Café Cappuccino am Hauptbahnhof bleibt hinter den Erwartungen zurück

rnHauptbahnhof

Seit knapp zwei Monaten gibt es im Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof ein neues Café. Der Zulauf ist noch ausbaufähig – der Zug ist für einen Erfolg des Cafés aber noch lange nicht abgefahren.

Rauxel

, 20.06.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit schnellen Schritten Richtung Gleis. Ein flüchtiger Seitenblick landet im Café – häufiger bleibt es bei dem Blick. Nicht viele verirren sich an diesem Vormittag – es ist etwa 10 Uhr – ins neue Café Cappuccino im Castrop-Rauxeler Hauptbahnhof und verweilen dann auch noch dort.

„Die Stoßzeit ist bislang ganz klar vor acht Uhr“, sagt Rochus Wellenbrock, Vorstandsvorsitzender der Wewole-Stiftung, die das Café betreibt.

Erst Ende April, genauer gesagt am 26. April, eröffnete die neue Gastronomie. Bislang sprechen der Kaffee und die Brötchen eher die frühmorgendlichen Pendler an.

Wellenbrock: „Ich bin da echt tiefenentspannt“

„Ich bin sehr zufrieden, wie das angenommen wird“, sagt Wellenbrock trotzdem. „Wir sind im Regelbetrieb im Umsatz vielleicht noch nicht ganz da, wo wir hinwollten. Aber für die ersten acht Wochen läuft’s gut“, sagt er.

Die Gründe, dafür, dass der Zulauf noch ausbaufähig ist, sieht Wellenbrock in „zwei Faktoren“, wie er sagt. „Einmal das Wetter. Wenn es jetzt schöner wird, setzt man sich lieber ins Café, beziehungsweise davor. Der zweite Faktor ist der Ramadan“, meint er.

Die muslimische Fastenzeit ist seit dem 3. Juni beendet. Durch den hohen Anteil an Muslimen in Castrop-Rauxel sei es normal, wenn es in einem Café weniger Kundschaft gebe, während tagsüber gefastet wird. Auch hier verspricht sich der Vorstandsvorsitzende mehr Kundschaft: „Ich bin da echt tiefenentspannt.“

Kiosk im Bahnhof eröffnet im Juli

Außerdem meint er: „Spannend wird zu sehen sein, wie das wird, wenn wir den Kiosk auf der anderen Seite eröffnen.“

Am 11. Juli soll es soweit sein. Der Schriftzug: „Nimm Ess mit“ schmückt schon die Scheiben. Beide Läden gehören im Prinzip zusammen zur Wewole-Stiftung. Zum Konzept gehört, dass die Stiftung Menschen mit (geistiger) Behinderung beschäftigt. 20 Menschen mit und fünf ohne Behinderung arbeiten dort.

Café Cappuccino am Hauptbahnhof bleibt hinter den Erwartungen zurück

Noch ist hier nichts los. Das soll sich aber bald ändern. Der Kiosk "Nimm Ess mit" im Hauptbahnhof soll im Juli eröffnen. © Wilco Ruhland

Der Unterschied zwischen den beiden Verkaufstellen? Auf der einen Seite soll es etwa Zeitschriften, Bücher und Tabakwaren geben. Ein Kiosk eben. „Alles zum mitnehmen“, sagt Wellenbrock.

Auch von der Stiftung selbst erstellte Artikel gibt es hier „exklusiv“, wie der Vorstandsvorsitzende erklärt. Dazu gehören etwa Grillanzünder, Vogelhäuser und Blumen. Das Café gegenüber hingegen lädt zum Verweilen ein.

Gemütliches Sitzen auf dem Bahnhofsvorplatz

Ein Café-Gast, der an diesem Vormittag etwas mehr Zeit mitgebracht hat, findet sich aber dann doch. Michael Stichel sitzt gemütlich auf dem Vorplatz des Bahnhofs. An einem der Holztische, die zum Café Cappuccino gehören.

Das Brötchen hat er schon aufgegessen, die Tasse ist noch halbvoll. „Und der Kaffee schmeckt auch“, sagt er. Was er von dem neuen Café hält? „Früher gab‘s hier im Bahnhof ja schonmal was, aber das war nicht so schick“, sagt er anerkennend. „Ich finde hier gibt‘s eine gute Auswahl.

Den Rest aus der Tasse leert er in einem Zug – zum Zugfahren ist Michael Stichel aber nicht am Bahnhof. Er sitzt hier einfach gemütlich. „Hier sieht man einiges“, sagt er.

Kartenzahlung soll bald funktionieren

Ein großer Vorteil auch für die Pendler, für die es oft schnell gehen muss: Am Verkaufsthresen des Café Cappuccino stehen Kartenzahlungsgeräte. Zurzeit allerdings noch mit Hinweisschildern geschmückt, dass Kartenzahlung noch nicht möglich sei.

„Da gab es leider von Anbieterseite Anschlussprobleme“, erklärt Wellenbrock, „wenn der Kiosk aufmacht, wird das aber auf beiden Seiten funktionieren.“

Lesen Sie jetzt