Brücken in Castrop-Rauxel stehen auf dem Prüfstand

Millionenschwerer Sanierungsstau

Schön war er vielleicht mal. Jetzt ist er nur noch schäbig, der Kricke-Steg mit seiner schmuddelig-magenta-farbigen Wurst – die Verbindung vom Einkaufszentrum in den Erin-Park. Kricke-Steg, sämtliche andere Brücken und sonstige Ingenieurbauwerke der Stadt stehen nun wieder auf dem Prüfstand.

CASTROP-RAUXEL

, 30.08.2016, 05:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Krickesteg von oben

Krickesteg von oben

„Der Auftrag für die Hauptprüfung, die wir alle drei Jahre vornehmen, ist extern vergeben“, bestätigte EUV-Stadtbetriebschef Michael Werner im Gespräch mit unserer Redaktion. Rund drei Wochen wird fachmännisch unter die Lupe genommen, wie es um die Entwicklung der Bauwerke steht. Darunter natürlich die Brücken als Haupt-Sorgenkinder.

Seit Jahren ist bekannt, dass 26 von 27 städtischen Brücken Mängel aufweisen. Schon vor zweieinhalb Jahren sprach Michael Werner von einem Sanierungsbedarf in einer finanziellen Größenordnung von 2,5 Millionen Euro. „In der Zwischenzeit wird das nicht besser geworden sein“, verdeutlichte Werner.

Öffentliche Förderung ist nicht möglich

Auch der finanzielle Hintergrund hat sich nicht verbessert: Woher die Kohle nehmen, wenn eine öffentliche Förderung nicht drin ist, lautet die entscheidende Frage. Rund drei Wochen wird die Bestandsaufnahme dauern, schätzt der EUV-Chef. Die Kosten dafür betragen rund 28.000 Euro, das Ergebnis wird im zuständigen politischen Fachausschuss vorgestellt und beraten.

Zu den übrigen Ingenieurbauwerken gehören zum Beispiel der Überbau des Zentralen Busbahnhofs am Münsterplatz, die Gabionen im Bereich von B 235 und Klöcknerstraße und die Lärmschutzwand an der Autobahn in der Nähe des Wildgeheges.

Flächensanierung beim Kricke-Steg

Bei der Begehung werden laut Michael Werner auch Mitarbeiter des Stadtbetriebs sein – aus ganz praktischen Gründen. „Zum Beispiel, um Gelände von wild gewachsenen Brombeeren frei zu schneiden“, so Werner. Fest steht bereits, dass beim Kricke-Steg noch in diesem Jahr eine Flächensanierung ansteht. Nichts Besonderes, sondern das Notwendigste aus allgemeinen Unterhaltungsmitteln mit einer guten halben Million Euro für alles im Jahr.

Was die seit einigen Wochen für LKWs über 3,5 Tonnen gesperrte Bladenhorster Brücke angeht, wird sich diese Sicherheitsmaßnahme noch drei bis sechs Monate hinziehen. Dirk Radermacher, Pressesprecher bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, erklärt: „Erst einmal laufen statische Nachberechnungen in Karlsruhe, danach gibt es eventuell noch eine Materialprüfung.“ Solange die Schemhoffbrücke (in der Nähe des Recyclinghofes in Pöppinghausen) nicht auch noch gesperrt werden müsse, sei das mit der Umleitung kein Problem. 

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