Brief an Merkel: Castrop-Rauxel will Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

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Die Situation im Flüchtlingslager Moria hat sich seit dem Brand verschärft. Immer mehr Kommunen erklären sich bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. In Castrop-Rauxel zieht man an einem Strang.

Castrop-Rauxel

, 19.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marietta Omidi ist seit Sonntag Mitglied im Integrationsrat und eine Flüchtlings-Helferin der ersten Stunden in Castrop-Rauxel. Sie hat ein Schreiben auf den Weg gebracht, in die Stadt sich bereit erklärt, Flüchtlinge aus dem abgebrannten Lager Moria auf Lesbos aufzunehmen. Der Brief ist direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichtet.

Am Samstag wurde alles festgemacht: „Wir haben uns mit allen Parteien, außer der UBP, die haben wir nicht gefragt, auf dem Marktplatz getroffen und das Schreiben unterzeichnet“, erzählt sie. Um den Corona-Bestimmungen gerecht zu werden, habe man sich nicht in einem Gebäude, sondern im Freien getroffen.

Die Resolution ist nicht bindend und hat nichts mit einer offiziellen Bekanntmachung der Stadt zu tun. Allerdings ist die breite Unterstützung, die des Bürgermeisters und die der Parteien, ein starkes Signal.

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Sie sei nach dem Feuer von vielen Menschen angesprochen worden. Die Bilder, die durch die Nachrichten gingen, hätten sie nicht losgelassen. Marietta Omidi engagierte sich bereits 2015 intensiv für Geflüchtete und wurde für ihr ehrenamtliches Engagement bereits ausgezeichnet.

Kirchen, Vereine und Verbände sind dabei

„Wir haben Vereine und Verbände im Boot“, erzählt sie nun. Ihr sei es wichtig, viele Stellen an der Hand zu haben, die Hilfe und Unterstützung leisten können. Auch die Kirchen seien bei dieser stadtweiten Aktion angesprochen worden.

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Nach einer ersten Sitzung des Integrationsrates am Donnerstag (17.9.) habe man sich nicht auf eine genau Anzahl von Flüchtenden geeinigt. Unterbringung und eine Festlegung der Anzahl seien Aufgaben der Verwaltung, erklärt Marietta Omidi. Man wolle weitere Schritte abwarten, bis das Schreiben die Bundesregierung in Berlin erreicht hat.

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Bürgermeister Rajko Kravanja unterstützt das Vorhaben. Uta Stevens, Sprecherin der Stadt, sagt auf Anfrage: „Der Bürgermeister setzt sich dafür ein, dass wir Flüchtlinge aus Moria aufnehmen. Castrop-Rauxel wäre dazu bereit.“ Castrop-Rauxels Bundestagsabgeordneter Frank Schwabe (SPD) werde das Schreiben nach Berlin mitnehmen und es an die richtigen Stellen weiterleiten.

Im Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos nahe der türkischen Küste in der Ägäis lebten zeitweise bis zu 18.000 Menschen, die in kleinen Booten über das Mittelmeer nach Europa geflüchtet waren. Das Lager war eigentlich nur für rund 3000 Menschen aus Hütten und Zelten errichtet worden und sollte auch nur übergangsweise als Unterkunft dienen. Aber aufgrund der schwierigen EU-weiten Debatte um die Übernahme von geflüchteten Menschen in die verschiedenen Staaten blieben viele Menschen hier lange stecken.

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