Bürgermeister schaute sich Henrichenburg genau an

Gespräche vor Ort

Treffpunkt Sportplatz Tus Henrichenburg, Lambertstraße, Mittwoch, 17 Uhr: Bürgermeister Rajko Kravanja hatte zum Stadtteilspaziergang eingeladen, um vor Ort mit Henrichenburgern ins Gespräch zu kommen. Schnell wird klar: Die Henrichenburger sind grundsätzlich zufrieden, das größte Problem ist schnell ausgemacht.

HENRICHENBURG

, 03.08.2017 / Lesedauer: 3 min
Bürgermeister schaute sich Henrichenburg genau an

Bürgermeister Rajko Kravanja erläuterte an der Grundschule Alter Garten das Wohngebiet, das dort realisiert werden soll.

Etwa 20 Castrop-Rauxeler waren gekommen, um mit dem Bürgermeister durch Henrichenburg zu spazieren. Darunter auch EUV-Chef Michael Werner, Wehrführer Ulrich Vogel, SPD-Fraktionschef Bernd Goerke, Sozialdezernentin Regina Kleff und Landtagsabgeordnete Lisa Kapteinat. Die Gruppe startet bei bewölktem Wetter, guckt sorgenvoll gen Himmel. Im Gänsemarsch geht es entlang der Lambertstraße zur ersten Station.

Station 1: Brücke über dem Rhein-Herne-Kanal

An der Brücke über den Rhein-Herne-Kanal informiert das Wasserstraßen Neubauamt (WNA) Datteln über die Kanalverbreiterung. Weil moderne Schiffe dort nicht mehr durchpassen, wird der Kanal breiter und tiefer. Wann es denn losgeht mit dem Bau, will ein Bürger wissen. Zurzeit befinde man sich im Planfeststellungsverfahren, vor 2020 werde das nichts.

Das WNA rechnet mit zwei Jahren Bauzeit. Das Sicherheitstor an diesem Abschnitt entfällt, wird in Datteln neu gebaut. Warum man die Straße nicht gleich zweispurig ausbaue, um Begegnungsverkehr zu verhindern, will ein weiterer Bürger wissen. „Das würden wir gerne, aber dafür ist kein Geld da“, sagt Rajko Kravanja. Wegen des Regens spannen viele ihre Schirme auf, der Bürgermeister hat seinen im Auto gelassen. Nass geht es weiter zur nächsten Station.

Station 2: Sportplatz des TuS Henrichenburg

Zurück am Sportplatz des TuS Henrichenburg. „Die Zufahrt hier muss dringend gemacht werden“, sagt Ratsmitglied Jupp Berkel. „Alle Vereine, die gegen den BVB spielen, kommen hier an. Das ist kein gutes Aushängeschild für Castrop-Rauxel.“ Einen Kostenvoranschlag gebe es schon: Für 19.000 Euro könnte der Verein eine neue Zufahrt bekommen, die bei Regen nicht mehr unter Wasser steht.

Das Vorhaben müsse in die Investitionsliste. Rajko Kravanja kann Vollzug melden: „Das Immobilienmanagement hat bereits den Auftrag dazu.“ Manchmal sei die Verwaltung eben schneller als die Politik. Im Nieselregen geht es auf dem Spaziergang weiter.

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Station 3: Grundschule Alter Garten

An der Grundschule Alter Garten weist Rajko Kravanja auf das Wohngebiet hin, das dort – zum Teil auf städtischen Flächen – entstehen soll. Auf einer Fläche bis zur Autobahnbrücke sollen Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut werden. Die Stadt rechnet mit etwa 30 Wohneinheiten.

Eine Anwohnerin befürchtet ein Verkehrschaos durch zu wenige Parkplätze. Kravanja versichert, dass Parkplätze eingeplant werden. Vor allem an der Kreuzung Hagenstraße/Borghagener Straße sei die Lage katastrophal, so die Anwohnerin. Autos parken dort auf der Straße, zwei Autos, die sich entgegenkommen, würden nicht aneinander vorbeipassen. Wenn die Zufahrt zur neuen Siedlung auch dort entstehe, gebe es noch mehr Chaos. Kravanja versprach, die Problematik bei der Verkehrsanalyse auf dem Schirm zu haben. Baubeginn soll frühestens 2019 sein. Nach den Ferien muss nur noch der Rat zustimmen.

Station 4: Neue Rossmann-Filiale an der Freiheitsstraße

In der Mitte angekommen, präsentiert Bauherr Hein Send vorab die neue Rossmann-Filiale an der Freiheitstraße. Nebenan zieht die Burg-Apotheke ein, damit sich an ihrem alten Standort Edeka vergrößern kann. Oben drüber gibt es Arztpraxen und 17 Plätze zum Betreuten Wohnen – alle schon weg und zu 80 Prozent schon bezogen.

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„Eigentlich sind wir für diese Läden zu klein“, sagt Send. „Aber Henrichenburg lebt von den Parkflächen, die alle unbewirtschaftet sind.“ Um noch mehr Parkflächen zu erschließen, sei man gerade in Gesprächen. Mehr wollten Send und Kravanja aber noch nicht preisgeben.

Bei einer Tasse Kaffee im Feuerwehrgerätehaus gab es weiteren Raum für Gespräche.

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