Nicht nur Frank Schwabe: Zweiter Castrop-Rauxeler zieht in Bundestag ein

Bundestagswahl

Die SPD ist der klare Wahlsieger in Castrop-Rauxel und dem Wahlkreis Recklinghausen I. Frank Schwabe ist der siegreiche Direktkandidat. Am Montagmorgen kommt aber ein zweiter Gewinner hinzu.

Castrop-Rauxel

, 27.09.2021, 10:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Michael Breilmann im Wahlkampf: Der Castrop-Rauxeler Rechtsanwalt hat es nun erstmals in den Bundestag geschafft, obwohl er deutlich weniger Stimmen bekam als 2017.

Michael Breilmann im Wahlkampf: Der Castrop-Rauxeler Rechtsanwalt hat es nun erstmals in den Bundestag geschafft, obwohl er deutlich weniger Stimmen bekam als 2017. © Tamina Forytta

Die CDU ist der große Verlierer der Bundestagswahl. Aber in Castrop-Rauxel gibt es einen christdemokratischen Gewinner: Michael Breilmann, Kreisvorsitzender der CDU, zieht erstmals in den Bundestag ein. Das verkündete der Landeswahlleiter von NRW am Montagmorgen.

Der Rechtsanwalt Breilmann (37) zieht über den Listenplatz 16 der Landesliste in den neuen Bundestag ein, der erneut deutlich größer sein wird als der letzte. Die CDU-Landesliste zog sogar bis Platz 21.

Um kurz nach halb sieben mailte Michael Breilmann am Montag (27.9.) selbst an seine Helfer im Wahlkampf und Mitglieder der CDU-Fraktion im Castrop-Rauxeler Stadtrat: „Liebe Fraktionsmitglieder, vor zehn Minuten hat der Bundeswahlleiter mitgeteilt, dass auch ich dem 20. Deutschen Bundestag als Mitglied angehören werde. Danke für Eure Unterstützung.“

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Breilmann verlor über fünf Prozentpunkte

Neben Breilmann wird Frank Schwabe (SPD) weiter dem Bundestag angehören. Der Castrop-Rauxeler (50) geht damit in seine fünfte Amtszeit als Vertreter des Wahlkreises Recklinghausen I. Er hatte sich die 4 vorne gewünscht beim Stimmenanteil und holte 41,0 Prozent. Das waren fast fünf Prozentpunkte mehr als bei der Bundestagswahl 2017. Breilmann kam als Zweiter im Wahlkreis auf 25,6 Prozent. Nach 30,9 Prozent im Jahr 2017 ist das ein deutlicher Verlust von über fünf Punkten, der dennoch zu einem persönlichen Erfolg für den Juristen genügte: 30.845 Stimmen (2017: 37.792) sind 19.000 weniger als Schwabe.

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Wie es dazu kommen konnte?* Ausschlaggebend sind zwei Faktoren: Zum einen ist der Bundestag aufgrund vieler Überhangmandate größer geworden, weil sich die Zweitstimmen heute weiter im Parteienspektrum verteilen, aber die Direktmandate immer noch vor allem von den beiden „großen“ Parteien gewonnen werden. Die CDU hat in NRW zudem weniger Direktmandate errungen als zuletzt. Aus beiden Gründen ziehen mehr Direktkandidaten von der NRW-Landesliste ein.

Den Listenplatz 16 verdankte der verheiratete Anwalt dem Umstand, dass er vor vier Jahren bereits versucht hatte, den Wahlkreis zu holen. Er profitierte vom Einfluss der Ruhr-CDU, die ihn auf Platz 2 gesetzt hatte. Breilmann ist seit einigen Jahren Vorsitzender der CDU im Kreis Recklinghausen, dem größten Landkreis in Deutschland.



* An dieser Stelle haben wir den Artikel präzisiert. Es geht hier auch um die Zahl der Überhangmandate.

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