Braucht Castrop-Rauxel mehr Tempo-30-Zonen?

Forderung der Grünen

Die Bundesregierung will mit einer Novelle der Straßenverkehrsordnung die Einführung von Tempo-30-Zonen vereinfachen. Und dafür sorgen, dass die Städte sie auch auf Hauptstraßen einführen können – etwa vor Schulen und Kitas. „Das bringt uns ein enormes Stück nach vorn“, sagt Grünen-Politikerin Notburga Henke aus Castrop-Rauxel.

CASTROP-RAUXEL

, 03.03.2016, 11:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
In der Cottenburgstraße zwischen B 235 und Bochumer Straße gilt nur in der unfallträchtigen Linkskurve Tempo 30.

In der Cottenburgstraße zwischen B 235 und Bochumer Straße gilt nur in der unfallträchtigen Linkskurve Tempo 30.

Damit meint die Vorsitzende des Umweltsausschusses in erster Linie die Verkehrssicherheit und die Lärmreduzierung. Und denkt spontan etwa über Tempo 30 in dem Bereich der Bahnhofstraße nach, in dem die Schüler vom Ernst-Barlach-Gymasnium und der Willy-Brandt-Gesamtschule in den Bus steigen, und an die Wartburgstraße in Höhe des Berufskollegs.

Ratsbeschluss

„Wir wollen auf jeden Fall die Möglichkeit an unseren Hauptverkehrsstraßen prüfen lassen“, verdeutlichte Henke im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Grünen drängen seit Jahren darauf, dass Castrop-Rauxel eine fußgänger- und fahrradfreundliche Stadt wird. „Dazu gibt‘s einen entsprechenden Ratsbeschluss aus dem Jahr 2012“, erklärte Henke.

Noch am Montagabend hätten sich die Grünen in ihrer Fraktionssitzung gemeinsam mit einem Verkehrsplaner und einem Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs intensiv mit dem Stand der Dinge beschäftigt. „Wir wollen einfach zusehen, wie wir die Straßen leiser und gesünder kriegen“, so Henke.

Stadt zeigt wenig Interesse

Bei der Stadt stößt der Vorstoß von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit den Tempo-30-Zonen zur Verringerung der Unfallzahlen auf wenig Interesse. Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann erklärte auf Anfrage unserer Redaktion: „Mit Ausnahme des Vorbehaltnetzes ist quasi ganz Castrop-Rauxel eine Tempo-30-Zone.“ Das Ordnungsamt habe erklärt, dass es keinen zusätzlichen Bedarf in der Stadt gäbe.

Mit Vorbehaltsnetz sind die dicken ortsteilverbindenden Straßen wie B 235, Bahnhofstraße, Recklinghauser Straße, Dortmunder Straße, Wartburgstraße und Bochumer Straße gemeint.

Auf dem ewigen Sorgenkind Cottenburgstraße gilt Tempo 30 übrigens nur in der berühmt-berüchtigten Linkskurve und zwischen Dortmunder Straße und B 235. Von dem immer drubbeligen Abzweig von der Bochumer Straße in die Cottenburgstraße gilt bis hoch zur B 235 durchgängig Tempo 50, trotz der beiden Zebrastreifen und dem Umstand, dass dort ein Schulweg herführt (Elisabeth-Grundschule, Adalbert-Stifter-Gymnasium).

Polizei begrüßt Veränderungen

Für die Polizei sagt Sprecher Wieland Schröder: „Wir begrüßen alle Dinge, die der Sicherheit der Verkehrsteilnehmer dienen.“ In der Unfallstatistik für 2015, vor zwei Wochen von der Polizei vorgelegt, gibt es bei den Unfällen mit Kindern und Jugendlichen eine Steigerung von mehr als 30 Prozent – in Zahlen ausgedrückt verunglückten 21, fünf mehr als 2014. 

 

 

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