Brandstifter: „Beweisen, dass ich unsterblich bin“

Castrop-Rauxeler vor Gericht

„Ich wollte der Welt beweisen, dass ich unsterblich bin.“ Mit diesen Worten blickt ein 26-Jähriger aus Castrop-Rauxel zurück auf den ersten Weihnachtstag 2016 - auf den Tag, an dem er seine Wohnung anzündete. Seit Dienstag steht der Castrop-Rauxeler nun vor dem Dortmunder Schwurgericht.

CASTROP-RAUXEL

30.05.2017, 15:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
Brandstifter: „Beweisen, dass ich unsterblich bin“

Das Landgericht Dortmund.

Großes Glück hatte ein 26-jähriger Mann, als er am ersten Weihnachtstag 2016 von der Feuerwehr aus seiner brennenden Wohnung an der Schulstraße gerettet wurde. Was damals noch keiner ahnte: Das Feuer war keineswegs zufällig ausgebrochen. Seit Dienstag beschäftigt der Fall das Dortmunder Schwurgericht.

Schon jetzt steht fest: Der 26-Jährige gilt wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig. Wegen eines möglichen Mordversuchs an den übrigen 25 Hausbewohnern wird er also nicht bestraft werden können. Die Richter müssen jedoch entscheiden, ob der Castrop-Rauxeler so gefährlich ist, dass er für unbestimmte Zeit in eine geschlossene Straftäter-Psychiatrie eingewiesen werden muss.

Schon seit Monaten wird der Mann in einer solchen Einrichtung behandelt – und das offenbar mit Erfolg. „Heute weiß ich, dass ich damals nur Schwachsinn im Kopf hatte“, sagte der Beschuldigte den Richtern.

„Wie Gott oder Jesus“

Im vergangenen Winter hatte sich der 26-Jährige eingebildet, wahre Wunder vollbringen zu können. „Wie Gott oder Jesus“, sagt er rückblickend. Aus diesem Grund habe er auch seine Wohnung angezündet und dabei sogar die Eingangstür blockiert, damit die Feuerwehr ihn eigentlich gar nicht herausholen konnte. „Ich wollte der Welt beweisen, dass ich unsterblich bin“, sagte der junge Mann.

Gerettet hat ihn dann jedoch keine göttliche Fügung, sondern ein ganz profaner Rauchmelder. Eine Nachbarin hörte das laute Piepen am ersten Weihnachtstag – und weil auf ihr Klopfen und Klingeln niemand öffnete, alarmierte sie die Feuerwehr. Die kam durch das Fenster.

Lesen Sie jetzt