Bürgermeister Kravanja über neue Corona-Konzepte für unsere Schulen

Coronavirus

Die Schulbusse in Castrop-Rauxel sind voll, Klassenräume auch. Die 14- bis 24-Jährigen haben derzeit offenbar die höchste Coronavirus-Inzidenz. Was sind die Gegen-Mittel?

Castrop-Rauxel

, 18.11.2020, 11:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Schulbusse in Castrop-Rauxel sind in Stoßzeiten vielen Eltern und Kindern zu voll. Was kann man in der Corona-Pandemie tun?

Schulbusse in Castrop-Rauxel sind in Stoßzeiten vielen Eltern und Kindern zu voll. Was kann man in der Corona-Pandemie tun? © DSW21

Schulen und Kitas sollen geöffnet bleiben: Das ist zentrales Ziel der Bundesregierung und der Landesregierungen in Deutschland in dieser Lockdown-Phase der Corona-Pandemie. Doch wie kann man die Zahl der Neuinfektionen dennoch im Griff behalten? Dazu hat sich jetzt der Castrop-Rauxeler Bürgermeister Rajko Kravanja geäußert.

„Meine große Sorge gilt dem Schulbetrieb und dem Busverkehr“, schreibt Kravanja auf Facebook. Die Situation sei wie in allen anderen Städten nicht befriedigend. Die Busse seien zu den Stoßzeiten einfach zu voll.

Dann zeigt er Optionen auf, teilt aber auch Bedenken von Eltern, Lehrern, Schülern und Schulen, die die Stadtverwaltung als Schulträger erreicht hätten:

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? Warum kann man nicht mehr Busse einsetzen?

„Hier sind die Unternehmen am Limit“, so Kravanja. Es gebe gar nicht so viele Busse, um jeden Morgen auf allen Linien mehr Busse fahren zu lassen. Punktuell gehe es auf vereinzelten Strecken eventuell. „Dazu sind wir gerade im Gespräch mit den Schulen und den Verkehrsbetrieben, wo genau das helfen würde.“

? Warum kann Schulunterricht nicht gestaffelt beginnen?

Die Schule A könnte eher anfangen, die Schule B später. „Das schafft Probleme an anderer Stelle“, so Kravanja. Das Berufskolleg habe schon den anderen Schulbeginn um 7.30 Uhr. Es gebe Kooperationskurse zwischen den Schulen, die darunter leiden könnten, weil Lehrer versetzt unterrichten, gegebenenfalls in der Unterstufe, obwohl schon ein Oberstufenkurs anfängt. Eltern brächten zudem mehrere Kinder morgens vor der Arbeit und seien so flexibel in den Zeiten. Zudem kollidiere ein höchst komplexer Stundenplan mit flexiblen Zeiten. „Das kann unter Umständen dazu führen, dass der Unterricht nicht hintendran gehängt werden kann und somit Unterricht ausfallen muss“, so Kravanja.

? Warum kann man nicht die Klassengrößen halbieren?

Das führt dazu, dass die Hälfte der Schule im Homeschooling ist und es nur einige Präsenztage in der Schule gibt, so Kravanja. „Das hatten wir schon im Frühjahr und war auch nicht wirklich gut auf Dauer.“

Das Problem sei also „sehr komplex und nicht einfach zu lösen“, sagt Kravanja. „Wir diskutieren gerade mit anderen Städten das weitere Vorgehen, ich hoffe aber auf eine einheitliche Lösung nach einem bestimmten Schema.“ Er meine dabei zum Beispiel bei einer Inzidenz über 100 einen „halbierten Unterricht“. Zudem schaue er „gespannt auf die Stadt Herne, die in einem Pilotprojekt seit dieser Woche den versetzten Unterricht umsetzt, um so die Busse zu entlasten“.

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