Blaue Tonnen: Stadt ist wachsam

CASTROP-RAUXEL Der Streit um die Altpapier-Entsorgung in den Nachbarstädten lässt Castrop-Rauxel kalt. Die Stadt stellt die blauen Tonnen flächendeckend selbst. Dennoch beobachtet sie die Entwicklung wachsam. Denn ihre blauen Tonnen kommen dem Bürger zu Gute.

von Von Christoph Witte

, 15.07.2008, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
In Castrop-Rauxel bleiben die Konflikte um die blaue Tonne aus.

In Castrop-Rauxel bleiben die Konflikte um die blaue Tonne aus.

„Uns ist nicht bekannt, dass hier irgendwelche privaten Entsorger auf den Markt drängen“, sagt EUV-Chef Michael Werner. Der Leiter des Stadtbetriebs sieht auch kaum Chancen für fremde Abfallentsorger.

95 Prozent der Haushalte werden erfasst 

„Seit 2004 haben wir flächendeckend selbst blaue Tonnen im Stadtgebiet. Unser Erfassungsgrad liegt bei 95 Prozent, damit ist Castrop-Rauxel eher uninteressant für Wettbewerber.“ Diese suchen sich natürlich zunächst Städte und Kreise aus, die bei der Altpapier-Entsorgung bislang nur auf zentrale Container oder Recyclinghöfe gesetzt haben.

Preise für Altpapier schnellen in die Höhe

Nichtsdestotrotz behält die Stadt die Entwicklung auf dem Markt im Blick. „Wir beobachten zum Beispiel aktuelle Rechtsentscheide zu dem Thema“, sagt Werner. Denn, da ist sich der EUV-Chef sicher, Ruhe werde es in der Abfallwirtschaft nie geben. Beleg dafür ist allein die Preisentwicklung für Altpapier in den vergangenen zehn Jahren. „Heute erwirtschaften wir rund 300 000 Euro jährlich mit Altpapier, vor zehn Jahren haben wir für die Entsorgung noch draufgezahlt“, weiß Michael Werner zu berichten.

Hohe Nachfrage in Asien

Grund für die erfreuliche Entwicklung ist die gestiegene Nachfrage nach qualitativ hochwertigem, deutschem Altpapier aus Asien. „Vielleicht sieht das bald anders aus, wenn aufgrund der hohen Treibstoffkosten niemand mehr das Papier nach Asien liefert“, vermutet der Stadtbetriebsleiter.

Keine Gewinne

Der Erlös kommt übrigens allen Castrop-Rauxelern Bürgerinnen und Bürgern zugute: „Das ist nicht etwa unser Gewinn, sondern damit stabilisieren wir die anderen Abfallgebühren. Das Geld dient also zur Kostendeckung“, erklärt Werner.

 

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