Castrop-Rauxel erhält Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge

Notunterkunft auf Eon-Gelände

Eine große Notunterkunft für Flüchtlinge kommt nach Castrop-Rauxel. Allerdings nicht nach Schwerin, sondern nach Habinghorst - auf die Fläche des ehemaligen Kraftwerks zwischen B235 und Klöcknerstraße. Bürgermeister Rajko Kravanja wendete sich in einer Video-Botschaft direkt an die Castrop-Rauxeler.

CASTROP-RAUXEL

, 30.10.2015, 13:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bis zu 1000 Menschen sollen auf dem Eon-Gelände Unterkunft in winterfesten Zelten finden. Ab der übernächsten Woche könnte mit dem Aufbau begonnen werden. Wie Bürgermeister Rajko Kravanja am Freitag mitteilte, könnte die Zeltstadt ab Ende November bezogen werden. Der Aufbau soll in der übernächsten Woche starten.

Grundstückseigentümer ist Eon. Der Vertrag zwischen Eon und der Bezirksregierung läuft bis Ende 2016, es gibt aber eine Verlängerungsoption.

Stadt und Stadtbetrieb EUV haben Hilfestellung angeboten bei der Versorgung und etwa der Müllabfuhr. Wer der Betreiber der Großnotunterkunft - so der offizielle Terminus - sein wird, steht noch nicht fest. Laut Kravanja aber auf jeden Fall ein Wohlfahrtsverband. Die Aufenthaltsdauer der Menschen soll so kurz wie möglich sein, kann aber nicht definitiv genannt werden.

So äußerte sich Bürgermeister Kravanja auf Facebook

 

#Flüchtlinge #Großnotunterkunft #HabinghorstDie Bezirksregierung hat mich darüber informiert, dass sie auf dem ehemaligen E.ON-Kraftwerksgelände in Habinghorst eine Großnotunterkunft für Flüchtlinge errichten wird.Auf dem Gelände an der B235/Klöcknerstraße werden in Leichtbauhallen ab Ende November bis zu 1000 Menschen untergebracht werden.Wir stehen in enger Abstimmung mit der Bezirksregierung und werden künftig verstärkt im Stadtteil Habinghorst präsent sein.Bei einer großen Bürgerinformation Mitte November und verschiedenen kleineren Info-Angeboten möchte ich mit den Bürgerinnen und Bürgern Castrop-Rauxels in den Dialog kommen. Die jeweiligen Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.Alle aktuellen Informationen gibt es auf der städtischen Homepage: www.castrop-rauxel.de

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on Freitag, 30. Oktober 2015

Kravanja: Zum Glück gibt es die Soziale Stadt Habinghorst

„Ich bin mir sicher in der Einschätzung: Wir kriegen auch das hin“, erklärte Kravanja. Die Hilfsbereitschaft der Bürger sei in Castrop-Rauxel ungebrochen. Zum möglichen Engagement von Freiwilligen in der neuen Zeltstadt verdeutlichte Kravanja: „Da sagen wir erst mal Stopp. Wie das gehen kann, müssen wir erst mal gucken.“

Zum Glück gebe es in Habinghorst die Soziale Stadt mit entsprechender Infrastruktur. „Wir wollen die Bürger bestmöglich mit Informationen versorgen, auch den Stadtteilbeirat der Sozialen Stadt miteinbeziehen“, erklärte Kravanja.

Info-Veranstaltungen für Bürger im November

Im Vorfeld sollen in Habinghorst Flyer verteilt, Infostände auf dem Markt angeboten werden und Mitte November eine Bürgerinformations-Veranstaltung gemeinsam mit der stellvertretenden Regierungspräsidentin Dorothee Feller über die Bühne gehen.

Was die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in der Harkort-Schule in Merklinde angeht, besteht laut Kravanja die Möglichkeit, sie zu schließen, aber eine Zusage gebe es da nicht. Durch die neue Großnotunterkunft werde es aber keine weiteren so genannten Kontingentflüchtlinge für Castrop-Rauxel geben.

"Das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen"

1000 Flüchtlinge, das ist die aktuelle Zahl, leben in Castrop-Rauxel. „Dass 1000 Menschen in einer Unterkunft untergebracht werden, wäre vor einem Jahr undenkbar gewesen“, verdeutlichte Kravanja. Und fügte hinzu: „Niemand will das.“ Zu einer der Hauptanstrengungen müsse es gehören, die Personen in menschenwürdigeren kleinen Unterkünften oder möglichst in Wohnungen unterzubringen.

Zunächst hatte die Bezirksregierung als möglichen Standort für eine Zeltstadt das sanierte Gelände der ehemaligen Zeche Graf Schwerin geprüft. Dort wäre es aber notwendig gewesen, noch ein Bodengutachten zu erstellen. Für das ehemalige Kraftwerksgelände gibt es das bereits. Wegen der sofortigen Verfügbarkeit fiel die Entscheidung für die Zeltstadt in Habinghorst.

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