Nach dem Brand in Ickern ist Hilfsbereitschaft groß - Familie übernachtet in Not-Wohnung

rnFeuer

Rasend schnell, wie das Feuer im Dachstuhl des Doppelhauses an der Heinestraße/Ecke Ruprechtstraße Samstagmittag in Ickern, brach sich im Netz eine Welle der Hilfsbereitschaft Bahn.

Ickern

, 16.06.2019, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Haus an der Heinestraße/Ecke Ruprechtstraße hatte die Feuerwehr nach dem Brand am Samstag für unbewohnbar erklärt. Es sieht zum Fürchten aus, die Fensterscheiben sind zerborsten, Flatterbänder sichern den Einsatzort. An der Klöcknerstraße wurde das umgekippte Feuerwehrauto wieder aufgerichtet und abgeschleppt. Unweit des Brandhauses, kümmerten sich Nachbarn derweil darum, dass die Bewohner ein Bett für die Nacht bekommen.

Im pretty factory, einem Ladenlokal, in dem Claudia Wroblewski seit einem Jahr Hochzeitsdekos anbietet, herrscht emsiges Treiben, Klappbetten werden hineingetragen. Frauen und Männer organisieren Hygieneartikel. Und fragen im Internet nach Kleidung. Zuallererst für ein Kind, dessen schwangere Mutter und den Freund. Sie waren in der linken Haushälfte zuhause, bis am Samstag um kurz nach 12 Uhr der verheerende Brand ausbrach. „Für ein paar Nächte geht das, zumal wir hier zwei getrennte Toiletten haben“, sagt Claudia Wroblewski. Die Familie bekam von der Stadt Castrop-Rauxel aber letztlich eine Not-Wohnung vermittelt.

Currywurst und Obst vom THW

Übernachtet haben die Bewohner der anderen, der rechten Haushälfte, im Ladenlokal. Ein älterer Mann bestätigte am frühen Samstagabend, dass er dort gewohnt habe. Mehr möchte er dazu nicht sagen. Er schaut stumm zu, wie die Feuerwehr aus dem Fahrkorb der Drehleiter mit langen Kanthaken die kaputten Pfannen vom Dach des Hauses herunterfegt. Risse an der oberen Fassade werden sichtbar.

(Hinweis: In einer früheren Version des Artikels stand, dass die Familie im Ladenlokal übernachtet hätte. Das war allerdings nicht richtig.)

Auch das Technische Hilfswerk ist am Nachmittag vor Ort. „Wir warten ab, ob wir gleich die Giebelwand absichern müssen“, sagt Jan Steinbock vom THW. Um kurz vor sechs können die Statiker in das Gebäude.

Auch Anne Steinbock vom THW, die „Mutter der Kompanie“, ist da längst eingetroffen. Sie bringt Verpflegung mit. Für die Feuerwehr, die Polizei und die eigenen Leute. Es gibt Currywurst, Brötchen und Obst. Und Wasser-Nachschub gegen den Durst. Vor Ort sind bestimmt mindestens 80 Helferinnen und Helfer im Einsatz.

Zu den ersten Helferinnen gehört auch die Schwiegertochter des Ehepaares, in dessen Haus an der Kirchstraße im Sommer des Jahres 2016 ein schlimmes Feuer gewütet hatte. Damals hatte es bei Renovierungsarbeiten an den Elektroleitungen Funkenflug gegeben. Sechs Familien verloren ihr Dach über dem Kopf. „Ist doch klar, dass wir auch helfen und etwas zurückgeben möchten“, sagt sie. Und denkt schon ein Stück weiter, die Hilfsaktion auf breitere Füße zu stellen. „Vielleicht können wir wieder mit dem Stadtteilverein Mein Ickern beim Familienfest etwas organisieren“, sagt sie.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Brand in Ickern

Gebrannt hat es am Samstag an der Heinestraße in Ickern. Dabei kam es auch zu einem Unfall auf der Klöcknerstraße.
15.06.2019
/
Die Feuerwehr war bis in die Abendstunden vor Ort in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Gegen 17 Uhr fegten die Feuerwehrmänner die kaputten Schindeln mit einem Haken vom Dach.© Abi Schlehenkamp
Die Feuerwehr war bis in die Abendstunden vor Ort in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Eindrücke vom Brand in Ickern.© Abi Schlehenkamp
Dieses Bild entstand von der Ruprechtstraße aus.© Stella Ranft
Bei dem Brand entstand eine starke Rauchentwicklung.© Helmut Kaczmarek
Die Rauchsäule war von weitem sichtbar.© Legrand
Auch das Technische Hilfswerk unterstützte die Feuerwehr.© Abi Schlehenkamp
Ein Feuerwehrmann erklärte Kindern seine Arbeit.© Abi Schlehenkamp
Dieses Feuerwehrfahrzeug war auf dem Weg zum Einsatzort umgekippt und musste wieder aufgerichtet werden.© Helmut Kaczmarek
Dieses Feuerwehrauto war auf dem Weg zum Brandort in Ickern umgekippt.© Helmut Kaczmarek
Im Ladenlokal der Pretty Factory, unweit des Brandhauses, wurden Übernachtungsmöglichkeiten geschaffen.© Abi Schlehenkamp

Von Mein-Ickern-Chef Marc Frese, mit dem unsere Redaktion telefoniert, kommt ein schnelles Ja. „Selbstverständlich sind wir dabei“, sagt Frese. Und schließt sich kurz mit den Red Knights, dem Motorradclub der Feuerwehr. Auch Club-Chef Jürgen Galuba sagt sofort Ja. Die Red Knights haben die Brandopfer an der Kirchstraße ebenfalls unterstützt.

Jetzt lesen

Fabian (18) von der Feuerwehr macht unterdessen eine kleine Stärkungs-Pause. Er half dabei, den Drehkorb-Einsatz an der Leiter zu sichern. Ein langer Tag für den jungen Mann. Morgens um acht startete ein Lehrgang bei der Feuerwehr, dann folgte der lange Einsatz in Ickern.

Bei dem trotz der Aufregung, Betroffenheit und Not sich ein geduldiger Feuerwehrmann die Zeit für ein paar Kinder nahm und ihnen erklärte, wo die Schläuche und anderes technisches Equipment an einem Feuerwehrauto untergebracht sind. Und auch das wurde deutlich: In der Not wird gemeinsam zu helfen versucht.

Kontakt zum Stadtteilverein

Wer helfen will, kann sich beim Stadtteilverein „Mein Ickern“ melden. E-Mail: info@mein-ickern.de, Tel. (02305) 5322566.
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt