Betrüger kann sich an Audi-Kauf nicht mehr erinnern

Prozess am Amtsgericht

Zweimal wollte ein 31-Jähriger einen Luxusschlitten kaufen. Doch der Audi-Verkäufer wartet bis heute vergeblich auf sein Geld.

Castrop-Rauxel

, 10.03.2019 / Lesedauer: 3 min
Betrüger kann sich an Audi-Kauf nicht mehr erinnern

Teure Autos der Marke Audi hatten es dem Angeklagten angetan. Bezahlt hat er die Luxusschlitten aber nicht. © picture alliance / Audi AG/dpa-t

Schicke Autos waren seine Passion. Vor allem die Marke Audi scheint es ihm angetan zu haben. Gleich zwei Mal trat der heute 31-Jährige im Sommer 2017 als Käufer eines solchen Luxusschlittens auf.

Zudem hatte der Mann versucht, bei einer Direktbank einen 25.000 Euro-Kredit zu bekommen. Ein Blick auf seine Kontobewegungen zeigten, dass größere fünfstellige Beträge – als Eingänge wie auch als Ausgänge – keine Seltenheit waren. Betrugsdelikte auch nicht, wie die Gerichtsverhandlung und ein Blick ins Vorstrafenregister zeigten.

Gewerbsmäßiger Betrug in drei Fällen

Die aktuelle Anklage warf dem Mann gewerbsmäßigen Betrug in drei Fällen vor. Im Juli 2017 hatte er von einem Castrop-Rauxeler einen gebrauchten Audi A8 ergaunert, kurz darauf versucht, mit gefälschten Belegen einen Kredit zu bekommen und schließlich bei einem Audi-Händler in Dortmund einen nagelneuen Audi A8 im Wert von 65.000 Euro auf Pump erworben. Ebenfalls mit gefälschten Gehaltsstreifen und Kontoauszügen.

Während das Autohaus sein Gefährt wiederbekam, wartet der Castrop-Rauxeler bis heute auf sein Geld – oder sein ehemaliges Auto. „Der Käufer hat auf mich einen vertrauenserweckenden Eindruck gemacht“, erklärt er seine Blauäugigkeit. Denn er hatte das Fahrzeug und die Papiere aus der Hand gegeben, nachdem ihm der Screenshot einer Überweisung über 8.450 Euro gezeigt wurde. Das Geld wurde nie gutgeschrieben, das Auto war futsch. Obwohl es nach der Anzeige von der Polizei zunächst beschlagnahmt, dann aber wieder herausgegeben worden war.

„Ich soll auch mal ein Pferd gekauft haben“

Zu all dem sagte der Angeklagte: „Es wird so gewesen sein, ich weiß es nicht mehr.“ Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma habe sein Gedächtnis getrübt. Grund sei ein Autounfall im vergangenen Jahr, der einen langen Krankenhaus-Aufenthalt nach sich zog. „Ich soll auch mal ein Pferd gekauft haben“, erklärte er, wisse auch davon nichts mehr.

Für die Staatsanwaltschaft wie den Richter war der Fall dennoch klar, sie sahen alle Vorwürfe bestätigt. Auch die einschlägigen Vorstrafen wirkten sich negativ aus. Geldstrafen wegen Betruges, die der 31-Jährige nicht zahlen konnte und darum derzeit in Ersatzhaft sitzt. Mit einer Bewährungsstrafe von 16 Monaten ging es nach der Verhandlung in die JVA Attendorn zurück, bevor er nach Portugal zurück kann, wo er seit zwei Jahren Wohnsitz und Arbeit hat.

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