Busbrand auf der Autobahn A2: So erlebten Schüler und Eltern die dramatischen Minuten

rn65 Kinder auf Klassenfahrt

Eigentlich sollte die Klassenfahrt der Erich-Klausener-Realschule ins Sauerland eine Woche dauern. Sie endete für 65 Fünftklässler bereits nach wenigen Minuten. Ihr Reisebus brannte aus.

von Daniel Maiß

Henrichenburg

, 25.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Was sich am Montagmorgen gegen 10 Uhr kurz vor der Anschlussstelle Henrichenburg auf der A2 abspielt, kann man nur als Albtraum bezeichnen.

Plötzlich schert ein voll besetzter Reisebus aus und hält mit quietschenden Reifen auf dem Standstreifen der viel befahrenen Autobahn an. Hektisch steigen die Insassen – 65 Fünftklässler und zwei Lehrkräfte der Erich-Klausener-Schule (EKS) sowie der Fahrer – aus, Sekunden später steht der Bus in Flammen.

Wie durch ein Wunder niemand verletzt

Kinder und Erwachsene kommen mit einem Schock davon, wie durch ein Wunder wird niemand verletzt. Die Feuerwehr ist schnell mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, stundenlang wird gelöscht, stundenlang ist die Autobahn gesperrt.

Von dem Unglück erfährt Thomas May bereits nach wenigen Sekunden. Der Vater eines Schülers ist auch Klassenpflegschaftsvorsitzender und gerade per Handy in Kontakt mit einer Lehrerin im Bus, als dieser ausschert. Die Kinder haben keine Mobiltelefone dabei. Als May erfährt, dass es allen Insassen gut geht, kontaktiert er die anderen Eltern, um diese zu beruhigen.

Rektor Kissenkötter begleitet besorgte Eltern

Nach und nach treffen immer mehr Eltern in der Schule ein. Sie werden direkt von Rektor Martin Kissenkötter in die Aula geführt. Dort wartet man gemeinsam zunächst auf weitere Meldungen von der Unglücksstelle, dann schließlich auf die Ankunft der Kinder. „Gott sei Dank ist nichts Schlimmeres passiert und alle sind unverletzt“, erklärt Konrektor Theo Spiekermann im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Bus auf Autobahn A2 bei Henrichenburg abgebrannt

Ein Reisebus mit 65 Kindern aus Herten ist am Montag in Flammen geraten, als er auf der A2 unterwegs war. Die Feuerwehr Castrop-Rauxel löschte den Brand mithilfe der Kollegen aus Waltrop und Oer-Erkenschwick. Die A2 war Richtung Hannover voll gesperrt, es bildeten sich lange Staus.
24.06.2019
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Feuerwehrleute löschen einen brennenden Reisebus. Auf der Autobahn 2 war der Bus mit 65 Realschülern aus Herten an Bord in Brand geraten. Alle Insassen konnten bei dem Vorfall zwischen Dortmund und Recklinghausen den Bus verlassen, nachdem das Fahrzeug auf dem Standstreifen stoppte, wie ein Polizeisprecher berichtete.© dpa / Marcel Kusch
Der Löschschaum ist weit verteilt über die drei Fahrbahnen auf der A2. © dpa / Marcel Kusch
Der Löschschaum ist weit verteilt über die drei Fahrbahnen auf der A2. © dpa / Marcel Kusch
Die Rauchsäule war nicht nur weithin zu sehen, sondern führte auch zur Warnung der Polizei, dass Anwohner und Autofahrer die Fenster geschlossen halten sollten.© dpa / Marcel Kusch
Von der Gegenfahrbahn aus in Fahrtrichtung Oberhausen sieht die Unfallstelle so aus: Viele Rettungsfahrzeuge sind vor Ort.© privat
Von der Gegenfahrbahn aus in Fahrtrichtung Oberhausen sieht die Unfallstelle so aus: Viele Rettungsfahrzeuge sind vor Ort.© privat
Von der Gegenfahrbahn aus in Fahrtrichtung Oberhausen sieht die Unfallstelle so aus: Viele Rettungsfahrzeuge sind vor Ort.© privat
Von der Gegenfahrbahn aus in Fahrtrichtung Oberhausen sieht die Unfallstelle so aus: Viele Rettungsfahrzeuge sind vor Ort.© privat
Die Autobahn A2 in Höhe der Auffahrt Henrichenburg.© Jens Lukas

Mit einem Ersatzbus werden die Fünftklässler schließlich von der Unglücksstelle wieder zurück zur EKS gebracht. Dort stehen psychologisch geschulte Kräfte der Feuerwehr bereit, die die Kinder betreuen. „Auch unser Schulseelsorger ist vor Ort“, erklärt Spiekermann. Im Laufe des Nachmittags kehren alle wieder nach Hause zurück.

Auf dem Weg ins Schullandheim Föckinghausen

Am Morgen waren die beiden fünften Klassen in Richtung Sauerland aufgebrochen. Eine Woche sollte es ins Schullandheim Föckinghausen in Bestwig (Sauerland) gehen. Die Laune war gut. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass die Klassenfahrt bereits nach wenigen Kilometern so jäh enden würde. Das Feuer zerstörte den kompletten Bus, mitsamt des Gepäcks.

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Thomas May ist einfach nur froh, dass nichts weiter geschehen und sein Sohn wohlbehalten wieder nach Hause zurückgekehrt ist. „Er hat das im Gegensatz zu einigen anderen Schülern einigermaßen gut weggesteckt.“

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