Brand in Ickern: Familien können bald zurückkehren

An der Kirchstraße

Vor einem Jahr brannte ein Mehrfamilienhaus an der Kirchstraße im Castrop-Rauxeler Stadtteil Ickern aus. Sechs Familien verloren ihr Zuhause. Nun rückt der Tag des Wiedereinzugs näher. Die Sanierungsarbeiten steuern dem Ende zu. Schon im September können die ersten Menschen wohl in ihre früheren Wohnungen ziehen.

ICKERN

, 11.08.2017, 05:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Mehrfamilienhaus an der Kirchstraße sieht knapp ein Jahr nach dem Großbrand schon wieder besser aus. Ein paar letzte Arbeiten sind allerdings noch zu erledigen.

Das Mehrfamilienhaus an der Kirchstraße sieht knapp ein Jahr nach dem Großbrand schon wieder besser aus. Ein paar letzte Arbeiten sind allerdings noch zu erledigen.

Zur Erinnerung: Am 26. Juli 2016 war in dem Haus an der Kirchstraße im Erdgeschoss ein Feuer ausgebrochen, das sich innerhalb kurzer Zeit bis hin zum Dach des Hauses ausgebreitet hatte. Sechs Menschen wurden bei dem Brand verletzt, sechs Familien verloren ihr Hab und Gut.

Und heute? Noch immer stehen Bauzaun und Absperrbaken vor dem Anfang des Jahres noch einsturzgefährdeten Gebäude an der Kirchstraße. Eisenstangen liegen auf dem Boden. Daneben ein Dixi-Klo und ein Container mit Schutt. Es sieht noch nicht gerade einladend aus. Und besonders ruhig ist es wegen der Handwerker, die sich im Treppenhaus Anweisungen geben und ihrer Arbeit nachgehen, auch nicht. Dennoch ist man hier ein ganzes Stück weiter als noch zu Beginn des Jahres.

Schrecken weicht langsam gesundem Optimismus

Zerbrochene Fensterscheiben, das Treppenhaus vollständig mit Ruß bedeckt, vollkommen ausgebrannte Wohnungen – die Folgen des Großbrandes im Juli 2016 waren im Januar noch deutlich erkennbar. Ob das Haus überhaupt saniert werden kann oder abgerissen werden muss, war lange unklar. Inzwischen ist der Schrecken der einstigen Bewohner einem gesunden Optimismus gewichen.

„In der zweiten Septemberwoche können wir wohl wieder einziehen“, sagt Dieter Becker, dem drei Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus gehören, erleichtert. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wird der Ickerner dann wieder in die alten Wohnungen zurückkehren.

Dämmung, Anstrich und Badezimmer erneuert

Wobei man von „alt“ in diesem Fall eigentlich nicht sprechen kann. Denn nach dem dramatischen Ereignis im vergangenen Jahr musste fast alles erneuert werden. „Die Bäder werden noch in dieser Woche in allen Wohnungen fertig sein. Die Elektroinstallationen sind bereits alle erledigt“, berichtet Becker. Die Innentüren sollen in der letzten Augustwoche folgen, nach dem Verlegen der Granitplatten im Hausflur. Gleiches gilt für die Dämmung und den Anstrich der Gebäude.

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Becker ist derzeit täglich auf der Baustelle und verfolgt den Sanierungsfortschritt genau. „Der Sachschaden betrug etwa 800 000 Euro. Und wir haben sogar noch etwas aus eigener Tasche gezahlt, weil wir uns gedacht haben, wir sollten nun auch alles auf den neusten Standard bringen“, erklärt er.

Nicht alle Mieter kehren in ihre alten Wohnungen zurück

Das gilt unter anderem für die Bäder, die nun mit ebenerdigen Duschen ausgestattet sind – auch die in der linken Gebäudehälfte, obwohl eine Sanierung in Folge des Brands dort gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

Auf den Klingelschildern werden ab September allerdings nicht mehr dieselben Namen stehen wie vor dem Großbrand im vergangenen Juli. Zwei ursprüngliche Mieter haben laut Becker bereits andere Wohnungen und wollen dort auch bleiben. Einer sei derzeit noch „in der Schwebe“. Es gebe allerdings schon neue Interessenten für die frisch sanierten Wohnungen.

Nach dem Vorfall im Sommer 2016 hatten unter anderem viele Menschen über Facebook den Bewohnern ihre Hilfe angeboten. Vorübergehend kamen die Betroffenen auch bei Verwandten unter.

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