Briefwahl-Auszählung: Wahlhelfer halten sich in der Europahalle bereit

Bundestagswahl 2021

56.896 Tausend Castrop-Rauxeler können heute ihre Stimmen abgeben. Die meisten haben das jedoch schon - per Post. In der Europahalle stehen die Wahlhelfer in den Startlöchern.

Castrop-Rauxel

von Carlotta Vogelpohl

, 26.09.2021, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Helfer in der Europahalle in Castrop-Rauxel.

Die Helfer in der Europahalle in Castrop-Rauxel. © Stadt Castrop-Rauxel

Eine lange Schlange hat sich vor dem Eingang der Europahalle gebildet. Die Wartenden wollen auf kein Konzert oder eine Messe, sie sind für einen Job hergekommen. In der Eventlocation werden sie heute die Stimmen derjenigen auszählen, die sich zur Briefwahl entschieden haben. Im Angesicht des Briefwahlbooms ist dieses Ehrenamt relevanter denn je.

Denn die Zahl der Briefwähler wächst konstant. Hat 1990 nur jeder 10. per Post gewählt, waren es bei der Bundestagswahl 2017 schon mehr als jeder Vierte. Seit dem Beginn der Pandemie sind es noch mehr Wähler, die nicht mehr den Weg bis zur Wahlurne gehen, sondern bequem von zu Hause ihre Kreuze setzen. Experten gehen von dem größten Briefwähleranteil aus, den es je bei einer Bundestagswahl gegeben hat.

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Das Wahlverhalten der Castrop-Rauxeler und Castrop-Rauxelerinnen ist dabei keine Ausnahme. Nach Angaben der Stadt sind vor knapp drei Wochen bereits 22.985 Briefwahlanträge eingegangen. Für die Auswertungen sind die Wahlhelfer in der Europahalle verantwortlich.

Wahlhelfer pflichtbewusster, denn je

Die Stimmzettel zählen neben vielen langjährigen Helfern und städtischen Mitarbeitern jedes Jahr auch neue Freiwillige aus. Der Ansturm sei im Vergleich zum letzten Jahr viel größer gewesen, erzählt Maite Blum, Mitarbeiterin im Wahlbüro. Eine weitere Sache fällt Blum positiv auf: „Die Leute waren dieses Jahr viel pflichtbewusster und sind zum Großteil auch aufgetaucht.“ Dennoch seien 10 bis 15 Leute nicht gekommen.

Anna Koczwara und Charlotte Burmann sind zwei von 437 Wahlhelfern. Koczwara sagt: „Wir machen das gerne und wir leben ja auch in einer Demokratie. So kann man im kleinen Rahmen einen Beitrag leisten sich auch wirklich aktiv zu beteiligen.“

Im Gegensatz zu den Wahlhelfern in Waltrop treffen sich die Briefwahlhelfer in Castrop-Rauxel erst um 15.30 Uhr. Bis 18 Uhr dürfen die freiwilligen Helfer die Wahlurnen schon ausschütten und den Umschlag mit der Bestätigung, dass man seine Stimme alleine abgegeben hat, überprüfen und öffnen. Die Stimmen selbst dürfen erst um 18 Uhr ausgezählt werden.

Nicht jeder Wähler geht bei der Briefwahl richtig vor, erzählt Blum. So vergessen die Bürger manchmal den weißen Wahlschein zu unterschreiben oder verschließen die Umschläge nicht richtig. Passiert letzteres sei die Stimmabgabe nicht mehr geheim, so Maite Blum. „Die Briefe werden dann ausgesondert.“

Es geht um Genauigkeit, nicht Schnelligkeit

Beim Auszählen ist es wichtig, dass es nicht um Schnelligkeit geht, sondern um Genauigkeit und dass man aufpasst, erzählt Anna Koczwara. Angst, Fehler zu machen haben die beiden Wahlhelferinnen jedoch nicht. Bei der Arbeit sei man ja nicht vollkommen auf sich allein gestellt, so die beiden 27-Jährigen.

Auch Blum ist sich sicher, dass nichts schief gehen wird. „Wir sind Menschen und natürlich machen wir alle mal Fehler. Aber wir haben gut geschulte Leute und selbst die, die es zum ersten Mal machen, stellen sich gut an. Wenn dann doch was ist, sind wir ja da, um zu helfen.“

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