lesen Sie jetzt